Ausgabe Nr. 6/2026

10 FAHRZEUGE UND TECHNIK Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Scania seine im Super 13 erstmals eingesetzte Motorenplattform auf andere Hubräume ausweiten würde. Nun steht mit dem Super 11 diese erste Erweiterung bereit, die sich gegenüber dem Super 13 durch 85 kg weniger Eigengewicht und gegenüber dem bisherigen 9-l-Fünfzylinder mit 7 % geringerem Verbrauch auszeichnet. Entsprechend zielt Scania mit dem Super 11 auf Anwendungen, bei welchen es auf jedes Kilogramm Nutzlast ankommt und keine Abstriche in der Energieeffizienz geduldet werden. Gleichwohl ist der knallig-grün lackierte Test-Sattelzug nicht auf die technisch möglichen 40 t ausgelastet, sondern kommt in einer Verteiler-Konfiguration mit 30 t Gesamtzuggewicht. Der neue Motor ist in drei Leistungsstufen erhältlich (Bildlegende unten), «unser» Fahrzeug kommt als Topversion mit 316 kW (430 PS) und trägt mit der R-Kabine entsprechend die Bezeichnung 430 R. Auch in der Vor vier Jahren hat Scania seine neuste Motorentechnologie vorgestellt. Der 13-l-Sechszylinder erhielt damals erneut die legendäre Super-Bezeichnung. 2025 folgte daraus eine Version für den regionalen Verkehr. Dieser neue Motor hat fünf Zylinder und knapp 11 l Hubraum – der Super 11 im Test. Super, ein 5-Zylinder Test Scania 430 R Super 11 TEXT UND FOTOS: MARTIN SCHATZMANN Schweiz sind Motoren mit 420 bis 460 PS oft anzutreffen, entsprechend interessiert waren wir an einer Fahrt über unsere eigene Teststrecke. Motorenplattform Super 11 und Super 13 teilen sich 85 % der Bauteile, unterscheiden sich also hauptsächlich in der Zylinderzahl: Der Super 13 hat sechs, der Super 11 fünf Zylinder. Der einteilige Zylinderkopf mit doppelten obenliegenden Nockenwellen ermöglicht neben der präzisen Ventilsteuerung auch die Integration der neuartigen Motorbremse, welche im Super-11-Testfahrzeug als Variable Valve Brake VVB (variable Ventil-Bremse) in der höheren Leistungsstufe von 344 kW eingebaut ist. Auf weitere Systeme, wie einen Retarder, wird im zur Verfügung gestellten Fahrzeug verzichtet, wobei der Retarder je nach Einsatz weiterhin auf Wunsch optional erhältlich bleibt. Auf unserer Testrunde haben wir den Retarder nach kurzer Angewöhnung nicht vermisst. Zwar verlangt VVB wie eine andere Motorbremse die frühzeitige Aktivierung, verzögert dann aber zuverlässig sowohl bei manuellem Einsatz als auch in Kombination mit dem AiCC-Tempomaten bedarfsgerecht und deutlich (zu AiCC später mehr). Auch die Twin-SCR-Abgasnachbehandlung gelangt beim Super 11 zum Einsatz. Sie eliminiert durch eine zweifache Adblue-Einspritzung zu hohe NOX-Emissionen im niedertourigen Betrieb. Dies ist umso wichtiger, als dass auch Scania auf einen möglichst niedertourigen Fahrbetrieb aus ist, und auf diese Weise den tiefstmöglichen Verbrauch sicherstellen will. Dabei erfolgt die erste Adblue-Einspritzung direkt in den Turbolader, die zweite wie üblich in den SCR-Katalysator. Leichte Schaltbox Getriebeseitig nutzt Scania im Super 11 das aktuelle OptiCruise-Modell G25CM1, welches zusammen mit dem ersten Super-Motor vor vier Jahren lanciert worden und auf maximal 2500 Nm Drehmoment ausgelegt ist. Das G25CM ergänzt das für höhere Drehmomente ausgelegte, aber technisch vergleichbare Getriebe G33CM. Bei den 14 Vorwärtsgängen ist der höchste Gang ein Overdrive, der niedrigste ein Kriechgang. Dabei bevorzugt die Getriebesteuerung jedoch den Direktgang unterhalb Mit dem Super 11 werden mit fünf Zylindern gegenüber dem Super 13 mit sechs Zylindern beachtliche 85 kg Gewicht gespart. Den Super 11 gibt es mit 350 PS, 390 PS und – wie im Testtruck – mit 430 PS.

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