«Was macht die ASTRA Bridge auf dem Flugplatzgelände?», schrieb Mitte März jemand in der Facebook-Gruppe «Du bisch vom Bödeli wenn ...». Bödeli, das ist die Ebene, in der Interlaken liegt. Dort, auf dem ehemaligen Flugplatz, steht tatsächlich die ASTRA Bridge. Das ASTRA beantwortete die Frage des Facebook-Nutzers kurz darauf, indem es einen Medienanlass organisierte. Die 257 Meter lange, mobile Autobahnbrücke werde hier aktuell gewartet, getestet und für ihren nächsten grossen Einsatz vorbereitet, klärte das Bundesamt für Strassen auf.
Die Wahl fiel bewusst auf Interlaken, genauer gesagt auf das weitläufige Flugplatzareal. Der Grund: Die Brücke ist extrem gross und benötigt viel Platz für Wartung und Testläufe. Hier wird die Brücke technisch überarbeitet und unter realistischen Bedingungen geprüft. Dabei geht es vor allem darum, frühere Schwachstellen zu beheben – etwa bei der Elektronik, den Verbindungen oder der Steuerung. Zusätzlich dient der Standort auch für Übungs- und Demonstrationszwecke, etwa für Personalschulungen oder eben mögliche Präsentationen vor Medien.
Nächster Einsatz im Juni
Nach Abschluss der Test- und Wartungsphase wird die ASTRA Bridge auf der Autobahn A2, auf einem Abschnitt nahe der Verzweigung Augst (BL) eingesetzt. Auf der stark befahrenen Strecke soll sie helfen, den Verkehr bei geplanten Unterhaltsarbeiten, insbesondere bei Belags- oder Instandsetzungsarbeiten, flüssig zu halten.
Brücke wurde verbessert
Der erste Einsatz der ASTRA Bridge vor gut vier Jahren auf der A1 im Kanton Solothurn war noch von Problemen begleitet und musste vorzeitig abgebrochen werden. Die steilen Anfahrtsrampen sorgten damals dafür, dass Chauffeure in der Kabine regelrecht durchgeschüttelt wurden, auch wenn sie nicht annähernd die vorgesehenen 60 Stundenkilometer auf dem Tacho hatten. Autofahrer bremsten ebenfalls stark ab, obwohl sie wohl noch etwas schneller hätten durchfahren können als die Lastwagenchauffeure, von denen einige sogar Schäden am Fahrzeug zu beklagen hatten. Der Verkehr wurde in dieser ohnehin stauanfälligen Region stark ausgebremst und suchte sich Ausweichrouten durch die Dörfer, die wiederum darunter litten. All dies wurde nach dem Abbruch des ersten Versuchs vom ASTRA aufgenommen. Das Bundesamt für Strassen liess die Kritik und die Erfahrungen in die Überarbeitung der mobilen Brücke fliessen. Die Rampen wurden verlängert und damit ihr Winkel merklich verkleinert.
Die mobile Baustellenbrücke ermöglichte daraufhin allen Fahrzeugen eine uneingeschränkte Überfahrt mit 60 km/h, wie sich beim zweiten Einsatz vor gut zwei Jahren, ebenfalls auf der A1 im Kanton Solothurn, zeigte. Das Prinzip, mit der verschiebbaren Brücke den Verkehr über die Strassenbaustelle zu leiten, sorgte auch international für Aufmerksamkeit.
Text: Daniel von Känel
Fotos: LVK / DVK

