Die Löhne im Vergleich – Chauffeure arbeiten mehr

Verband Ausgabe-02-2026

Die Lohnstatistik des Bundesamts für Statistik (BfS) zeigt: In der Bauwirtschaft, bei Automechanikern und anderen Handwerksberufen sind die Löhne im Schnitt höher als bei den Chauffeuren. Zudem leisten Letztere mehr Arbeitsstunden. Auch wenn sich schon einiges getan hat, gibt es bei den Chauffeurlöhnen also noch Luft nach oben.

In den Medien war zu sehen, dass der durchschnittliche Brutto-Monatslohn über alle Berufe bei rund Fr. 7000.– liegt. Dabei muss man wissen, dass das Bundesamt für Statistik den 13. Monatslohn in die 12 Monatslöhne einrechnet. Bei 13 Monatslöhnen liegt der Durchschnittslohn folglich auf rund Fr. 6500.–. Ab dem Jahr 2020 hat ein Teuerungsschub eingesetzt. Einerseits hat der internationale Handel nicht mehr so wie früher funktioniert, andererseits wurden «systemrelevante» Dienstleistungen wieder wichtiger. Was hier vor Ort produziert wird, wurde teurer. Handwerker waren Mangelware. Dies galt auch für Chauffeure. Zudem haben wir eine Initiative lanciert, die manchen Arbeitgeber geweckt und Verbesserungen beim Lohn ergeben hat.

Inzwischen sind wieder ein paar Jahre vergangen und das Bundesamt für Statistik (BfS) hat seine Lohnstatistiken aufgearbeitet. Die Statistik des BfS liegt recht gut, die Zahlen kommen aus verschiedensten Quellen und das BfS kann problemlos auf Daten der AHV oder der SUVA zurückgreifen. Die Angaben finden sich für jedermann im Internet unter salarium.bfs.admin.ch. Um Daten zu erhalten, muss man Branche, Tätigkeit, Region, Alter und weitere Angaben ausfüllen. Das Ergebnis ist ein Durchschnittslohn sowie je eine Lohnangabe für 25 % der Arbeitnehmer, die darüber oder darunter liegen. Es gibt somit einen Durchschnittslohn sowie eine Angabe für einen eher guten und eher schlechten Lohn.

Das heisst aber auch, dass 25 % der Lohnempfänger über dem guten Lohn liegen und 25 % unter dem schlechten Lohn liegen. Zwischen gut und schlecht liegt ein Spielraum von bis zu Fr. 1500.–. Auch interessant: Grenzgänger und Frauen werden rund 10 % tiefer bezahlt.

Es lohnt sich, die Informationen zur eigenen Situation einzugeben und mit dem eigenen Bruttolohn zu vergleichen. Für den Vergleich ist es wichtig, die richtigen Angaben zu machen und die eigene Leistung richtig einzuschätzen. Habe ich einen 13. Monatslohn, muss ich zum Vergleich meinen 13. Monatslohn auf die anderen 12 Monate dazurechnen. Liege ich mit meinem Lohn gleich oder höher als die Angaben in Salarium, schätzt mich mein Chef vermutlich gut ein oder sogar besser, als ich das selbst mache. Ist das tatsächlich so, muss ich mir nicht zu viele Sorgen machen. Gut weiterarbeiten und alle sind zufrieden. Bin ich mit meinem Lohn tiefer, halte ich zu viel von mir selbst, der Chef schätzt meine Arbeit nicht oder die Firma ist in einer Krise. Möchte ich mehr Lohn, bestehen je nach Grund verschiedene Möglichkeiten: Ich verbessere meine Leistung, und zwar so, dass der Chef dies auch sieht. Oder: Die Leistung ist jetzt schon gut, ich muss aber dafür sorgen, dass der Chef dies auch weiss und versteht. Das braucht manchmal etwas Zeit. Falls alles nichts hilft: Suche einen anderen Chef oder eine Arbeit, die besser passt.

Was eher schlecht ist: Resignieren und die Leistung nach unten anpassen. Ein gutes Pferd im schlechten Stall tut auch dem Pferd nicht gut. Wer als faul, demotiviert und depressiv gilt, findet keinen neuen Job. Auch wenn die Löhne in den letzten Jahren besser geworden sind: Beim einen oder anderen besteht Nachholbedarf. Es ist aber festzustellen, dass die Transportbranche bei den Löhnen anderen Branchen mit Handwerksberufen hinten nachhinkt. In der Bauwirtschaft, bei Automechanikern und anderen Handwerksberufen liegen die Löhne grundsätzlich höher. Nur das Gastgewerbe und die Landwirtschaft zahlen schlechter. Zudem arbeiten die meisten Chauffeure nach wie vor länger als in Handwerksberufen. Die Bereitschaft, länger als andere zu arbeiten, lässt sich noch mit Spass und Freude an der Arbeit begründen. Der Verzicht auf genug Lohn geht aber an die Existenz. Wohnung, Krankenkasse und Steuern lassen sich nicht mit Freude am Job bezahlen. Manchmal kann Prämienverbilligung für die Krankenkasse helfen. Es zeigt aber auch, dass der Lohn nicht zum Leben reicht. Das insgesamt tiefere Lohnniveau ist schwer zu begründen und nach wie vor Hauptursache des Chauffeurmangels.

Text, Foto und Grafiken: David Piras

Salarium findet sich auf https://www.salarium.bfs.admin.ch/