29 Nr. 4 | 2026 VERBAND Die Studie Das Forschungsprojekt zielte darauf ab, zu verstehen, wie Schweizer Transportunternehmen mit den verschiedenen Vorgaben umgehen, denen sie ausgesetzt sind, welchen Einfluss diese Vorgaben und die Strategien der Arbeitgeber auf die Qualität der Arbeitsplätze von Chauffeuren haben und wie die Umstrukturierungen im Strassentransport und die Strategien der Transportunternehmen die berufliche Identität der Chauffeure verändern. Geleitet hat das Projekt Patrick Ischer, assoziierter Professor an der HEG – Hochschule für Wirtschaft Arc, Neuenburg. Finanziert wurde es durch den «Practice to Science»- Förderbeitrag des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Zur Methodik gehörten unter anderem Interviews mit Chauffeuren, Vertretern von Les Routiers Suisses und ASTAG sowie eine Auswertung von diversen Fachartikeln. Daniel von Känel Allianz Suisse Firmen-/Verbandsvergünstigungen Postfach | 8010 Zürich | T +41 58 358 50 50 | verguenstigungen@allianz.ch oder die Generalagentur in Ihrer Nähe | allianz.ch Einfach losfahren. Mit der Allianz Motorfahrzeugversicherung. Dank der Partnerschaft mit der Allianz profitieren Sie als Les Routiers Suisses Mitglied von attraktiven Vorteilskonditionen. QR-Code scannen und von weiteren Vergünstigungen auf ausgewählte Versicherungen profitieren! und dessen gesellschaftliche Bedeutung. Gleichzeitig berichten zahlreiche Befragte von einer spürbaren Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Drei Entwicklungen stechen besonders hervor: – Intensivierung der Arbeit: mehr Aufgaben und höhere Komplexität. – Verlust an Autonomie: weniger Entscheidungsspielraum durch Vorgaben und Technik. – Sinnverlust: Die Arbeit wird stärker durch Effizienzdenken geprägt. Trotzdem bleibt die Leidenschaft für den Beruf ein zentraler Antrieb. Die Studie unterscheidet drei Gruppen von Chauffeuren und Chauffeusen: – Desillusionierte: Sie erleben den Beruf zunehmend negativ. – Gemässigte Enthusiasten: Sie sehen die Arbeit vor allem pragmatisch. – Kompromisslose Enthusiasten: Sie identifizieren sich stark mit dem Beruf, oft auf Kosten von Gesundheit und Privatleben. Weniger Gemeinschaft Diese Typologie mit drei Gruppen zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf die gleichen Veränderungen reagieren. Besonders bemerkenswert ist der Wandel der beruflichen Identität. Die traditionelle Gemeinschaft der Fernfahrer verliert an Bedeutung. Stattdessen rücken Unternehmen oder das Privatleben stärker in den Fokus der Identifikation. Die Studie spricht von einem schleichenden Verlust des Gemeinschaftsgefühls – ein Zeichen dafür, dass sich nicht nur Arbeitsbedingungen, sondern auch das Selbstverständnis der Chauffeure grundlegend verändern. Beispiel für viele Berufsfelder Die Schweizer Transportbranche steht mit diesen Studienergebnissen beispielhaft für viele traditionelle Berufsfelder: Zwischen ökonomischem Druck, technologischer Transformation und ökologischen Anforderungen geraten gewachsene und gefestigte Strukturen ins Wanken. Für die Chauffeusen und Chauffeure bedeutet das einen Spagat zwischen Leidenschaft und Belastung. Ihre Arbeit bleibt unverzichtbar – doch die Bedingungen, unter denen sie geleistet wird, verändern sich rasant. Die grosse Herausforderung ist, eine Branche zu modernisieren, ohne jene zu verlieren, die sie tragen – zu einem grossen Teil sind dies die Chauffeusen und Chauffeure. ■
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