Ausgabe Nr. 8/2025

27 Nr. 8 | 2025 VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Das Nissan-Werk im nordenglischen Sunderland hat einen Ladepark in Betrieb genommen, um die täglich bis zu 60 E-Truck-Lieferungen zum und vom Werk zu ermöglichen. Seit 2024 werden DAF-E-Trucks beim Werk Regensburg eingesetzt, seit diesem Sommer verbindet der MAN eTGX als Ultra-Low-Liner ohne Zwischenladen Regensburg mit Leipzig (360 km). BMW entwickelt selbst H2-Fahrzeuge (rechts). Mit dem Iveco S-eWay FCEV (Brennstoffzelle) verbindet BMW neu die 300 km auseinanderliegenden Werke in Nürnberg und Leipzig. BMW WERK REGENSBURG Von Batterie auf Brennstoffzelle Während BMW in der externen Werkslogistik einen technologieoffenen Ansatz wählt, steht in der internen Logistik ein grundsätzlicher Wechsel an. So stellt BMW in seinem Werk in Regensburg seine Produktionslogistik im kommenden Jahr auf Wasserstoff um. Mit anderen Worten, Regensburg wechselt bei den Flurförderfahrzeugen wie Gabelstaplern und Routenzügen vom Batteriespeicher auf die Brennstoffzelle. Die nötige Tankinfrastruktur wird aktuell erstellt. Dies geschieht nicht nur, um einen grösseren Energiemix im Werk zu erhalten, sondern vor allem auch, um die Logistikprozesse zu optimieren und Fläche zu sparen. Bei den aktuell eingesetzten Flurförderfahrzeugen muss die Batterie pro Schicht zwei Mal gewechselt werden, was jeweils rund eine Viertelstunde Zeit in Anspruch nimmt und relativ viel Platz beansprucht. Mit dem Wechsel auf Wasserstoff entfallen diese Punkte. Auch benötigen die dezentralen H2-Tankstellen viel weniger Platz, als bisher für Batteriewechsel und -lagerung nötig war. Und die Betankung mit Wasserstoff braucht nur noch ähnlich wenig Zeit wie bei herkömmlichen Treibstoffen. Martin Schatzmann Nissan, dass über 2,4 Mio. Kilometer CO2-frei zurückgelegt und dadurch rund 1500 Tonnen CO2 eingespart werden können. Renault Trucks Der Vorreiter in Sachen Elektrolastwagen hat erste Schritte unternommen, um seine Logistik zu dekarbonisieren. Seit rund einem Jahr erfolgt die Lieferung der Achsen ans Werk in Bourg-en-Bresse, wo die schweren Modelle gebaut werden, per E-Truck. Bis 2030 will Renault Trucks in seiner gesamten Logistikleistung in Europa fossilfrei werden. Um die in Lyon gefertigten Achsen ins rund 90 km entfernte Bourg-en-Bresse zu bringen, legen fünf bis sieben Lastwagen zwei Mal täglich die Strecke zurück. Allerdings übersteigen diese zwei Mal mit 180 km die Reichweite der LKWs, weshalb die Fahrten ein Zwischenladen benötigen. Renault Trucks hat für sein erstes eigenes Projekt seine ganzen, hochmodernen Tools benutzt, mit welchen auch die Kunden in der Umstellung auf Elektrolastwagen beraten werden. BMW Wie bei seinen Fahrzeugen beschränkt sich der Hersteller aus München nicht auf eine einzige Alternativantriebstechnologie. So verkauft BMW zwar in grossen Stückzahlen Elektromobile, entwickelt aber auch auf der Schiene von Wasserstoff-Brennstoffzelle weiter. Und in der Logistik gelangen seit vergangenem Jahr erste batterieelektrische Lastwagen von DAF zum Einsatz, doch kamen vor Kurzem zwei Brennstoffzellen-Trucks von Iveco dazu, welche bis zu 800 km Reichweite aufweisen und daher die längeren Zulieferstrecken abdecken können. Die Iveco werden zwischen Nürnberg und Leipzig eingesetzt, wobei an beiden Orten je eine WasserstoffTankstelle neu erbaut wurde. Wasserstoff spielt übrigens auch in der Fertigungslogistik von BMW eine zunehmend wichtige Rolle (vgl. Kasten). Gleichwohl baut BMW die Elektro-Lkw- Logistik weiter aus, unter anderem mit neuen Elektrolastwagen von MAN auf der Strecke Regensburg–Leipzig (360 km). Würde nur ein Logistiker auf dieser Strecke für BMW komplett auf Elektro umsteigen, könnte sich jährlich ein CO2-Ausstoss von bis zu 3000 Tonnen verhindern lassen. ■

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