Ausgabe Nr. 3/2026

8 FAHRZEUGE UND TECHNIK Mit der Sattelzugmaschine 40-Tonnen-Testfahrt mit einem gefüllten Swiss-Kipper-Kiesanhänger. Nach 1992, dem Ende des Ford Cargo aus britischer Produktion, wurde es in unseren Gefilden lange sehr ruhig um Lastwagen der amerikanischen Marke. Erst das neue Modell F-Max, das 2018 enthüllt wurde, brachte wieder Schwung ins Thema. Treibende Kraft hinter dem F-Max war und ist Ford Otosan, ein Joint Venture der Ford Motor Company und der türkischen Gruppe Koç. Neben Lastwagen entwickelt und produziert Ford Otosan in der Türkei übrigens auch die erfolgreichen Lieferwagen Ford Transit und Tourneo. Mit dem F-Max hat Ford eine Sattelzugmaschine entwickelt, die über einer älteren, heute als F-Line produzierten Lkw-Reihe positioniert ist. Ford Otosan respektive Ford Trucks war bis zur F-Max-Lancierung kaum im westlichen Europa anzutreffen, unternimmt nun aber seither viel, um hier zur festen Grösse zu werden. 2019 wurden Portugal und Spanien die ersten westlichen Märkte mit offizieller Ford-Trucks-Vertretung, danach wuchs das Händler- und Servicenetz in West- und Zentraleuropa sukzessive an. 2024 war es auch in der Schweiz so weit: Für die Importaufgabe der Ford Trucks (und Ford Trucks gibt es noch nicht sehr lange offiziell in der Schweiz. Mit dem Flaggschiff F-Max hat Ford aber eine technisch wie preislich sehr attraktive Zugmaschine im Angebot. Wir befuhren mit ihr unsere Testrunde. Ford, die tun was Test Ford F-Max Gen2.0 TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: SCHATZMANN / FORD von BYD Trucks) hatte die bekannte Auto AG Group in Rothenburg die neue Geschäftseinheit BF Import AG gegründet. Viele Eigenentwicklungen Der 2018 vorgestellte F-Max war bereits mit sehr vielen, von Ford Otosan selbst entwickelten Komponenten versehen, wie Motor und Kabine. Der 500 PS leistende 12,7-lEcotorq-Reihensechszylinder war anfangs noch mit einem automatisierten 12-GangZF-Getriebe gekoppelt, heute nutzt Ford eine Getriebe-Eigenentwicklung, mit notabene 16 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge. Mit dem Fokus auf Eigenentwicklungen will Ford Trucks besser auf Kundenwünsche reagieren und diese flexibler umsetzen können. Dass Ford mit dem F-Max von Beginn weg eine solide Basis geschaffen hatte, belegt die Tatsache, dass der Truck 2018 auch uns von der Jury des International Truck of the Year IToY überzeugte. Leistungsfähigkeit, Sparsamkeit, Raum- und Fahrkomfort sowie die durchdachte Bedienung katapultierten den Ford F-Max im Herbst 2018 an die Spitze der Kandidaten für den IToY-Award 2019. Seither hat Ford den F-Max in verschiedenen Bereichen weiterentwickelt und er wird heute als F-Max Gen2.0 angeboten. Mit diesem Fahrzeug sind wir auf unsere Testroute, welche auf knapp 200 Kilometern entlang des Jura-Südfusses, durchs Berner Seeland und hinter die ersten Jura-Hügelzüge führt. Zeitgemäss modern Für den Gen2.0 hat Ford unterschiedlichste Bereiche optimiert. So wird der Luftwiderstand u. a. mittels Kamerarückspiegel reduziert, was zusammen mit dem optimierten Antriebsstrang zu einer um bis zu 11,3 % verbesserten Effizienz verhilft respektive für bis zu 11,3 % weniger Verbrauch sorgt. Der Motor – mit neu 510 PS und 2600 Nm – erhielt ein neues Einspritzsystem mit Waste-Gate-Turbo (bisher variable Geometrie) und eine aktive Ölpumpe. Im Getriebe mit neuer Steuerungselektronik ist der 16. Gang kein Direktgang mehr, sondern ein Overdrive, und die Hinterachse ist länger übersetzt (2,31:1). Das mag auf der Langstrecke und bei leichtem Gefälle gut funktionieren, auf dem abwechslungsreichen Testparcours war bei unserem 40-t-Sattelzug der Overdrive nie aktiv und das Getriebe hat maximal bis in den 15. Gang hochgeschaltet. Aber der Reihe nach. In der Kabine findet man sich rasch zurecht. Die Anzeigen bestehen neu aus einem gestochen scharfen 12-Zoll-Digital-Hauptinstrument, einem grossen 12,4-Zoll-Multimedia- Display und zwei senkrecht stehenden Monitoren für die Spiegelkameras. Neben dem neuen Multifunktionslenkrad sorgt Ford mit drei Drehreglern für Lüftung, Temperatureinstellung und Lautstärke für hohen Bedienkomfort und – dank guter Ablesbarkeit der Anzeigen – für eine geringe Ablenkung. Auch beim Ford haben wir uns rasch an sein Spiegelkamera-System F-Sight gewöhnt. Besonders auf Kreuzungen und in engen Kurven fällt die automatische Nachfolgefunktion der Kamera (AutoPanning) positiv auf, welche es ermöglicht, in diesen Situationen das Heck ohne Halsverrenken im Blick zu behalten. Als Spezialität funktioniert Panning beim F-Max auch beim Rückwärtsmanövrieren, und die praktischen Hilfslinien in den Monitoren müssen vom Chauffeur nicht selbst manuell erfasst werden, sie werden vom System mittels KI-Einsatz nach

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