Ausgabe Nr. 7/2026

18 FAHRZEUGE UND TECHNIK Test-Lkw von DAF Trucks Schweiz – ein typisches Schweizer Modell, mit einem Aufbau von Lanz+Marti und Blachen von Bieri Tenta. Unterhalb von 19 Tonnen gab es für Elektro-­ Lkws bislang kaum Angebote. Mit seinem aktuellen XB Electric bildet DAF hier die Speerspitze und bietet den 4×2-VerteilerLastwagen neben 19 t auch mit 12 t und 16 t an. Andere Hersteller ziehen nach: MAN elektrisiert den eTGL für 12 t und den eTGM für 16 t (siehe Seite 14). Und auch Volvo Trucks und Renault Trucks bauen ihr ElektroAngebot bis hinab in die 12-t-Klasse aus, mit den Modellen Volvo FL Electric (14 t) sowie Renault E-Tech D12 und D14. Während DAF den Diesel-XB sowohl als Fahrgestell als auch als Sattelzugmaschine baut, gibt es den XB Electric ausschliesslich als Fahrgestell, um überhaupt Platz für die Batterien zu haben. Dass die Batteriegrösse generell mit Blick auf den geplanten Einsatz hin gewählt werden soll, beachtet DAF auch beim XB Electric. Im Normalfall ist dieser E-Truck mit zwei je links und rechts montierten Batteriepacks bestückt, die wahlweise je Normalerweise gibt es heute Elektro-Lkws mit 19 und mehr Tonnen. DAF bietet vom XB Electric neben 19 t auch eine 12-t- und eine 16-t-Version. Wir haben Stadt und Land mit dem 16-Tonner unter die Räder genommen. Wendig, wie man es sich nur wünscht Test DAF XB Electric 190E TEXT UND FOTOS: MARTIN SCHATZMANN 105 oder 141 kWh Kapazität aufweisen, der Lkw also über 210 und 282 kWh Bruttokapazität verfügt. Einzig das 12-t-Modell kann zur Nutzlastoptimierung auch mit nur einer 141-kWh-Batterie ausgerüstet werden. Bezüglich E-Antriebsstrang nutzt DAF zwei Leistungsgrössen. Der 12-Tonner erhält die Version Paccar EX-M1 mit 120 kW Leistung, ab 16 t kommt der 190-kW-Strang EX-M2 zum Einsatz. Bei beiden handelt es sich um einen Direktantrieb ohne Getriebe. Variables Speichern und Laden Für Vorführzwecke und als Testfahrzeug hat DAF Schweiz ein 16-t-Blachenfahrzeug bei Lanz+Marti in Sursee aufbauen lassen, wobei Bieri Tenta aus Grosswangen die Blachen dazu lieferte. Spezifiziert mit der grössten erhältlichen Batteriekapazität von 282 kWh stellt DAF eine Reichweite von bis zu 350 km in Aussicht, die genaue Zahl hängt jedoch davon ab, wie das Fahrzeug eingesetzt wird. Für die Kurzstrecken im Verteilerbetrieb genügen diese Werte aber sicher. Je nach Einsatz und Platzbedarf lässt sich die Position der Batterie am Chassis etwas optimieren. Die von DAF in allen E-Trucks eingesetzten Lithium-Eisenphosphat-Batterien LFP kommen einerseits ohne die kritischen Rohstoffe Kobalt und Nickel aus, zugleich können sie ohne Beeinträchtigung der Lebensdauer bis 100 % aufgeladen werden. Der XB Electric profitiert dabei von einem kombinierten Ladesystem, das es erlaubt, sowohl im Depot (AC, 22 kW) als auch am DC-Fastcharger (650 V, 150 kW) zu laden. Der Komfort der leisen Fahrt Mit einem Radstand von 5,35 m liegt der Vorführlastwagen von DAF Schweiz im mittleren Bereich der Radstandvarianten, welche sich zwischen 4,30 m und 6,90 m bewegen. Bereits kurz nach unserer Losfahrt bei Graf Nutzfahrzeuge AG in Hunzenschwil wird deutlich, dass auch mit diesem Radstand nichts von der bekannten Wendigkeit des DAF XB verloren geht. Mit der direkten und gute Rückmeldung bietenden Lenkung lässt sich der Lkw leicht dirigieren und selbst in engen und verwinkelten Situationen sicher beherrschen. Dass auch mit traditionellen Aussenspiegeln eine gute Übersicht gegeben ist, tröstet über den Umstand hinweg, dass für den XB Electric selbst optional keine Spiegelkameras vorgesehen sind. Hingegen ist er natürlich mit der heute gesetzlich vorgeschriebenen Rückfahrkamera ausgestattet. Zugleich zeigt sich erneut, wie hilfreich das Bordstein-Fenster in der Beifahrertüre sein kann – eine sehr empfehlenswerte Option. Durch die eher niedrige Bauweise ist der Kabinenzustieg ein Leichtes. Dort angekommen, gewöhnen wir uns fast unmerklich, aber rasch ans ausserordentlich ruhige Umfeld. Ohne die ständigen Vibrationen und Geräusche, welche der Diesel bekanntlich mitbringt, bleiben nicht viele Störgeräusche übrig zur Beeinträchtigung der Lenkarbeit. DAF hat auch ganze Arbeit beim aerodynamischen Feinschliff geleistet, weshalb auf unserer Fahrt selbst auf der Autobahn keine

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx