Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs gilt als eine der grössten Herausforderungen der Verkehrswende – und sie gilt mittlerweile als der Königsweg zum emissionsarmen Gütertransport auf der Strasse. Die Dreier AG aus Suhr (AG) hat dabei kürzlich einen bemerkenswerten Schritt nach vorne gemacht. Zum Jahresende 2025 hat das Familienunternehmen bereits 50 Elektro-Lkw in den regulären Betrieb integriert und damit einen wichtigen Meilenstein seiner vor gut zwei Jahren angekündigten Elektro-Offensive erreicht.
Ziele übertroffen
Die Bilanz dieser Offensive kann sich sehen lassen: Insgesamt haben die Fahrzeuge rund fünf Millionen Kilometer rein elektrisch zurückgelegt. «Wir sind voll auf Kurs», sagt CEO Hans-Peter Dreier. Die ambitionierten Ziele, die das Unternehmen im Herbst 2023 formuliert hatte, seien bislang nicht nur eingehalten, sondern in zentralen Punkten sogar übertroffen worden.
Mit den Fahrzeugen Nummer 48, 49 und 50, allesamt neue Modelle von MAN, ist die Elektroflotte Ende 2025 weiter angewachsen. Zum Einsatz kommen zudem Fahrzeuge verschiedener Hersteller, darunter Volvo und Mercedes-Benz. Die jüngste Generation der E-Lastwagen erreicht laut Dreier Reichweiten von bis zu 500 Kilometern pro Vollladung – ein Wert, der den Einsatz im nationalen Verteiler- und Linienverkehr zunehmend praktikabel macht. Was noch vor wenigen Jahren als Pilotprojekt galt, ist bei Dreier längst Teil des Tagesgeschäfts. Die Elektrofahrzeuge sind im täglichen Einsatz, bedienen Kunden in der Schweiz und im grenznahen Ausland und ersetzen Schritt für Schritt dieselbetriebene Lastwagen. Bis im Frühling 2026 soll die Flotte auf 75 Fahrzeuge anwachsen.
Kritischer Erfolgsfaktor
Mit dem Wachstum der Elektroflotte rückt jedoch ein Thema immer stärker in den Fokus: die Energieversorgung. Während die Beschaffung geeigneter Fahrzeuge planmässig verläuft, stellt der Ausbau der Ladeinfrastruktur das Unternehmen vor komplexe technische und organisatorische Herausforderungen. Dreier setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz, der zusätzliche eigene Trafostationen, grossvolumige Energiespeicher sowie den Ausbau von Photovoltaikflächen an den Standorten beinhaltet. Ziel ist es, einen möglichst grossen Teil der benötigten Energie selbst und nachhaltig zu erzeugen. «Nur wenn wir Solarenergie, Trafostationen und leistungsfähige Speicher intelligent kombinieren, können wir die nächste Ausbauetappe erreichen», erklärt Hans-Peter Dreier mit Blick auf das langfristige Ziel von 100 Elektro-Lastwagen.
Die Elektro-Offensive ist dabei kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer langfristigen Unternehmensstrategie. Bereits seit Jahren investiert die Dreier AG in Massnahmen zur Reduktion von Emissionen, etwa durch den Einsatz von Doppeldecker-Lkw zur besseren Auslastung oder durch den konsequenten Einsatz des kombinierten Verkehrs von Strasse und Schiene. Die Elektrifizierung der Flotte markiert jedoch einen neuen Qualitätssprung. «Wo immer möglich und sinnvoll, beschaffen wir nur noch E-Lkw», so Dreier. Damit positioniert sich das Unternehmen nicht nur als Vorreiter in der Branche, sondern reagiert auch auf steigende Anforderungen von Kunden, Politik und Gesellschaft an klimafreundliche Logistiklösungen.
Text: Daniel von Känel
Fotos:Roland Morgenthaler / Dreier


