Ausgabe Nr. 1/2026

6 VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Die Kalotte, der obere Drittel des Tunnelquerschnitts, wird beim Kalottenvortrieb zuerst ausgebrochen. Nach rund 190 Metern war Schluss. Die Tunnelbohrmaschine (TBM), die im Juni 2025 beim Südportal der künftigen zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels gestartet war, traf auf stark zerklüftete, teilweise instabile Gesteinsverhältnisse. Dieses geologische Problem stoppte den Vortrieb mit der TBM. Denn: Eine Fortsetzung hätte das Risiko eines Stillstands oder einer Beschädigung der Maschine bedeutet. Dies wollten die Verantwortlichen nicht eingehen. Warnungen irgnoriert Hinweise auf diese schwierigen geologischen Verhältnisse hat es offenbar gegeben. Ein Bericht der «Rundschau» von SRF berief sich auf interne Dokumente. Diese zeigten, dass die Baufirma bereits Mitte Juni vor «äusserst kritischen Bedingungen» gewarnt hatte. Auf Anweisung des ASTRA sei aber weitergebohrt worden. Die TBM geriet danach mehrfach ins Stocken und wurde schliesslich im brüchigen Gestein blockiert. Der Vortrieb im Süden findet seither entgegen der Planung im Sprengvortrieb statt. An der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels wird fleissig gebaut; allerdings nicht ganz so wie ursprünglich geplant. Das ASTRA informierte kürzlich, wie es um den Vortrieb im Süden durch ein geologisch heikles Gebiet steht. Demnach sind die Sprengarbeiten bald abgeschlossen und die Tunnelbohrmaschine kommt wieder zum Zug. TEXT: DANIEL VON KÄNEL FOTOS: ASTRA Sprengen im Süden Die TBM (oben) steht im Süden still. Es muss gesprengt werden.

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