21 Nr. 7 | 2025 FAHRZEUGE UND TECHNIK Die E-Trucks von MAN – hier ein eTGX – sind mit bis zu 500 Kilometern Reichweite auch für längere Strecken einsetzbar. Das übersichtliche digitale Cockpit glänzt mit logischer Bedienung, u.a. dank griffgünstigem Dreh-Drück-Schalter «SmartSelect». Startschuss für die Serienproduktion der MAN E-Trucks in München (v.l.): MAN-Produktionsvorstand Michael Kobriger, Manfred Weber (EU-Parlamentarier) und MAN-CEO Alexander Vlaskamp. An den Platz des Dieselmotors kommen zwei Batteriepakete. Nachdem die ersten E-Trucks von MAN auf einer speziellen Linie gefertigt wurden, hat das Werk in München mit der Serienfertigung von eTGX und eTGS begonnen. Dabei hat MAN auf höchste Flexibilität gesetzt und produziert auf der gleichen Montagelinie sowohl Diesel- als auch Elektro-Lkw. Wie Michael Kobriger, Vorstand Produktion und Logistik, gegenüber der Jury von Truck of the Year erklärt, können so selbst ohne genaue Prognosen die Kundenbedürfnisse am besten berücksichtigt werden. «Eine der Herausforderungen dabei war die Anzahl Bauteile, welche montiert werden», so Kobriger. «Beim Elektro-Lkw sind es rund 30 Prozent mehr Teile als beim Diesel.» Entsprechend wird die Vorabmontage von Komponenten noch viel wichtiger. Zugleich nutzen Diesel- und BEV-Modelle sehr viele Gleichteile, was die gemeinsame Produktionslinie überhaupt erst ermöglicht. Auch die Komplexität der Werkslogistik erreicht neue Höhen, da mit den vielen Zusatzbauteilen des E-Trucks viel mehr Teile Bitte umblättern Eine Linie für «E» und «D» ins Werk fliessen als je zuvor. Kobriger: «Wir produzieren mit dieser sehr viel höheren Teilezahl jedoch gleich viele oder gar weniger Lastwagen als bisher.» Deshalb kommt dem Just-in-Time eine nochmals grössere Bedeutung zu, um zu verhindern, dass sich in den Werkshallen die Teile stapeln. Für die Anpassungen der Produktion an die Elektro-Trucks investiert MAN im laufenden Jahrzehnt rund eine Milliarde Euro. In München arbeitet MAN aktuell in zwei Schichten, mit maximal 50 Fahrzeugen pro Schicht, es resultieren also 100 Trucks pro Tag. Gemäss Kobriger kann der E-Anteil zwischen 0 und 100 Prozent variieren, je nach Nachfrage. Ohne weitere Investitionen kann die Kapazität auf 65 Fahrzeuge pro Schicht erhöht werden, respektive auf 130 pro Tag. Die schweren E-Lkw werden vorerst im Werk München bleiben, aber die Produktionstechnik wird auch aufs Werk Niepolomice in Polen ausgerollt, wo aber weiterhin vor allem die leichten und mittelschweren Trucks von den Bändern rollen. Martin Schatzmann 2-Gang- oder 4-Gang-Getriebe kombiniert. MAN setzt dabei auf Zentralmotor und Kurbelwelle, was Synergien mit den Verbrennern bei der Teilebereitstellung und der Fahrzeugproduktion mit sich bringt. Per Drehrad im rechten Lenkstockhebel werden die vier Fahrmodi angewählt, die dreistufige Rekuperation wird – ähnlich von Motorbremse und Retarder beim Diesel – ebenfalls über den rechten Lenkstockhebel bedient. Dabei wird in der stärksten Rekuperationsstufe das sogenannte One-PedalDrive ermöglicht. Die vier Fahrmodi heissen ähnlich wie beim Diesel: – Efficiency (Normalmodus) – Power – Manoeuvre (Manövrieren; optional) und – Range (Reichweite). Da in «Range» für eine maximale Reichweite die Leistung und das Drehmoment begrenzt werden, empfiehlt MAN dessen Verwendung vor allem im Stadtverkehr und bei geringem Gewicht. Tatsächlich ist die Leistungsbegrenzung unterwegs spürbar, wirkt aber grundsätzlich kaum störend; wir sehen «Range» tatsächlich als guten Modus im niedrigeren Tempobereich von Stadt und Agglomeration. Auch auf der Langstrecke ist wenig am Einsatz von «Range» zu kritisieren, lediglich beim Auffahren auf eine Schnellstrasse oder
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