ITOY 1992 – Iveco EuroCargo
Iveco war der letzte grosse Lastwagenhersteller, der die Auszeichnung des Truck of the Year gewann. Wie heute auch, können die Juroren (damals 13 Stück) pro Kandidat maximal sieben Punkte vergeben, wobei der EuroCargo auf 80 von maximal 91 Punkten gekommen ist. Als erstes komplett neues Modell seit Firmengründung 1975 beendete die neue, in Zusammenarbeit mit Italdesign entwickelte Kabine das Allerlei der diversen Ursprungsmodelle von Magirus, Ford, OM und Unic. Der kleinere EuroCargo deckte die Spanne zwischen 6 und 10 t ab, der grössere jene zwischen 15 und 24 t. Mit rund 540 möglichen Werksausführungen wurden Sonderanfertigungen beinahe obsolet.
Richard Stanier
ITOY 1993 – Iveco EuroTech
Wie der EuroCargo gehörte der EuroTech ins gleiche Erneuerungsprogramm, mit welchem Iveco Anfang der 1980er-Jahre seine gesamte Palette neu aufgelegt hatte. Während der EuroCargo im leichten und mittelschweren Segment angesiedelt war, deckte der EuroTech den mittleren bis schweren Bereich ab. Die ähnlich designte Kabine war in diversen Varianten erhältlich und baute zudem breiter. Über beide Modellfamilien nutzte Iveco eine starke Modularität bei Bauteilen und Komponenten, was sich positiv auf die Kosten und die Modellvielfalt auswirkte. In der IToY-Bewertung konnte sich der Iveco EuroTech gegen den DAF 75/85 um ein paar wenige Punkte durchsetzen.
Euro im Namen war auch Programm, mit den Motoren aus Bourbon-Lancy (F), den Chassis-Trägern aus Turin (I), den in Brescia (I) gepressten Kabinenblechen und der Endmontage im Pegaso-Werk von Barajas bei Madrid (ES).
Richard Stanier
ITOY 1994 – Volvo FH
Mit dem FH wurde Volvo bereits zum vierten Mal mit dem Truck of the Year ausgezeichnet. Die komplett neue Lastwagenfamilie überzeugte mit innovativer Entwicklung, hohem Sicherheitsstandard und gutem Komfort für den Fahrer. Aufgebaut wurde er auf einem neuen, breiteren Chassis, das dank Trägern aus nochmals festerem Stahl stärker für Schwertransporte taugte. Der damals neue 12-Liter-Motor D12A war nicht nur sehr kraftvoll, sondern war mit Blick auf kommende Emissionsvorgaben entwickelt worden. Dabei verabschiedete sich Volvo von der bisherigen Philosophie einzelner Zylinderköpfe bei grossen Motoren und setzte auf einen gemeinsamen Zylinderkopf mit oben liegenden Nockenwellen.
Rückblickend ist zu bemerken, dass sich einzelne IToY-Gewinner über die Jahre als bedeutender erwiesen als andere. Der Volvo FH beispielsweise, aber auch der 1992er Iveco EuroCargo, waren derart prägend im Markt, dass sie sich beinahe zur Marke in der Marke entwickelten und deshalb ihre Modellbezeichnung bis heute überdauern konnten.
Richard Stanier
ITOY 1995 – MAN F2000
Mit einem zusätzlichen Jurymitglied aus Irland wuchs das IToY-Gremium in diesem Jahr auf 14 Mitglieder. Dieses vergab den Preis zum vierten Mal an MAN. Als neue Modelllinie, die für die unterschiedlichsten Einsätze konzipiert war, obsiegte der F2000 knapp gegen den DAF 95.500 Super Space Cab. Letzterer war speziell auf die zu erwartenden Super-Langstreckeneinsätze ausgelegt, welche sich durch die Öffnung von Osteuropa abzuzeichnen begannen. Für den F2000 zeichnete Entwicklungschef Klaus Schubert verantwortlich, der bereits acht Jahre zuvor für den IToY-Gewinner MAN F90 verantwortlich war. Die äusserliche Erscheinung des F2000 war nicht radikal anders, liesse sich aber an einem zusätzlichen dritten Tritt und an den schmalen Halogenscheinwerfern erkennen. Neue, stärkere Chassisträger, neue Federungsabstimmung und eine optionale Luftfederung waren Bestandteile des F2000-Fahrwerks. Mit Blick auf die unterschiedlichen Kaufgewohnheiten in Europa standen Euro-1- und Euro-2-Motoren im Angebot, wobei nur in den Euro-2-Versionen auch die neusten Technologien zum Einsatz gebracht wurden und die Leistungsspanne von 290 bis 460 PS reichte, während die Euro-1-Versionen 270 bis 420 PS abdeckten.
Richard Stanier
ITOY 1996 – Scania Serie 4
Der Gewinner des IToY 1996 war als die grösste Veränderung von Scania angekündigt worden und kam unmittelbar nach der Trennung von Scania und Saab auf den Markt. Die Schweden hatten besonderes Augenmerk auf die Chassisentwicklung über die ganze Modellreihe gelegt. Damit wurde der teilweise geäusserten Kritik beim Serie 3 Rechnung getragen, um so der wachsenden Spezialisierung im Markt gerechter zu werden. Neben neuster Technik, wie Opticruise-Getriebe mit integriertem Retarder, brachte Scania ein komplett neues Kabinen-Design, welches zu Beginn auf wechselhafte Bewertung stiess. Damalige Quellen sprachen vor allem bei der Werksbelegschaft in Södertälje von einer durchzogenen Designbewertung. Die unterschiedlichen Kabinen-Design, wie R- und P-Kabine, wurden durch ein neues Flaggschiff CR19 Topline ergänzt, welches mit durchgehendem Kabinenboden, beinahe 2 m Stehhöhe und generell viel Platz neuen Reisekomfort bieten konnte.
Richard Stanier
Die IToY-Gewinner
1977: Seddon Atkinson 200
1978: MAN 16.280
1979: Volvo F7
1980: MAN 19.321
1981: Leyland T45
1982: Ford Cargo
1983: Renault G260
1984: Volvo F10
1985: Mercedes-Benz LN2
1986: Volvo FL
1987: MAN F90
1988: DAF 95
1989: Scania Serie 3
1990: Mercedes-Benz SK
1991: Renault AE Magnum
1992–1996: aktuelle Seiten
1997: Mercedes-Benz Actros
1998: DAF 95XF
1999: Mercedes-Benz Atego
2000: Volvo FH
2001: MAN TG-A
2002: DAF LF
2003: Iveco Stralis
2004: Mercedes-Benz Actros
2005: Scania Serie R
2006: MAN TGL
2007: DAF XF 105
2008: MAN TG
2009: Mercedes-Benz Actros
2010: Scania R
2011: Mercedes-Benz Atego
2012: Mercedes-Benz Actros
2013: Iveco Stralis
2014: Volvo FH
2015: Renault Trucks T
2016: Iveco Eurocargo
2017: Scania R & S
2018: DAF XF & CF
2019: Ford F-Max
2020: Mercedes-Benz Actros
2021: MAN TGX
2022: DAF XF & XG & XG+
2023: DAF XD
2024: Volvo FH Electric
2025: Mercedes eActros 600
2026: DAF XD & XF Electric





