Ausgabe Nr. 8/2025

8 Es kam überraschend: Am 8. September 2025 gab die CST AG bekannt, ihren ursprünglichen Plan eines unterirdischen Gütersystems vorläufig nicht weiterzuverfolgen. Dabei hatte der Bundesrat erst im Frühling den ersten Sachplan «Verkehr, Teil unterirdischer Gütertransport» genehmigt. Damit waren die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen erstmals festgelegt – ein Meilenstein für das Projekt und ein Schritt hin zu mehr Planungssicherheit. Doch wie die CST AG in ihrer Medienmitteilung erklärt, kamen Geschäftsleitung und Verwaltungsrat bereits im Frühjahr zum Schluss: Die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen reichen nicht aus, um die nötige private Finanzierung für die milliardenteure Bauphase verlässlich abzusichern. Auch die Unterstützung durch Bund, KanDiesen Frühling schien der Weg für das visionäre Projekt «Cargo sous terrain» (CST) geebnet – der Bundesrat hatte die Rahmenbedingungen für das Vorhaben festgelegt. Doch nun tritt die CST AG auf die Bremse. Ist das Projekt damit gescheitert? TEXT: FABIENNE REINHARD FOTOS: CST Cargo sous terrain baut Stellen ab Aus der Traum vom unterirdischen Gütertransport? tone und Gemeinden sei nach wie vor unzureichend. Über zehn Mitarbeitende betroffen Der CST AG fehlen die Mittel, um die Organisation mit dem bisherigen Fokus weiterzuführen. Daran konnte auch der geplante Wechsel von selbstfahrenden Tunnelfahrzeugen auf ein kostengünstigeres Seilbahnsystem nichts ändern. Das hat gravierende Folgen für die Mitarbeitenden: Mehr als zehn Stellen sollen abgebaut werden. Um welche es sich handelt, wird sich nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahren zeigen. «Die CST AG hat die aktuelle Situation analysiert und die unternehmerisch richtigen Schlüsse daraus gezogen», ist Patrik Aellig, Mediensprecher der CST AG, überzeugt. Das visionäre Projekt sei nur mit einer stabilen Partnerschaft mit Bund, Kantonen und Städten realisierbar. Alle Verkehrsträger müssten im Gesamtsystem ihren optimalen Beitrag leisten können. «In einem Innovationsprojekt betritt man immer Neuland», so Aellig weiter. Man wolle nun gemeinsam mit öffentlichen Akteuren prüfen, ob und wie der politische Wille für privat finanzierte Infrastrukturprojekte vorhanden sei. «Das braucht mehr Zeit und mehr Dialog als ursprünglich angenommen. Nur mit einem klaren politischen Willen können die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.» Diese seien wiederum entscheidend für Investoren – sie brauchen Sicherheit. Neuer Fokus: Citylogistik Anstatt das Projekt ganz zu begraben, will die CST AG das eingebrachte Kapital im InSo sahen die Pläne für das unterirdische Gütertransportsystem aus.

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