Ausgabe Nr. 2/2025

9 Nr. 2 | 2025 FAHRZEUGE UND TECHNIK Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf die Anfang 2025 eingeführten CO2-­ Abgaben für schwere Nutzfahrzeuge. Diese Veränderungen zeigen, dass Schweizer Transportunternehmen zunehmend in klimafreundliche Logistik investieren, sofern Investitionssicherheit für alternative Antriebe gegeben ist. Gleichzeitig gibt es jedoch noch erheblichen Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Schnellladeinfrastruktur entlang der Nationalstrassen sowie bei der zukünftigen Regelung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe für Elektro-Lastwagen nach 2030. Der Camper-Boom ist vorbei Auch im Segment der leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht blieb der Markt stabil. Mit 30 529 Neuzulassungen wurde ein leichtes Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Damit spiegelt die Entwicklung in diesem Segment das allgemeine Wirtschaftswachstum der Schweiz wider. Die Mitglieder von auto-schweiz erwarten für 2025 eine weitere Steigerung von etwa fünf Prozent, was einer Prognose von 32 000 Neuzulassungen entspricht. Im Gegensatz zu den schweren Nutzfahrzeugen ist der Marktanteil elektrischer Antriebe in diesem Segment jedoch rückläufig. Während 2023 noch 12,6 Prozent aller leichten Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb ausgestattet waren, sank dieser Anteil 2024 auf 8,1 Prozent. Thomas Rücker führt diesen Rückgang auf die mangelnde wirtschaftliche Attraktivität von Elektro-Lieferwagen zurück. Anders als bei schweren Lastwagen gibt es hier keine signifikanten wirtschaftlichen Vorteile für Unternehmen. Vor dem Hintergrund verschärfter CO2Vorgaben ab 2025 befürchtet die Branche hohe Sanktionszahlungen, die negative Auswirkungen auf Arbeitsplätze und die gesamte Wirtschaft haben könnten. Rücker fordert daher eine stärkere Berücksichtigung der Marktrealität durch den Gesetzgeber und eine gezielte Förderung der gewerblichen Elektromobilität. Während der Nutzfahrzeugmarkt insgesamt wächst, verzeichneten neue Personentransportfahrzeuge als einziges Segment einen Rückgang. Ihre Zahl sank um 10,7 Prozent auf 6800 Neuzulassungen. Besonders betroffen war der Wohnmobilmarkt, dessen Neuzulassungen um 10 Prozent auf 5930 Fahrzeuge zurückgingen. Seit dem Höchststand während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2021 mit 7588 neu zugelassenen Campern ist die Zahl um 21,8 Prozent gesunken. Insgesamt wurden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein im Jahr 2024 281 740 neue Motorfahrzeuge in Verkehr gesetzt. Das entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent oder 12 717 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr mit 294 457 Neuzulassungen. ■

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