In der Schweiz ist der Intouro von Mercedes-Benz zwar eher seltener anzutreffen, der Überlandbus wird jedoch seit 27 Jahren (1999) gebaut und wurde seither in den Jahren 2007 und 2020 neu aufgelegt. Nun wird bei diesem Bus eine weitere Evolutionsstufe gezündet, indem er auch mit reinem Elektroantrieb lanciert wird. Im vergangenen Jahr hatte Eurobus einen Prototyp für seine Linie in den Europapark getestet (Routiers 06/2025) und wird nun einer der ersten Kunden für das Serienfahrzeug in der Schweiz sein. Diesen Monat startet die Produktion des 13,09-m-Modells (bis 63 Pax), im Dezember folgt jene für 12,18 m (bis 50 Pax).
Neue Architektur
Vor allem batterietechnisch (LFP Lithium-Eisen-Phosphat, 800 Volt) basiert der eIntouro auf dem erfolgreichen Lkw eActros 600. «Seine E-Achse können wir hingegen nicht übernehmen, da die Gewichts- und Platzanforderungen von Bus und Sattelzugmaschine, aber auch die generellen Anforderungs- und Einsatzprofile von Bus und Fernverkehrs-Lkw komplett anders sind», erklärt Sarah Samson, Sales Consultant im Team Mobility Consulting & Offer Management bei Daimler Buses in Mannheim.
Die eingesetzte CeTrax 2 Dual-Antriebseinheit von ZF umfasst ein 3-Gang-Getriebe, zwei E-Motoren, zwei ölgekühlte E-Aktuatoren, die Steuerung und den Wechselrichter. Die Dauerleistung beträgt 320 kW (Peak 400 kW). Meist wird im zweiten und dritten Gang (ab 40 km/h) gefahren. Der erste Gang wird nur beim Anfahren am Berg genutzt, aber damit kann Mercedes Steigungen bis 25 % garantieren.
Die Batterie aus dem eActros 600 bietet 200 kWh pro Batteriepaket, nutzt mit brutto 207 kWh also über 96 % der verbauten Energie. Die Basisbatterie ist hinter der Vorderachse untergebracht, die optionale zweite Batterie im Heck (Dieselbus-Motorraum); die Reichweite soll mit zwei Batterien bei bis zu 500 km liegen. Die für den eIntouro neu aufgebaute Elektro- und Elektrik-Architektur ermöglicht es erstmals, die Software mit Fernupdates «over the Air» aktuell zu halten.
Sicherer Betrieb
Dass Daimler Buses nicht zu den günstigsten Herstellern am Markt gehört, ist kein Geheimnis. Sarah Samson: «Deshalb versuchen wir auch, die Besten zu sein.» Das wird über die Technik des Fahrzeugs, aber auch über die Serviceleistungen und vor allem ab den ersten Verkaufsgesprächen sichergestellt. So erhalten interessierte Kunden zu Beginn eine kundenspezifische Bedarfsabklärung, um Klarheit zu schaffen, ob und wie ein E-Bus ins Aufgabengebiet der Kundenflotte passen könnte und welche Infrastrukturanforderungen abgedeckt sein müssten.
Text und Fotos: Martin Schatzmann

