5 Nr. 2 | 2026 WEITERBILDUNG In der Migros-Genossenschaft Ostschweiz leitet Daniel Balmer die Transportlogistik, ist damit für die Fahrzeugbeschaffung und die Fahrausbildung zuständig. Auf die Idee der Simulatoren für die Ausbildung ist Balmer bei der Mitarbeit an einer HSG-Studie des Instituts für Logistikmanagement gekommen, in welcher die Wirksamkeit von Simulatoren untersucht worden ist. Er ist heute davon überzeugt, vor zehn Jahren mit der Integration der damals noch neuen Technologie den richtigen Schritt getan zu haben. Noch wird «in Schweden» geübt In einem schlichten Raum untergebracht, umfasst das System einen eher rudimentären Fahrerplatz mit nur den nötigsten Bedienelementen und drei grossen Bildschirmen. Auf Letzteren wird die Szenerie der Simulation dargestellt. Auch die inzwischen zweite Generation des aus Berlin kommenden Systems nutzt eine in Schweden entwickelte Software, was sich unter anderem in den typisch schwedischen Landschaften und Ortschaften der synthetischen Bilder widerspiegelt. «Hier ist die Entwicklung recht rasant und ich gehe davon aus, dass in ein, zwei Jahren die Darstellung aus realen Bildern besteht und wir dann auch unser eigenes Einzugsgebiet darstellen können», sagt Daniel Balmer. Simulatoren sind bei der Migros Ostschweiz Bestandteil der Fahrausbildung und werden für Lernende und Quereinsteiger genutzt. TEXT UND FOTOS: MARTIN SCHATZMANN Simulatoren als Lernunterstützung Migros Ostschweiz «simuliert» seit zehn Jahren in der Fahrausbildung Genutzt wird der Simulator in der Lehrlingsausbildung und für Lkw-Quereinsteigende. Alle zwei Wochen kommen Lernende und Fahrschüler der Migros-Genossenschaften Ostschweiz, Zürich und Suhr – darunter fallen neben Mitarbeitenden der Migros auch Fahrerinnen und Fahrer der Migrolino-Flotte –, um sich kombiniert mit Lkw-Theorie und Simulator auf die Prüfung und den Fahreinsatz vorzubereiten. Sauber und kostengünstig Daniel Balmer sieht den Simulator als Teil einer effizienten, guten Ausbildung. Denn der Simulator hilft, die Kosten der Fahrausbildung niedriger zu halten und die Nachhaltigkeit der Aus- und Weiterbildung des Fahrpersonals zu erhöhen. So werden Manöver und Fahrsituationen im Simulator intensiv geübt, bevor überhaupt ein erstes Mal der Motor gestartet wird. Und durch ständiges Wiederholen lassen sich schwierige Manöver ohne Gefahr von Beschädigung an Fahrzeug und Infrastruktur erlernen. Die inzwischen zehn Jahre Simulatorerfahrung zeigen gemäss Balmer, dass Lkw-Neulenker mit Simulator-Zusatz früher prüfungsbereit sind als solche, die «nur» am realen Fahrzeug üben. «Den grössten Lerneffekt stellen wir im Anhängerbetrieb fest», sagt Daniel Balmer. Es lassen sich im Simulator auch falsch erlernte Abläufe abtrainieren und gefahrlos einmal fahrdynamische Grenzerfahrungen machen. Und wie überall gilt «dranbleiben!», damit der Lerneffekt bleibt und nicht gleich wieder verpufft. ■ Daniel Balmer ist die treibende Kraft hinter den Simulatoren in der Fahrausbildung bei Migros. Auch bei Simulatoren gilt «dranbleiben», damit der Lerneffekt bleibt. Balmer rechnet, dass es sich in ein, zwei Jahren durchs eigene Einzugsgebiet «simulieren» lässt.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx