Ausgabe Nr. 2/2025

28 Strasse und Schiene sind wichtig und werden immer mehr beansprucht. Nach dem Nein zum Autobahnausbau und Mehrkosten bei der Bahn muss der Bund über die Bücher. Der Verkehr in der Schweiz wird weiter zunehmen – sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene. Dies zeigen die aktuellen Verkehrsperspektiven des Bundesrats. Gleichzeitig steht der geplante Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vor erheblichen Herausforderungen. Besonders der Nationalstrassen-Ausbauschritt 2023, der im November an der Urne scheiterte, hat gezeigt, dass die Bevölkerung umfangreiche Ausbauvorhaben kritisch sieht. Beim Ausbau der Bahn wiederum sorgen steigende Kosten und Finanzierungsprobleme für Unsicherheiten. Allein für die Umsetzung des Angebotskonzepts 2035 sind zusätzliche Infrastrukturmassnahmen erforderlich. Insgesamt drohen Nach dem Nein zum Autobahnausbau an der Urne ist klar: Die Verbesserungen der Verkehrsinfrastrukturen können nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt werden. Dies gilt auch für die Schiene, deren geplanter Ausbau massiv teurer ist als bisher angenommen. Wie weiter? Bund lässt Ausbauprojekte prüfen TEXT UND FOTOS: DANIEL VON KÄNEL Mehrkosten von rund 14 Milliarden Franken, sofern keine Gegenmassnahmen ergriffen werden. Prüfen und priorisieren Vor diesem Hintergrund hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) entschieden, die geplanten Infrastrukturprojekte für Strasse und Schiene grundlegend zu überprüfen. Dabei soll geklärt werden, welche Projekte für die Schweiz Priorität haben und welche möglicherweise verschoben werden müssen. Zudem wird eine verkehrsträgerübergreifende Betrachtung angestrebt, um Synergien zwischen Strasse, Schiene und den Agglomerationsprogrammen besser zu nutzen. Für diese umfassende Analyse hat das UVEK die ETH Zürich beauftragt. Die Leitung übernimmt Ulrich Weidmann, Experte für Verkehrssysteme am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme. Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE). Bewährte Grundlagen Die anstehende Priorisierung der Projekte basiert auf etablierten Planungsgrundlagen wie dem Sachplan Verkehr, den Verkehrsperspektiven 2050, der Perspektive Bahn 2050

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