Im Visier: mehr Effizienz – Ford Trucks auf der IAA

Fahrzeuge und Technik Ausgabe-07-2026

Mit dem F Line E startet Ford die Elektrifizierung, vorerst als 4×2- und 6×2-Fahrgestelle.

Mit dem Elektro-Truck F Line E und dem F-Max Gen2.0 will Ford Trucks seine Präsenz in bereits erschlossenen Märkten stärken. Nach 2028 will Ford mit der neuen Kabine seine Expansion weiter vorantreiben.

Mit dem damals brandneuen F-Max hatte Ford Trucks im Jahr 2018 seine Expansion in die westeuropäischen Märkte gestartet und wurde zugleich als Truck of the Year 2019 ausgezeichnet. Seither hat der in der Türkei beheimatete Nutzfahrzeughersteller praktisch in allen Märkten Westeuropas Import- und Service-Gesellschaften aufgebaut, einzig in England und Irland mit Rechtslenker-Verkehr sowie in skandinavischen Ländern gibt es noch keinen Ford-Trucks-Import. Das soll sich in gut zwei Jahren ändern, wenn Ford die gemeinsam mit Iveco entwickelte neue Kabine auf den Markt bringt.

Bis dahin hat sich Ford zum Ziel gesetzt, in den europäischen Ländern den jeweiligen Marktanteil auf mindestens 5 % zu heben (heute 3 bis 4 %). Das soll mit dem aktuellen F-Max Gen2.0 erzielt werden (Test in Routiers 03/2026), der mit neuem Motor, neuem Getriebe und optimierter Aerodynamik einen um bis zu 11,3 % geringeren Verbrauch gegenüber dem Vorgänger bietet.

Dazu kommt die Elektrifizierung mit dem eben lancierten E-Lastwagen: Den F Line E gibt es als 4×2- und als 6×2-Fahrgestell, wobei der Zweiachser mit 294 kWh Batteriekapazität (3 Batterien) und der Dreiachser mit 392 kWh (4 Batterien) angeboten werden. Das ermöglicht dem Dreiachser gut 300 km Reichweite. F-Max Gen2.0 und F Line E werden auf der IAA Transportation zu sehen sein.

Blick in die Zukunft

Die kommende neue Kabine, welche voraussichtlich auf der IAA 2028 vorgestellt wird, ist auf die ab Anfang 2029 geltenden EU-Vorschriften über die Direktsicht ausgelegt und wird die Produktentwicklung grundsätzlich verändern. Denn die neue Kabine wird modular aufgebaut sein und wird sowohl für den nächsten F-Max als auch für die künftigen F Line eingesetzt werden. Das bringt namhafte Einsparungen in der Teilebeschaffung und eine Verringerung der Produktionskomplexität. Als Beispiel führt Ford die Windschutzscheibe an, welche künftig für alle Modelle die gleiche Grösse haben wird.

Mit Blick auf die Einführung von Euro 7 stellt Ford aber auch einen nochmals komplett neuen Dieselmotor in Aussicht. Zugleich wird in Sachen alternativer Antriebe das Angebot erweitert, wobei beim E-Antrieb neben den Fahrgestellmodellen künftig auch Sattelzugmaschinen erhältlich sein werden, auf die man sich jedoch bis zur neuen Kabine gedulden muss. Dann sollen mittels 6×2-Zugmaschinen und Rechtslenkern die noch brachliegenden Märkte im nördlichen Europa erschlossen werden.

Ford Trucks beschränkt seine Entwicklung allerdings nicht auf Diesel und batterieelektrischen Antrieb, sondern verfolgt auch den Einsatz von Wasserstoff weiter. In Eigenregie wird am Verbrennungsmotor für Wasserstoff gearbeitet, während der Einsatz der Brennstoffzelle in Zusammenarbeit mit einem Start-up verfolgt wird.

Text: Martin Schatzmann 
Fotos: Ford Trucks