Wieder im Einsatz – Astra Bridge im Baselbiet

Verkehr und Infrastruktur Ausgabe-06-2026

Oben fliesst der Verkehr, darunter bauen Arbeiter einen neuen Belag ein: Die Astra Bridge steht jetzt bei Arisdorf (BL).

Die mobile Baustellenbrücke des Astra steht wieder auf einer Autobahn. Diesmal ist es die A2 bei Arisdorf im Kanton Baselland, auf der der Verkehr mit der Astra Bridge trotz Baustelle möglichst flüssig gehalten wird. Nicht alle Abschnitte können mit der Brücke bewältigt werden; Steigung und Kurvenradien ähneln dort nämlich einer Gebirgsautobahn.

Die A2 erhält zwischen Arisdorf und Giebenach einen neuen, leiseren Belag. Dieser wird eingebaut, während über den Bauarbeitern der Verkehr fliesst. Für dieses Vorhaben kommt nämlich die Astra Bridge zum Einsatz. Sie wurde bereits zweimal auf der A1 eingesetzt. Bei der Premiere musste sie früher als geplant abgebaut und überarbeitet werden, weil die Winkel der Rampen zu steil waren. Vor allem Chauffeusen und Chauffeure hatten das zu spüren bekommen; es schüttelte sie in der Kabine durch.

Das zweite Mal lief es dann wesentlich besser. Der Verkehr lief flüssig. Wenn es Stau gab auf dem ohnehin sehr stark befahrenen Abschnitt im Kanton Solothurn, war es nicht wegen der Astra Bridge. Dies zeigte das sehr umfangreiche Verkehrsmonitoring, das gemacht worden ist.

Satellitendaten für Manöver

Trotz der guten Erfahrungen nahm das Astra einige Verbesserungen an der Astra Bridge vor. So wurde das bisherige, fehleranfällige GPS-System durch das SWIPOS-System ersetzt. Ein Positionierungssystem braucht es, um die Brücke zu manövrieren. Bisher gab es immer wieder Unterbrüche, weil die Verbindung zu Satelliten bereits durch Schallschutzwände unterbrochen werden konnte. SWIPOS verbreitet die Satellitendaten über ein terrestrisches System mit vielen Antennen, das für eine durchgehende Abdeckung sorgt. Zudem wurden mehr als 300 Stecker ersetzt, um eine unterbruchsfreie Strom- und Datenversorgung zu gewährleisten. Das ist essenziell für die Steuerung der Astra Bridge. Dieser kann der Betrieb mechanisch nichts anhaben. Die ersten Einsätze haben gezeigt, dass sie ausser normalem Verschleiss keine Schäden aufweist, obwohl sie auch den Schwerverkehr tragen muss.

Die Astra Bridge gilt auch als die längste Baumaschine der Welt. Trotz ihrer Länge von 260 Metern kann sie dank ihrer Konstruktion mit 180 Rädern Kurven bewältigen. Die A2 ist im Baselbiet wegen der vielen Kurven und Steigungen fast eine Gebirgsautobahn. Radien von 900 Metern kann sie bewältigen, enger gehts wegen der Geometrie nicht. Deshalb wird es mehrere Baustellen geben, die konventionell ausgeführt werden. Dafür sind Nachtsperrungen nötig. Diese braucht es nicht, wenn die Astra Bridge verwendet wird; ein grosser Vorteil dieser Konstruktion.

Von der Einfahrt Arisdorf verschiebt sich die 260 Meter lange Brücke nun in 24 Etappen in Richtung Basel. Vor Giebenach wechselt sie auf die Fahrbahn Richtung Mittelland. Danach fährt sie wieder zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt wird der Belag auf einer Länge von fünf Kilometern erneuert. Nächstes Jahr wird die Astra Bridge im Limmattal zwischen Neuenhof (AG) und Dietikon (ZH) eingesetzt.

Text und Fotos: Daniel von Känel