18 Wohl keine andere Auszeichnung wird in der Lkw-Branche höher geachtet als der International Truck of the Year IToY. 1977 wurde IToY erstmals vergeben. Rückblick Teil I. IToY International Truck of the Year Die IToY-Jury ist eine internationale Organisation, welche in 25 Ländern Europas vertreten ist. Mitglieder sind Redaktoren und Journalisten der renommiertesten Nutzfahrzeug- Publikationen. In der Schweiz wird IToY durch den «Routiers» vertreten. Angestossen wurde die Auszeichnung, welche jährlich jenen Lkw wählt, der in den Augen der Jury den grössten Beitrag zur Entwicklung des Strassengüterverkehrs leistet, im Jahr 1976 vom Briten Pat Kennett, der als Chefredaktor von «Truck Magazine» amtete. Heute ist IToY weltweit vernetzt, mit wichtigen Lkw-Publikationen in Südafrika, Brasilien, Australien/ Neuseeland, China, Indien, USA usw. truck-of-the-year.com Martin Schatzmann Eine besondere Auszeichnung 50 Jahre International Truck of the Year – von Altern keine Spur ITOY 1977 Seddon Atkinson 200 Der Lastwagen, mit dem alles begann. Zusätzlich zur schweren 400-Serie fürs 28-Tonnen-Segment lancierte der britische Lkw-Hersteller Seddon Atkinson Anfang 1976 die leichtere 200-Serie, von der Pat Kennett, Chefredaktor von «Truck Magazine», so begeistert war, dass er das Fahrzeug auszeichnen wollte. Die Idee des «Truck of the Year» war geboren und die Auszeichnung wurde Anfang 1977 erstmals an einen Hersteller übergeben. Der Seddon Atkinson 200 wurde einzig als 16-Tonner angeboten und zeichnete sich durch eine komfortable und aus früheren Modellen stark weiterentwickelten Kabine aus. Der Motor, ein 6,8 Liter grosser Sechszylinder (International D 358), kämpfte mit Leistungs- und Zuverlässigkeitsproblemen, der Saugdiesel bot jedoch mit 134 HP (Horse Power) grundsätzlich genügend Leistung, und das Fahrzeug war am Markt in England beliebt. Richard Stanier ITOY 1978 MAN 16.280 Für die zweite Auszeichnung holte sich Pat Kennett europäische Unterstützung in Form von Experten aus Holland, Dänemark und zwei aus Deutschland. Damals waren diese Länder für 70 % der Strassentransporte im europäischen Wirtschaftsraum verantwortlich. Mit dem MAN 16.280 wurde zwar ein Fahrzeug ausgezeichnet, das seine Wurzeln im Jahr 1974 hatte, aber mit diversen Neuentwicklungen die vergrösserte Jury überzeugte. Der bisherige 11,4-Liter-Reihensechszylinder wurde vom Saug- zum Turbodiesel weiterentwickelt (280 PS). Für eine bessere Verkehrsübersicht hatte MAN das Armaturenbrett des 16.280 neu gezeichnet, den Rest der von Saviem bereits über ein Jahrzehnt vorher entwickelten Kabine aber praktisch unverändert belassen. Richard Stanier ITOY 1979 Volvo F7 Für die Auszeichnung 1979 wurde die Jury um Vertreter aus Belgien, Norwegen und Schweden erweitert und bestand nun aus sieben nordeuropäischen Staaten. Zugleich wurden die Bewertungskriterien ausgebaut. Mit dem Gewinner, dem F7, hatte Volvo die Gesamterneuerung seiner Fahrzeugpalette abgeschlossen, die fünf Jahre davor mit den Langhauber-Lastwagen der N-Serie gestartet war. Beim Volvo F7 zeichnete die Jury erstmals auch nicht ein spezifisches Modell aus, sondern die ganze Modellreihe. Diese umfasste Zugmaschinen und für Chassis-Versionen diverse Achskonfigurationen, deckte 16 bis 36 Tonnen ab, war aber mit lediglich zwei Kabinen-, zwei Motoren- und zwei Getriebe-Optionen erhältlich. Beim F7 nutzte Volvo bereits bewährte Komponenten, um sie für die neuen Modelle weiterzuentwickeln. Dabei wendete Volvo diese Taktik sowohl bei Antriebsstrang als auch bei Kabine und Chassis an. Das Fahrerhaus war übrigens eine sogenannte «Club of Four»- Kabine, bei der sich Volvo mit DAF, Saviem und Magirus-Deutz für eine gemeinsame Kabinenentwicklung zusammengeschlossen hatte. Richard Stanier Seddon Atkinson 200 mit Kippbrücke. Beim MAN 16.280 überzeugte vor allem der Antriebsstrang. Volvo F7, hier als in England beliebter 8×4.
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