IToY 1997 – Mercedes-Benz Actros
Mit dem Hightech-Lkw Actros sicherte sich Mercedes-Benz 1997 seine dritte IToY-Auszeichnung. Im Zuge der Gesamterneuerung seiner Palette brachte Mercedes im Actros neue Motoren, eine neue Getriebesteuerung, neue Sicherheitssysteme und neue Kabinen. Auch brachte der modulare Aufbau über die ganze Palette einen signifikanten Rückgang des Bauteile-Inventars um 75 %. Es gab neue V6- und V8-Motoren (OM501LA, OM502LA) und serienmässig das elektronische Bremssystem mit Scheibenbremsen (eine Industriepremiere). Trotz neuer, automatisierter Gangschaltung Telligent war ein herunterklappbares «Kupplungsnotpedal» eingebaut. Die neuen Kabinen (2,5 m) waren in drei Höhen erhältlich und boten deutlich mehr Innenraum als im Vorgängermodell.
Richard Stanier
IToY 1998 – DAF 95XF
Mit einer neuen 12,6-l-Motorenreihe und einer rekordverdächtig geräumigen Super-Space-Cab konnte DAF 1998 die Jury und die Kundschaft überzeugen. Die Produktionskapazität in Eindhoven von 10 000 Fahrzeugen war bereits im ersten Produktionsjahr erreicht. Erstmals hatte DAF 1994 die Super-Space-Cab vorgestellt, im 95XF erhielt sie 20 cm mehr Länge und wurde 10 cm höher über dem Chassis montiert. Der komplett neue Motor hatte einen 4-Ventil-Zylinderkopf, einen direkt angetriebenen Lüfter und einen u. a. viel steifer gebauten Motorblock. Im 95XF weiter angeboten wurde auch der 14-l-Motor von Cummins. Die Bremsanlage erhielt weiterhin Bremstrommeln, welche für mehr Bremsweg als beispielsweise beim Actros sorgten, aber einfacher und günstiger im Unterhalt waren.
Richard Stanier
Die IToY-Gewinner
1977: Seddon Atkinson 200
1978: MAN 16.280
1979: Volvo F7
1980: MAN 19.321
1981: Leyland T451982: Ford Cargo1983: Renault G2601984: Volvo F101985: Mercedes-Benz LN21986: Volvo FL1987: MAN F901988: DAF 95
1989: Scania Serie 31990: Mercedes-Benz SK
1991: Renault AE Magnum
1992: Iveco EuroCargo1993: Iveco EuroTech
1994: Volvo FH
1995: MAN F2000
1996: Scania Serie 4
2002: DAF LF
2003: Iveco Stralis2004: Mercedes-Benz Actros2005: Scania Serie R
2006: MAN TGL
2007: DAF XF 105
2008: MAN TG
2009: Mercedes-Benz Actros
2010: Scania R
2011: Mercedes-Benz Atego
2012: Mercedes-Benz Actros
2013: Iveco Stralis
2014: Volvo FH
2015: Renault Trucks T
2016: Iveco Eurocargo
2017: Scania R & S
2018: DAF XF & CF
2019: Ford F-Max
2020: Mercedes-Benz Actros
2021: MAN TGX
2022: DAF XF & XG & XG+
2023: DAF XD
2024: Volvo FH Electric
2025: Mercedes eActros 600
2026: DAF XD & XF Electric
2027: ab 15. Sept. 2026
IToY 1999 – Mercedes-Benz Atego
Mit dem Atego hatten die Mercedes-Benz-Ingenieure die leichte und die mittelschwere Baureihe in einer gemeinsamen Baureihe vereint, welche eine Spanne zwischen 6,5 t und bis zu 36 t Gesamtgewicht abdeckte. Die Jury – sie war um die Länder Slowakei, Griechenland und Russland auf 18 Mitglieder gewachsen – liess sich von der hohen Detailfreude der Entwickler und der Verringerung der Einzelteile (siehe Actros) überzeugen. Alle Versionen des Atego erhielten Scheibenbremsen rundum, die Ansteuerung erfolgte bei den leichteren Modellen pneumatisch, bei den schwereren Modellen (ab 18 t) elektronisch. Als Motoren gab es 4-Zylinder (4,25 l OM 904) und 6-Zylinder (6,37 l OM 906), die ausschliesslich mit Handschaltgetrieben gekoppelt werden konnten. Während der 4-Zylinder bereits im Vorgänger zum Einsatz kam, war der Reihen-6-Zylinder eine Neuentwicklung. Die neue 2,3 m breite Kabine war ein weiterer Aspekt, der für den Atego sprach, denn sie bot rund 25 % mehr Kabinenraum.
Richard Stanier
IToY 2000 – Volvo FH12
Die Jahre rund um die Jahrtausendwende waren für Volvo nicht einfach, hatte man sich soeben von der PW-Tochter getrennt (1999), die Lkw-Achsenproduktion an Meritor verkauft (1998), ein Joint Venture mit Mitsubishi für mittelschwere Lkw angekündigt und die Übernahme der Stimmenmehrheit durch Scania schien beschlossene Sache. Im Vorjahr hatte man den neuen FM lanciert, von dem diverse Elemente in den fast heimlich weiterentwickelten FH12 einflossen und einen Gleichteileanteil von FM und FH12 in der Höhe von 78 % brachte. Das Teileverzeichnis bei Volvo schrumpfte dadurch um knapp 10 000 Elemente. Besonders wichtig im FH12 war die neue CAN-Bus-Elektronikarchitektur. Der D12-Motor war weiterentwickelt worden und trug neu die Bezeichnung D12C, bot höhere Einspritzdrücke und dank neuer Abstimmung höhere Kompression. Dazu kommen eine neue Brennkammerform, neue Kolben und Kolbenringe sowie neue Ventile. Die neuen 14-Gang-Blockgetriebe waren schaltunterstützt, was gemäss Volvo die Schaltarbeit signifikant erleichtern sollte; sie blieben aber manuelle Getriebe. Erkennen konnte man den neuen Lkw aber kaum, denn die Kabine war komplett unverändert geblieben, sie wurde erst zwei Jahre später dann erneuert.
Richard Stanier
IToY 2001 – MAN TG-A
Ein neues Kabinendesign, neue Elektronik-Architektur und Innovationen im Antriebsstrang verhalfen dem MAN TG-A zu einem deutlichen IToY-Gewinn. Wie wichtig MAN selbst die Entwicklungen im neuen Lastwagen ansah, war die neu geschaffene Bezeichnung Trucknology A (von «Truck» und «Technology»), mit welcher durch den Zusatz A die Fortsetzung in Folgegenerationen bereits angedeutet war. CAN-Bus-Elektronik, ein modernes Chassis und Scheibenbremsen rundum gehörten zu den wichtigen Neuerungen. Die aus dem Vorgänger übernommenen Motoren waren die ersten im Markt mit Abgasrückführung. Die Getriebeoptionen reichten von manuellen Versionen mit hydraulischer Unterstützung über teilautomatisierte Getriebe bis hin zur komplett automatisierten Version Tipmatic. Besonders positiv ins Gewicht gefallen war die gänzlich neuentwickelte Kabine, die es in fünf Versionen und zwei Breiten (2,24 und 2,44 m) gab. Besonders die XXL-Version der breiteren Kabine stach hervor, dank ihrer sehr weit nach unten gezogenen Windschutzscheibe (Bild), welche eine hervorragende Sicht aufs Verkehrsgeschehen ermöglichte.
Richard Stanier





