Ausgabe Nr. 1/2026

11 Nr. 1 | 2026 TITELSTORY Für die E-Lastwagen wurde ein gut gekennzeichneter Ladebereich eingerichtet. Andere Fahrzeuge haben in dieser Zone nichts zu suchen. Stefan Leyers (6.v.r.), Teamleiter Fahrzeugmanagement Emmi Schweiz AG, sowie Chauffeusen und Chauffeure, die mit den neuen Mercedes-Benz eActros 600 unterwegs sind. Der Inbetriebnahme diesen Sommer ging eine grosse Vorarbeit bezüglich Infrastruktur voraus. «Wir waren ab Anfang 2023 mit ersten E-Lkw elektrisch unterwegs», sagt Stefan Leyers. «Doch wenn die Flotte wächst, muss auch die Infrastruktur mitwachsen.» So hat man jetzt nicht nur 10 neue eActros, sondern auch an allen Standorten in Emmen, Suhr und Ostermundigen je acht Ladestationen. Diese mit genügend Strom zu versorgen, ist nicht einfach. Ein Vorteil, den Emmi hatte: Dank der Kühlinfrastruktur gibt es bereits eine Versorgung mit der benötigten Mittelspannung. Dennoch muss der Strom noch mit neuen Leitungen zu den Stationen gebracht sowie die Parkfelder bei den Ladesäulen markiert werden. Und: «Das Lastmanagement wird anspruchsvoller, je mehr E-Fahrzeuge man hat», sagt Leyers. Im Alltag bewährt Wichtig ist natürlich, wie sich die neuen eActros im täglichen Geschäft bewähren. «Es klappt sehr gut», hält Stefan Leyers fest. Reichweitenangst gebe es nicht. Man spüre zwar den üblichen Einfluss von tiefen Temperaturen, dennoch reiche es immer. Die Batterien des E-Lkw könne man tiefer entladen als beim PW. Für die Chauffeure bedeute der Wechsel auf E-Fahrzeuge eine Umstellung. Auch routinierte Fahrer, die das Navi nur selten gebraucht hätten, seien jetzt darauf angewiesen. «Das Navi hat man jetzt nicht nur wegen des Wegs, sondern auch wegen der Reichweite», erklärt Leyers. Und: «Man sieht dann auch gleich, wo man zwischenladen könnte, sollte es mit der Reichweite doch einmal zu eng werden.» Das Plus an Komfort wegen des ruhigen Antriebs und die elektrotypische Kraftentwicklung mit dem hervorragenden Drehmoment aus dem Stand loben ohnehin die meisten Chauffeure, die sich schon hinter das Steuer eines E-Lkw gesetzt haben. Auch wenn es laut Stefan Leyers politisch noch einige Schritte braucht, um Planungssicherheit zu schaffen, wird Emmi die Flotte weiter elektrifizieren. «Die nächsten eActros haben wir bereits bestellt», verrät er. Zusammen mit den bisherigen E-Lastwagen und den H2-Lastwagen seien dann 30 Prozent der Schweizer Emmi-Flotte unter Strom. ■

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