2. Generation H2-Lastwagen

Fahrzeuge und Technik Ausgabe-01-2026

Hyliko setzt beim neuen Fahrzeug u. a. auf eine Brennstoffzelle von Toyota (vorne links).

Die in Lyon von Hyliko lancierte zweite Generation des Wasserstoff-Lkws ist effizienter und leichter.

Kurze Zeit nachdem in der Schweiz im Jahr 2020 der Wasserstoffkreislauf von Hyundai Hydrogen Mobility HHM (siehe links), vom Förderverein H2 Mobilität Schweiz und von Hydrospider zu drehen begonnen hatte, begannen in Frankreich die Tätigkeiten von Hyliko. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs über Brennstoffzellen-Fahrzeuge anzubieten. Dazu zählt, dass neben den Fahrzeugen auch die nötige Energie zur Verfügung gestellt wird und dass diese in einem Pay-per-Use-Modell angeboten werden. Aktuell betreibt Hyliko zwei Tankstellen, eine im Grossraum Paris, die andere bei Lyon.

Hyundai und Retrofit

Hyliko nutzt dabei u. a. die 6×2-Modelle des Hyundai Xcient Fuel Cell, entwickelt aber zugleich auch eigene Produkte, bei welchen die Brennstoffzellentechnik auf bestehenden Diesel-Trucks aufgebaut wird, sogenanntes Retrofitting. Dadurch umfasst das Angebot neben Trocken- und Kühlkoffern auch Sattelzugmaschinen für die Langstrecke und künftig auch Baustellen-Lkws.

In Lyon hat Hyliko die zweite Generation seines Brennstoffzellen-Trucks vorgestellt. Dass das Basisfahrzeug wie bisher von Renault Trucks stammt, hat nicht nur «patriotische» Gründe, vielmehr ist die geografische Nähe bei den Umsetzungsarbeiten nicht unwichtig, denn die Entwicklung und Produktion von Hyliko liegt in Saint-Priest bei Lyon, also im eigentlichen Herzen von Renault Trucks selbst.

Der neue Lkw heisst «Hy T44 2nd Edition» und soll als 35-Tonnen-Kombination 600 km Reichweite bieten, als voll ausgelasteter 44-Tönner 500 km. Diese resultiert aus neuen Komponenten und einer Verbrauchsreduktion um 20 %, der nun im Schnitt 7 kg H2/100 km betragen soll. Motor und Getriebe sind von Dana Eaton und als Einheit verbaut, dazu kommen zwei Hochvolt-NMC-Batterien von Wattalps mit je 90 kWh, neue Tanks von OPmobility und eine neue Brennstoffzelle. Stammte die erste Brennstoffzelle noch vom Schweizer Spezialisten GreenGT, nutzt Hyliko nun die aktuellste, industriell gefertigte Toyota-Brennstoffzelle. Insgesamt konnte mit den neuen Komponenten nicht nur die Effizienz gesteigert werden, auch die Nutzlast wuchs um markante vier Tonnen.

Der in Lyon vorgestellte neue Lastwagen ist für den Baustelleneinsatz aufgebaut und wird künftig von der Groupe Mauffrey eingesetzt. Die Homologation des Hy T44 2nd Edition soll in diesen Tagen abgeschlossen sein und Hyliko plant, von ihm bis 2027 einhundert Fahrzeuge auf die Strasse zu bringen.

Text und Fotos: Martin Schatzmann