Eine Westschweizer Hochschule hat sich in einer Studie mit den Arbeitsbedingungen und der beruflichen Identität von Chauffeusen und Chauffeuren in der Schweiz befasst. Einerseits zeigt sich, dass die Freiheit, die der Beruf bietet, immer noch von vielen als Argument genannt wird, weshalb man gerne Chauffeur ist. Andererseits gibt es zahlreiche Berufsleute, die eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen beklagen. Dazu gehört die immer engmaschigere Kontrolle des Fahrpersonals durch die Digitalisierung. Sie vereinfacht zwar vieles, stärkt aber die Kontrollmöglichkeiten und kann deshalb auch einschränkend wirken. Wenn zu stark an der Freiheit gesägt wird, ein Pluspunkt des Chauffeurberufs, sinkt auch die Bereitschaft, die langen Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen. Auf die hohe gesellschaftliche Bedeutung ihres Berufs sind Chauffeusen und Chauffeure zu Recht stolz. Für eine gute Zukunft dieses Metiers braucht es, neben guten Arbeitsbedingungen im Allgemeinen, zwei Dinge: Die gesellschaftliche Bedeutung muss von der Gesellschaft noch besser wahrgenommen werden. Gleichzeitig dürfen die Arbeitsbedingungen nicht unter der Digitalisierung leiden. Sie soll den Chauffeuren helfen, anstatt einzuschränken. Dann stehen die Chancen, auch weiterhin leistungsbereites Personal zu finden, besser. Freiheit ist schliesslich ein spannendes Argument, einen Beruf auszuüben.
Daniel von Känel, Chefredaktor
