Ausgabe Nr. 5/2026

9 Nr. 5 | 2026 MESSEN UND AUSSTELLUNGEN Auf der IFAT 2026 war die Kreislaufwirtschaft besonders grossgeschrieben (siehe links). Aus Umweltschutzgründen war das Thema schon länger ein Bestandteil bei vielen Firmen, doch die aktuell sehr instabile Weltlage, welche die Ressourcenabhängigkeit deutlich vor Augen führt, verleiht der Kreislaufwirtschaft noch mehr Dringlichkeit. Da passte das Projekt des Mercedes-Benz reEconic ausgezeichnet nach München. Total haben 33 Partner am reEconic mitgearbeitet, wobei MercedesBenz und der Müllfahrzeugspezialist Faun sowie das deutsche Recycling-Unternehmen TSR Group federführend waren. Beim Fahrzeug, das auf dem elektrischen eEconic basiert, sowie beim Aufbau von Faun wurden ausgewählte Bauteile durch recycelte Werkstoffe und Natur- und biobasierte Materialien ersetzt. Entsprechend haben am Projekt Spezialfirmen fürs Recycling sowie Firmen aus den Bereichen der metall-, kunststoff-, glas- und holzverarbeitenden Industrie mitgearbeitet. Die TSR Group bringt das Projekt auf den Punkt: Geschlossene Kreisläufe können nur dann entstehen, wenn sie über die ganze Wertschöpfungskette hinweg gemeinsam gedacht und umgesetzt werden. Gute Perspektive Bei der Umsetzung wurden jedoch noch nicht alle Materialien ersetzt, die möglich wären. Dafür wurde aber das Projekt vomTÜV Süd beDer Schweizer Kommunalfahrzeug-Hersteller Bucher Municipal bietet eine sehr breite Palette, von Geräteträgern über Kanalreinigungsfahrzeuge und Winterdienstausrüstung bis hin zu Strassenreinigern. Der kompakte Strassenreiniger CityCat gehört mit knapp 3,4 m Länge zu den kleineren Fahrzeugen aus dem zürcherischen Niederweningen. Speziell die CityCat-Version VR 17ae hat es in sich, denn sie ist zum einen elektrisch angetrieben, zum anderen fährt sie gegebenenfalls auch autonom, also fahrerlos. Gesamthaft 25 Sensoren (Kamera, Radar, 3D-Lidar und Ultraschall) erfassen die Umgebung in Echtzeit und ermöglichen den Betrieb ohne Zutun eines Fahrers. Dies ermöglicht einen deutlich längeren Einsatz des Reinigungsfahrzeugs, beispielsweise nachts oder bei knappen Personalressourcen. Allerdings ist der Einsatz aktuell auf Echte Kreisläufe schaffen Bei diesem CityCat bleibt der Fahrer zu Hause 25 Sensoren werden für den autonomen Betrieb des CityCat VR 17ae benötigt. Am Bucher-Stand dreht er unzählige Vorführrunden. Show-Zylinder mit recycelten Werkstoffen, die im reEconic verwendet werden. Neue Lastwagen aus bereits einmal genutzten Materialien herstellen – das Ziel des reEconic ist eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. abgesperrte Bereiche beschränkt, also auf Hafengelände, Betriebshöfe, Fabrikationshallen oder Recyclingareale. Dabei fährt der CityCat mit bis zu 6 km/h, kann so innerhalb von 24 Stunden rund 300000 m2 Fläche abdecken; in diesen Zahlen enthalten sind auch das Laden der Batterie sowie das Putzen und Nachfüllen des Fahrzeugs. Mit der verwendeten LFP-Batterie (55 kWh) dauert ein autonomer Reinigungszyklus acht Stunden, inklusive einer Stunde für Batterieladen (10 bis 80 %) und Fahrzeugreinigen. Mit einem Fahrer in der Kabine kann der CityCat VR 17ae auch uneingeschränkt im öffentlichen Raum eingesetzt werden. In diesem manuellen Modus ist der CityCat übrigens bis 12 km/h schnell. Die ersten Fahrzeuge liefert Bucher Municipal noch 2026 nach Deutschland, u.a. an einen Entsorgungshof in Duisburg. ■ gleitet und bewertet. Die Prognose dieser unabhängigen Stelle kommt auf einen Recycling- Anteil von bis zu 80% beim gesamten Fahrzeug. Dabei ist die Batterie noch nicht eingerechnet. Letzteres hat einen einfachen Grund: in Europa gibt es noch keine BatteriezellenHerstellung, entsprechend ist eine Kreislaufwirtschaft, welche aus gebrauchten Traktionsbatterien wieder neuwertige Energiespeicher herstellt, noch nicht möglich. Nachfolgend stellen wir ein paar der verwendeten Materialien beim reEconic vor. Der Flachstahl von Vorderachse und Längsträger weist einen Recyclinganteil von 88 % auf. Das Aluminium des Fahrerhausrahmens und des Batterieaufprallschutzes ist zu 75 % aus Alu gebrauchter Produkte hergestellt. Erdölbasierte Kunststoffe werden durch recyclierte Polymere und aus Natur- und biobasierten Materialien ersetzt.Auch beim Glas kommt recyceltes Material zum Einsatz: 64 % der Glasflächen bestehen im reEconic aus Recycling- Glas, lediglich Seitenfenster und Rückspiegel sind aus der normalen Fertigung. Und schliesslich sind erstmals in einem modernen Lkw Elemente im Fussboden und am Kotflügel wieder aus Buchenholz gefertigt. Das Fahrzeug geht bei Remondis für ein Jahr in den Realeinsatz, um die Praxistauglichkeit zu verifizieren. Zudem will Mercedes bis Ende Jahr entscheiden, was aus dem Projekt in die Serienfertigung einfliessen soll. ■

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