Mehr Volumen – Hupac trotzt schwachem Umfeld

Verkehr und Infrastruktur Ausgabe-05-2026

Die Hupac AG, eine im alpenquerenden Güterverkehr auf dem Schienenweg tätige Schweizer Unternehmensgruppe, hat ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 präsentiert. Zwar transportierte sie im kombinierten Verkehr mehr Güter, der Gewinn sank aber deutlich. Dennoch resultierten schwarze Zahlen.

Hupac hat im Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen schwarze Zahlen geschrieben. Der Gewinn sank jedoch deutlich: Unter dem Strich verblieb ein Überschuss von 3,5 Millionen Franken nach 9,4 Millionen im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die transportierten Mengen im kombinierten Verkehr um 4,3 Prozent auf rund 975 000 Strassensendungen beziehungsweise 1,85 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit). Bemerkenswert: Besonders im alpenquerenden Verkehr durch die Schweiz konnte das Unternehmen zulegen, obwohl in diesem Bereich die Schiene insgesamt verliert. Hupac erhöhte das Volumen aber um 4,5 Prozent auf rund 560 000 Sendungen. Wachstum brachte unter anderem die Übernahme zusätzlicher Verkehre auf der Achse Belgien–Italien. Auch auf den weniger bedeutenden Routen via Frankreich und Österreich legte Hupac zu.

Höhere Kosten

Trotz steigender Transportmengen bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Der Umsatz erhöhte sich zwar um 3,1 Prozent auf 646 Millionen Franken, doch höhere Kosten und Währungseffekte belasteten die Rentabilität, wie Hupac an der Jahresbilanzkonferenz mitteilte. Die EBIT-Marge lag noch bei 1,9 Prozent.

Baustellen sind ein Problem

Als grösstes Problem bezeichnet Hupac die anhaltenden Baustellen im europäischen Schienennetz. Streckensperrungen und Umleitungen hätten die Leistungsfähigkeit des Schienengüterverkehrs massiv beeinträchtigt. Das Unternehmen warnt davor, dass sich die Situation in den kommenden zwei Jahren mit weiteren Grossbaustellen auf dem Nord-Süd-Korridor noch verschärfen könnte.

Neue Transportkonzepte

Der Rückgang des kombinierten Verkehrs im Alpenraum bereitet der Branche zunehmend Sorgen. Laut Hupac ist das Volumen des alpenquerenden kombinierten Verkehrs seit 2022 um elf Prozent gesunken, während der Strassentransport im gleichen Zeitraum um vier Prozent zulegte. Mit dem Ende der sogenannten «Rollenden Landstrasse» Ende 2025 dürfte sich dieser Trend vorerst fortsetzen. Um die Auswirkungen der Infrastrukturprobleme abzufedern, setzt Hupac auf neue Transportkonzepte. Mit dem Projekt «RadicalShift2Rail» bündelt das Unternehmen Verkehrsströme stärker auf wenige grosse Terminals und verbindet diese mit häufig verkehrenden Shuttle-Zügen. Erste Verbindungen zwischen Köln Nord und Busto Arsizio sowie Ludwigshafen und Busto Arsizio wurden Ende 2025 eingeführt. Laut Hupac verbesserten sich dadurch Pünktlichkeit und Stabilität der Transporte bereits nach wenigen Monaten.

Neues Terminal in Italien

Parallel investiert die Gruppe weiter in ihre Infrastruktur. In Piacenza wurde 2025 ein neues Terminal in Betrieb genommen, in Milano Smistamento ist eine weitere Anlage für 2027 geplant. Anfang 2026 eröffnete zudem das Terminal Barcelona Combiconnect, mit dem die Iberische Halbinsel stärker an das europäische Intermodalnetz angebunden werden soll.

Vorsichtiger Ausblick

Politisch sieht sich Hupac durch den Entscheid des Schweizer Parlaments gestärkt, die Betriebsbeiträge für den alpenquerenden kombinierten Verkehr über 2030 hinaus zu verlängern. Das Unternehmen spricht von einem wichtigen Signal für die Investitionssicherheit.

Für 2026 bleibt der Ausblick vorsichtig. Hupac verweist auf geopolitische Unsicherheiten und mögliche Folgen einer weltweiten Konjunkturabschwächung. Eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen erwartet das Unternehmen erst ab 2029, wenn zentrale Bauarbeiten auf dem Rhein-Alpen-Korridor abgeschlossen sein sollen.

Text: Daniel von Känel, Fotos: HUPAC