Noch mehr E-Versionen – DAF erweitert preisgekröntes Angebot

Titelstory Ausgabe-03-2026

Martin Schatzmann (l.), Routiers-Redaktor und Jurymitglied «International Truck of the Year», und Gerald Puffitsch, Geschäftsführer DAF Austria und DAF Schweiz.

«International Truck of the Year 2026» sind die beiden E-Lastwagen DAF XD und XF Electric. Die Trophäe erhielt Gerald Puffitsch, Geschäftsführer DAF Austria und DAF Schweiz, kürzlich von Jurymitglied und Routiers-Redaktor Martin Schatzmann überreicht. Derweil hat DAF mit dem XG und dem XG+ bereits weitere Electric-Modelle lanciert.

Der niederländische Nutzfahrzeughersteller DAF hatte bei der Verleihung der Auszeichnung «International Truck of the Year» abgeräumt. Er erhielt die begehrte Trophy für die E-Trucks XD und XF Electric. Der Pokal hat nun den Weg zu Gerald Puffitsch gefunden, Geschäftsführer DAF Austria und DAF Schweiz.

Martin Schatzmann, Mitglied der Jury und Routiers-Redaktor, übergab ihn bei einem Treffen bei der Graf Nutzfahrzeug AG in Hunzenschwil (AG), die zusammen mit der DAtrucks AG Belp (BE) zu den Vertriebspartnern von DAF in der Schweiz gehört. «Diese Auszeichnung freut mich natürlich sehr», sagte Gerald Puffitsch. «Sie zeigt, dass DAF auch im Bereich Elektromobilität sehr gute Fahrzeuge im Angebot hat und dies auch international wahrgenommen wird.» In der Schweiz ist DAF mit seinen Lastwagen eher in kleinen bis mittelgrossen Flotten vertreten. Dies wird wohl vorerst auch mit den Electric-Modellen so sein. Einen Trumpf im Ärmel hat DAF mit seiner hohen Modularität des Electric-Angebots. Unter anderem deswegen wurde diese Modellpalette auch von der Jury ausgezeichnet.

Dennoch ist für Gerald Puffitsch auch die Politik gefordert, um den Umstieg auf E-Lastwagen zu fördern. «Unternehmen brauchen Planbarkeit, das ist gegenwärtig nicht gegeben», sagte er und sprach damit die von der Politik geplante Verschlechterung der heutigen Rahmenbedingungen, beispielsweise über die LSVA für Elektrofahrzeuge, an.

Schon wieder Zuwachs

Zum Zeitpunkt, als Gerald Puffitsch die Auszeichnung in Hunzenschwil entgegennimmt, sind bereits wieder Neuigkeiten aus dem Hause DAF bekannt, die den Electric-Bereich betreffen. Dieser wird – wie im Routiers 02/2026 erläutert – durch den XG sowie den XG+ erweitert. Diese neuen Premiummodelle sind vor allem für die Langstrecke gemacht. Erhältlich sind sie als 4×2-Sattelzugmaschinen und als 6×2-Fahrgestell mit gelenkter Nachlaufachse. Die Fahrerhäuser sind 33 cm länger als das Fahrerhaus des XF, das bereits ausserordentlich geräumig ist. «In Kombination mit der zusätzlichen Höhe bieten sie eine grosse Arbeits-, Wohn- und Schlafumgebung mit einem Gesamtvolumen von 12,5 m3 und einer Stehhöhe von bis zu 2,2 m», heisst es von DAF zu den neuen E-Versionen. Die Betten im XG und XG+ sind über die gesamte Bettlänge 80 cm breit. Dazu hält DAF fest: «In keinem anderen Fahrzeug auf dem Markt findet sich ein höheres Mass an Komfort.»

Angetrieben werden XG und XG+ Electric vom leistungsstarken PACCAR EX‑D2-Elektromotor mit einer Leistung von 270 bis 350 kW (370 bis 480 PS) und einem Drehmoment von 2400 Nm. Der Antriebsstrang, der sehr kompakt ist, besteht aus zwei separaten Elektromotoren in Kombination mit einem integrierten Getriebe mit drei Gängen, das ein sanftes Schalten bietet.

Bis zu fünf Batteriesätze

Die beiden neuen Electric-Modelle können laut DAF mit drei bis fünf Batteriesätzen ausgestattet werden, «die je nach Fahrzeugeinsatz modular am Fahrgestell positioniert werden können». Die Option mit fünf Batteriesätzen liefere eine emissionsfreie Reichweite von bis zu 500 km mit einer einzigen Ladung. «Mit optimaler Fahrzeug- und Ladeplanung können XG und XG+ Electric vollständig elektrisch mehr als 1000 km pro Tag zurücklegen, wodurch beide sehr gut für den internationalen Transportverkehr geeignet sind», ist der niederländische Hersteller überzeugt.

Neben dem Antriebsstrang und dem intelligenten Batteriemanagementsystem ist auch das aerodynamische Design der Lastwagen für die hohe Effizienz verantwortlich. Dazu gehören das konische, nahezu nahtlose Fahrerhausdesign und die gebogene Windschutzscheibe, die für einen günstigen Luftwiderstandskoeffizienten sorgen. Hinzu kommt das Kamerasystem anstelle von herkömmlichen Spiegeln.

Von der Baustelle bis zur Langstrecke

Um die Modularität der Electric-Palette nochmals zu steigern, hat DAF Trucks auch das Sortiment an 6×2-, 6×4- und 8×4-Sattelzugmaschinen und -Lkw für spezielle Anwendungen und die Bauindustrie erweitert. So gibt es mittlerweile für jede Anwendung eine massgeschneiderte elektrische Lösung aus dem Hause DAF – von der Baustelle bis zur Langstrecke.

Text: Daniel von Känel
Fotos: Daniel von Känel / DAF