38 Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, ob Strasse oder Schiene, soll weitergehen. Der Bundesrat hat seine Pläne vorgestellt. Der Bundesrat hat die Eckwerte für eine langfristige Weiterentwicklung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur bis zum Jahr 2045 festgelegt. Mit der Strategie «Verkehr ’45» reagiert die Landesregierung auf die erwartete Zunahme der Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft. Ziel ist es, Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr koordiniert auszubauen und Engpässe im Gesamtsystem gezielt zu beseitigen. Grundlage der Entscheide bilden unter anderem ein Gutachten der ETH Zürich sowie Analysen der zuständigen Bundesstellen. Dies wurde nötig, nachdem das Stimmvolk 2024 einem grossen Ausbauschritt eine Abfuhr erteilt hatte. Im Nationalstrassennetz plant der Bundesrat gezielte Erweiterungen. Besonders stark belastete Abschnitte sollen schrittweise ausgebaut werden, wobei Projekte mit hohem verkehrlichem Nutzen priorisiert Der Bundesrat hält am 6-Spur-Ausbau Aarau-Ost–Verzweigung Birrfeld (AG) und dem 6-Spur-Ausbau Perly – Bernex (GE) fest. Andere Projekte, die ebenfalls im vom Volk 2024 abgelehnten Ausbauschritt enthalten waren, werden gestrichen. Liste bereinigt Ausbau der Verkehrsinfrastruktur TEXT UND FOTO: DANIEL VON KÄNEL werden. Konkret handelt es sich um den 6-Spur-Ausbau der A1 Aarau-Ost –Verzweigung Birrfeld im Kanton Aargau sowie jenen zwischen Perly und Bernex im Kanton Genf. «Einzelne Vorhaben mit ungünstigerem Kosten-Nutzen-Verhältnis werden dagegen nicht weiterverfolgt», teilt der Bundesrat mit. Dazu gehören die 6-Spur-Projekte zwischen Le Vengeron und Nyon (VD) sowie zwischen Schönbühl und Kirchberg (BE). Der Bundesrat verfolgt damit das Ziel, die vorhandenen Mittel effizient einzusetzen und den Verkehrsfluss auf zentralen Achsen zu verbessern. Ausbau der Schieneninfrastruktur Im Bereich der Schieneninfrastruktur sieht die Planung sowohl kurz- als auch langfristige Ausbauschritte vor. Bereits bis 2030 sollen punktuelle Verbesserungen umgesetzt werden, um bestehende Kapazitätsengpässe zu entschärfen. In einer weiteren Phase bis 2035 sind zusätzliche Investitionen von mehreren Milliarden Franken vorgesehen, damit auf stark frequentierten Strecken dichtere Taktangebote – etwa im Halbstunden- oder Viertelstundentakt zwischen wichtigen Zentren – realisiert werden können. Darüber hinaus umfasst die Perspektive bis 2045 grössere Infrastrukturprojekte wie den Ausbau bedeutender Bahnhöfe und mehrere Tunnelvorhaben, die das Netz leistungsfähiger und robuster machen sollen. Der Agglomerationsverkehr bildet einen weiteren Schwerpunkt der Strategie. Die Abstimmung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden soll verstärkt werden, um Verkehrsprojekte in urbanen Räumen besser zu koordinieren und mit der Siedlungsentwicklung zu verknüpfen. So sollen Pendlerströme bewältigt und die Erreichbarkeit der Städte langfristig gesichert werden. ■ VERKEHR UND INFRASTRUKTUR
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