Ausgabe Nr. 2/2026

6 SERIE «JUNGE CHAUFFEURE» Lukas Kälin beliefert mit dem Tankfahrzeug zahlreiche Kunden. Hier ist er in Brig (VS) bei der Postgarage und überwacht die Literanzeige beim Tankvorgang. Rüti bei Büren im Kanton Bern, kurz vor fünf Uhr morgens. Auf dem Areal der Firma Thommen-Furler AG ist schon einiges los. Am Vortag beladene Tankwagen stehen bereit. Einer davon ist jener von Lukas Kälin. Der 23-Jährige fährt heute einen Stoff zu den Kunden, der Dieselmotoren sauberer macht: AdBlue. Nach dem Rundgang für die Abfahrtskontrolle fährt er los. «Wir haben 25 t AdBlue geladen», sagt er. «AdBlue ist etwas schwerer als Wasser, wir haben also rund 20 000 Liter dabei.» Sie verteilen sich auf zwei Kammern. Gerne früh unterwegs Auf der Strasse ist noch nicht viel los. «Ich geniesse es, wenn ich schon vor der Rushhour unterwegs bin», sagt Lukas Kälin. Auch wenn das Verkehrsaufkommen mittlerweile schon früh grösser wird, ist es noch angenehm am Steuer. Vorsicht ist natürlich immer geboten, besonders an diesem Morgen. Im Kanton Freiburg, wo sich das erste Ziel dieser Tour befindet, beginnt es, grosse Flocken zu schneien. Als Chauffeur ist man ziemlich selbstständig. Das schätzt auch der junge Chauffeur Lukas Kälin, der bei der Thommen-Furler AG Tankwagen fährt. Je nach Ladung ist die Verantwortung bezüglich Sicherheit besonders gross. Wir haben ihn bei einer Tour mit AdBlue begleitet; kein gefährlicher Stoff, dafür umso wirkungsvoller. TEXT UND FOTOS: DANIEL VON KÄNEL Die ersten Räum- und Streufahrzeuge sind bereits unterwegs. Gleich zwei AdBlue-Tanks füllt er in Bulle auf. Einer befindet sich bei einer Tankstelle mit Shop. «Ich hoffe, dass es noch nicht zu viele Autos hat, damit ich den Lastwagen gut platzieren kann», sagt Lukas Kälin. Der Tank befindet sich nämlich bei den Zapfsäulen, und es sind jeweils einige, die vor der Arbeit noch tanken oder im Shop einen Kaffee oder ein Gipfeli holen wollen. Je nachdem, wie das Areal gestaltet ist, hat das lange Gefährt etwas besser oder eben weniger gut Platz. In Bulle gibt es aber keine Probleme: Bei der öffentlichen Tankstelle hat es wenige Autos, und die zweite ist auf einem Firmenareal, auf dem es noch ruhig ist. Das Befüllen dauert jeweils nur wenige Minuten, in der Regel sind es zwischen 2000 und 3000 Liter, die er loswird. Dass ein Tank wieder gefüllt werden muss, erfährt er unter anderem durch das Optitank-System von Thommen-Furler. Das Unternehmen sieht damit die Füllstände aus der Ferne, das System zeigt an, wenn Nachschub erforderlich wird. Schnupperlehre gab den Ausschlag Nach Bulle geht es weiter auf der Autobahn Richtung Süden. Der Lac Léman liegt noch im Dunkeln, doch noch bevor das Unterwallis erreicht ist, bricht der Tag an. Und: Der Schneefall hat längst aufgehört, sogar die Sonne zeigt sich. «Es ist ohnehin eine schöne Tour», sagt Lukas Kälin und lässt keinen Zweifel daran, dass ihm sein Beruf, der ihn durch verschiedene Gegenden und Landschaften führt, gefällt. Dass er diesen Beruf gelernt hat, kam nicht von ungefähr. «Mein Vater war Lastwagenfahrer im Militär, zudem war er regelmässig als Aushilfsfahrer für Senn Transport in Seewen (SZ) unterwegs», sagt Lukas Kälin, der zwar Berndeutsch spricht, aber in Einsiedeln im Kanton Schwyz aufgewachsen ist. Er habe zwar einige Schnupperlehren gemacht, aber bei jener als Strassentransportfachmann habe es ihm gleich den Ärmel reingezogen. Die Lehre machte er schliesslich bei Krummen Kerzers. «Ich konnte bei meinen Grosseltern in Murten wohnen und hatte deshalb Mit AdBlue ins Wallis Junger Chauffeur Lukas Kälin (23)

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