16 Auf der ersten Demofahrt kurvt Artour durch die enge Altstadt und ums historische Rathaus von Arbon, im Hintergrund der markante Turm der katholischen Kirche. Arbon, die ursprüngliche Heimat der SaurerNutzfahrzeuge, bleibt bis heute eine Stadt der automobilen Innovation. Das ist sicher einmal den Ingenieuren der FPT Motorenforschung geschuldet, die – in Arbon angesiedelt – einen wesentlichen Beitrag an die moderne Antriebstechnologie des Mutterkonzerns Iveco beisteuern. Und da macht jüngst die Technische Gesellschaft Arbon TGA von sich reden. Zum 100-Jahr-Jubiläum Anfang 2019 wollten die Mitglieder nicht nur zurückblicken und haben deshalb beschlossen, zukunftsorientiert ein Projekt für einen automatisierten Linienbus in Angriff zu nehmen, den SCCL, den Self-Controlled City Liner. Mitte August waren die Technik und der gesetzliche Rahmen bereit, um mit Mit Blick auf den Fachkräftemangel auch im ÖV geht man in Arbon neue Wege. Angestossen durch die Technische Gesellschaft Arbon TGA ist jetzt das Pilotprojekt «Artour» gestartet, mit einer neuen Altstadtlinie und einem autonom fahrenden Bus. Artour tourt bald allein durch Arbons Altstadt TEXT UND FOTO: MARTIN SCHATZMANN dem autonomen Bus und geladenen Gästen erstmals im Verkehr unterwegs zu sein. Bis zum eigentlichen Ziel, wo der Bus komplett unbegleitet fahren wird und nur noch vom Steuerstand im Busdepot fernbetreut wird, sind wir aber im besten Fall noch weitere drei Jahre entfernt (siehe Kasten). Die neu geschaffene Altstadtlinie verbindet den Bahnhof Arbon via Altstadt mit dem Strandbad/Seeparksaal. Alle neun Haltestellen auf der 2,5 km langen Rundstrecke sind barrierefrei gestaltet. Der Bus ist dabei die ganze Zeit in Tempo-30-Zonen unterwegs, weshalb eine komplette Runde zwischen 20 und 25 Minuten dauern wird. Ist ein Teil der Strasse wegen einer Veranstaltung nicht befahrbar, kann der Bus auf fünf alternative Routen ausweichen. Während der drei Jahre dauernden Projektphase wird stets ein Sicherheitsfahrer im Bus mitfahren, doch danach soll nur noch fernüberwacht werden. So soll es künftig möglich sein, dass mehrere Busse von nur einem Teleoperateur aus dem Busdepot betreut werden. Projekt mit Zukunft Der Name Artour war für den Elektrobus im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs in Arbon auserkoren worden. Beim Fahrzeug handelt es sich um den rund 8,3 m langen e-ATAK der türkischen Marke Karsan, der mit 20 Sitzplätzen und einer möglichen Passagierkapazität von 50 Personen aufwartet. Vorerst dürfen Passagiere jedoch nur sitzend
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