Ausgabe Nr. 7/2025

22 FAHRZEUGE UND TECHNIK SMART CHARGING CUBE Stromengpass für Ladesäulen überlisten Eine würfelförmige Schnellladestation mit integriertem Stromspeicher – der Smart Charging Cube ist ein neues Angebot, das MAN in seine Beratungs- und Realisierungssparte für E-Nutzfahrzeuge (Lkw und Bus) aufgenommen hat. Der integrierte Batteriespeicher lässt sich mit minimalsten Anforderungen an einem Netzanschluss aufladen, was dann von Vorteil ist, wenn der Netzbetreiber den sonst für Schnellladelösungen nötige Strom nicht an den gewünschten Standort ziehen kann oder die Realisierung noch längere Zeit in Anspruch nimmt. An den Ladewürfel, der auch mit Solarstrom gespiesen werden kann, können ein bis vier Ladesäulen mit einer maximalen Ladeleistung von 400 kW angeschlossen werden. Der Smart Charging Cube kann gekauft, geleast oder gemietet werden, wobei die Speicherkapazität zwischen 500 und 1100 kWh wählbar ist. Es sind zudem keine Erdarbeiten notwendig, so dass ein Ladewürfel relativ einfach von einem Einsatzort zum nächsten transportiert werden kann. MAN kooperiert hierbei mit AW Automotive, die das Ladewürfel-Konzept erstmals mit Audi lanciert hatten. Neben dem Vorteil des einfachen Netzanschlusses (32 A bis 630 A) und der Möglichkeit zur Einspeisung von eigenem Solarstrom sind mit dem Smart Charging Cube auch andere interessante Ladeeigenschaften umsetzbar. So kann er fürs sogenannte Peak Shaving, für den dynamischen Strombezug oder für bidirektionales Laden genutzt werden. Martin Schatzmann Die feinfühlige Kraftentfaltung von Elektromotoren erleichtert das Fahren mit dem E-Truck auf rutschigem Untergrund. Mit dem eTGL schliesst MAN die Lücke unterhalb von 18 Tonnen und deckt somit das ganze E-Lkw-Spektrum von 12 bis 50 Tonnen ab. eine Autobahn empfiehlt sich vorübergehend «Efficiency», um den Lkw besser in den Verkehrsfluss integrieren zu können. Kick-down ist in «Range» deaktiviert und die Umstellung muss am Lenkstockhebel manuell erfolgen. Durch das Spiel mit Fahrmodi und Rekuperationsstufen lässt sich wie beim Diesel der Energieverbrauch im Elektro-Lastwagen bewusst verringern, wobei die Erfahrung aus Erprobung und von frühen Nutzern zeigt, dass auch beim E-Truck lange Rollphasen genauso wichtig sind wie die Rekuperation. Die gleichmässigere Kraftentfaltung eines E-Antriebes macht nicht nur das Anfahren oder die Zwischenbeschleunigung angenehmer, sie birgt auch Vorteile auf lockerem Untergrund. So kann in den meisten Fällen auch auf den Manövermodus verzichtet werden, ausser wenn das Fahrzeug beispielsweise regelmässig im Baustelleneinsatz steht. Übrigens ist bei MAN auch die Aussensonnenblende zurück. In Kombination mit den schmalen Armen der Spiegelkameras und aerodynamischem Feinschliff an der Blende selbst wurde der bisherige Negativeffekt auf die Luftströmung auf ein Minimum reduziert. Selbst im deutlich leiseren Kabineninnern der E-Trucks sind von der Blende keine Windgeräusche festzustellen. Entspannung, auch beim Laden Die MAN-eigene Ladekarte Charge&Go bietet den Zugang zu europaweit aktuell gut 700 öffentlichen Ladestationen, die – von MAN überprüft – von der Ladeleistung und von den räumlichen Gegebenheiten auch für Lkw und Busse tauglich sind. Bis Ende des Jahres soll die Zahl bereits die 1000 überschreiten. Ein Teil dieser Ladeorte liegt übrigens direkt bei MAN-Werkstätten (auch für Fremdmarken zugänglich). Zugleich sorgt MAN dafür, dass bei Problemen an Ladesäulen unterwegs auch ernsthaft unterstützt wird. Dazu wurde die Support-Hotline MAN Mobile 24 um Spezialisten erweitert, die im Umgang mit Ladesäulen und mit Kommunikationsschwierigkeiten von Säule und Lkw auch geschult sind. ■

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx