8 FAHRZEUGE UND TECHNIK Tata Motors hat seine Nutzfahrzeugsparte kürzlich von den Pw abgetrennt. Die Palette und die geografische Abdeckung haben kaum Überschneidungen mit Iveco. Nach dem Blick zurück an den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen von Iveco (Routiers 6/25) fokussieren die Turiner wieder auf die Zukunft. In der gemeinsamen Vereinbarung wollen die Inder von Tata Motors die Italiener übernehmen und mit beiden Firmen in einem gemeinsamen Nutzfahrzeugunternehmen zusammengehen. Dieses würde zu einem globalen Schwergewicht in der Nutzfahrzeugbranche werden, mit einem weltweiten Absatzvolumen von bis zu 540 000 Lastwagen und Bussen. Zum Vergleich: Daimler Truck beispielsweise hatte im vergangenen Jahr global rund 460 000 Fahrzeuge abgesetzt, die Volvo Group rund 226 000 Fahrzeuge und Traton rund 305 000 Fahrzeuge. Der zu erwartende Umsatz soll zu 50 % in Europa erwirtschaftet werden und die verbleibende Hälfte zu 35 % in Indien und zu 15 % in Amerika. Unter Vorbehalt, dass die Aktionäre von Iveco und die zuständigen Behörden der Übernahme zustimmen, wird erwartet, dass Keine Sommerflaute in der Nutzfahrzeugwelt – Anfang August haben Tata Motors aus Indien und die Iveco Group bekannt gegeben, sich zu einem Nutzfahrzeugunternehmen zusammenschliessen zu wollen. Beide Seiten sehen darin grosses Zukunftspotenzial. Tata übernimmt Iveco Indisch-italienische Gemeinschaft TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: SCHATZMANN / ITOY die nötigen Transaktionen bis Mitte 2026 abgeschlossen sein sollen. Dabei muss jedoch auch die im Vorfeld bereits angekündigte Veräusserung des Defence-Bereichs an den Rüstungskonzern Leonardo vollzogen sein. Gemeinsam zu globaler Stärke Tata Motors hatte erst vor Kurzem seine Nutzfahrzeugsparte von den Personenwagen abgespalten. «Die Akquisition von Iveco ermöglicht es der neuen Gruppe, sich auf wirklich globaler Ebene behaupten zu können», sagt Natarajan Chandrasekaran, Vorstandsvorsitzender von Tata Motors. Von Vorteil sind für Chandrasekaran die beiden strategischen Heimatmärkte (Indien, Europa). Darin kommt zum Tragen, dass die Unternehmen ein komplementäres Produktportfolio besitzen und keine nennenswerten Überschneidungen in der industriellen Struktur oder der geografischen Präsenz aufweisen. In der gemeinsamen Erklärung bekennt sich Tata zur strategischen Ausrichtung von Iveco, was insbesondere für Mitarbeitende, aber auch Lieferanten und Kunden eine positive Ankündigung ist. Entsprechend sollen die industriellen Strukturen und das Personal beider Firmen unverändert weitergeführt werden. «Die Zukunftsaussichten der neuen Gruppe sind sehr positiv», sagt auch Suzanne Heywood, Vorsitzende der Iveco Group, «insbesondere im Hinblick auf die Beschäftigungssicherheit und den Erhalt der industriellen Präsenz der gesamten Iveco Group.» Girish Wagh, leitender Direktor von Tata Motors, bezeichnet die Verbindung als «strategischen Meilenstein». Die Partnerschaft bekräftigt laut Wagh auch das Engagement für nachhaltige Transportlösungen: «Gemeinsam gestalten wir ein widerstandsfähiges und agiles Unternehmen, das bereit ist, den Wandel aktiv anzuführen.» Und für Olof Persson, CEO der Iveco Group, erschliesst der Zusammenschluss mit Tata Motors neues Potenzial, um die industriellen Fähigkeiten weiter zu verbes-
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