Antriebstechnik und Komponenten waren schon immer von zentraler Bedeutung für Nutzfahrzeughersteller und sie bleiben es auch bei der neuen Antriebsform mit Elektromotoren. Iveco setzt in diesem Bereich auf die eigene Tochter FPT, welche mit der in Arbon am Bodensee angesiedelten FPT-Motorenforschung auch sehr enge Bande in die Schweiz pflegt. Doch das Herz von FPT schlägt grundsätzlich in Turin, wo der Verwaltungssitz der Iveco Group liegt.
FPT hat sich inzwischen voll auf die neuen Technologien eingelassen. Zum einen wurde vor etwas mehr als drei Jahren eine spezielle Produktionsstätte für E-Komponenten eingeweiht, die e-Powertrain-Fabrik. In dieser ans Fertigungsgelände von Iveco angrenzenden Produktion werden die heute in eDaily und S-eWay eingesetzten Antriebsachsen produziert. Dazu kommen die Traktionsbatterien sowohl der grosskalibrigen Elektro-Lastwagen und Elektro-Busse als auch die Batterien mit hoher Energiedichte für die leichten Nutzfahrzeuge.
Das Spektrum der E-Antriebskomponenten reicht vom kompakten Zentralantrieb eCD 140 mit 140 kW Peakleistung für die Integration in ein konventionelles, leichtes Nutzfahrzeug bis hin zur Hochleistungs-eAchse eAX 840-R mit zwei integrierten Elektromotoren und 840 kW Peakleistung.
E-Prüfkompetenz
Waren früher die Entwicklungs- und Testeinrichtungen der Hersteller vor allem mit Motorenprüfständen und Prüfständen für konventionelle Antriebstechnik bestückt, bedingte die Elektromobilität ein grosses Umdenken und Ausweiten der Prüfeinrichtungen. Auch FPT hat in Turin in diese Richtung gedacht und die Prüfstände auf E-Achsen, E-Motoren und vor allem auch Traktionsbatterien erweitert. Letztere ermöglichen es, neue chemische Zusammensetzungen zu erproben oder aber dank spezieller Belastungsserien die Alterung zu simulieren. Dabei muss sichergestellt werden, dass ein Batteriebrand isoliert bleibt und sich weder Flammen noch giftige Gase aufs restliche Gebäude ausweiten könnten.
Die Prüfstände für die E-Achsen und E-Motoren müssen mit den hohen Anfangsdrehmomenten dieser neuartigen Antriebslösungen zurechtkommen. Zugleich ermöglichen sie nun auch die Belastungsprüfung der Leistungselektronik und des Batteriemanagements in realbetriebsähnlicher Situation.
Text: Martin Schatzmann

