Ausgabe Nr. 4/2026

6 Gemäss dem aktuellen Semesterbericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) wurden im Jahr 2025 rund 960 000 Lastwagenfahrten durch die Alpen gezählt. Das sind in etwa gleich viele wie im Jahr zuvor – und viel mehr als das gesetzlich verankerte Ziel der Alpeninitiative, nämlich 650 000 alpenquerende Lastwagenfahrten pro Jahr. Gleichzeitig sank aber der Anteil der Bahn am sogenannten Modalsplit von 70,3 auf 68,6 Prozent. Besonders markant ist der Rückgang beim Transportvolumen auf der Schiene: Insgesamt wurden 7,5 Prozent weniger Güter per Bahn durch die Alpen befördert als noch 2024. Damit setzt sich ein Trend fort, der die verkehrspolitischen Ziele der Schweiz zunehmend unter Druck setzt. Diese sehen vor, den alpenquerenden Güterverkehr weitgehend auf die Schiene zu verlagern. Das Ausland bremst Die Gründe für die Entwicklung sind vielschichtig. Ein zentraler Faktor ist aber die mangelnde Zuverlässigkeit im internationalen Schienengüterverkehr. Insbesondere entlang der wichtigen Nord-Süd-Achsen kommt es immer wieder zu Störungen – vor allem in Deutschland, wo Baustellen, Streckensperrungen und eingeschränkte Kapazitäten den Verkehr ausbremsen. Für Logistikunternehmen bedeutet dies Unsicherheit – viele weichen wohl deshalb wieder vermehrt auf die Strasse aus. Hinzu kommt das weiterhin angespannte wirtschaftliche Umfeld in Europa. Eine schwächere Nachfrage nach Gütertransporten insgesamt verstärkt den Die Schiene verliert Im Alpentransit steckt der Wurm drin TEXT: DANIEL VON KÄNEL FOTOS: DANIEL VON KÄNEL/ WIKI Die «Rollende Landstrasse» wurde eingestellt. In der Schweiz werden viele Güter auf der Schiene transportiert. Im Alpentransit hapert es.

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