Ausgabe Nr. 6/2026

12 Das Design der Scania-Kabinen wirkt modern und aerodynamisch. Allerdings bietet Scania als letzter europäischer OEM werkseitig noch kein Spiegelkamerasystem. Beim Testfahrzeug erfolgt das Kippen der Kabine elektrohydraulisch. Das Service-Abteil unter der oberen Frontabdeckung ist aufgeräumt, die untere Frontabdeckung dient als stabiler Tritt und Sitzgelegenheit. von dort Überland durch die Seeländer Gemüsekammer bis an den Jurasüdfuss in Biel. Ab dort führt die Fahrt durch die vordersten Jura-Hügelzüge, mit dem Einstieg über die steile Bieler Rampe der Transjuranne A16. Diverse A16-Abschnitte und Hauptstrassen später queren wir Moutier und dann Oensingen, bevor wir auf der A1 wieder westwärts rollen, zurück zum Grauholz. Um es gleich vorwegzunehmen, ein Vergleich der Resultate mit früheren Tests ist eigentlich nicht möglich, da die bisherigen Test-Einheiten jeweils mit 38 bis 40 t ausgelastet waren. Das ändert nichts daran, dass die Fahrt einige aussagekräftige Schlüsse zulässt. Einer davon ist, dass der Super 11 sehr sparsam mit Diesel – oder den ebenfalls zugelassenen alternativen Treibstoffen HVO und Fame/Biodiesel – umgeht. Über die ganze Strecke liegt der Verbrauch bei niedrigen 27,9 l/100 km. Auf dem verbrauchsärmsten Abschnitt, der praktisch flachen A1 zwischen Oensingen und dem Grauholz, sinkt er beim Super 11 im 30-t-Zug auf noch bescheidene 22,2 l/100 km. Diese guten Werte werden durch Erprobungen von Schweizer Transporteuren bestätigt. So hatte auch die Schöni Transport AG eine Super-11-Sattelzugmaschine mit 430 PS auf den eigenen Routen erprobt. Dabei hatte der Schöni-Chauffeur einen Durchschnitt von 25,6 l/100 km erzielt, war jedoch mit 40 t voll ausgelastet unterwegs; vergleichbare Mitbewerber konsumieren gemäss Scania und Schöni auf gleicher Strecke gut 30 l. Und da Schöni für seine Nachhaltigkeitsstrategie u.a. grossen Wert auf den Einsatz von B100Biodiesel setzt, wurde auch der Super 11 mit B100 und entsprechend etwa 10% erhöhtem Verbrauch bewegt. Interessante Unterstützungen Moderne Lastwagen kommen heute ohne intelligente Assistenzsysteme nicht mehr aus, welche im Zusammenspiel mit dem Antriebsstrang für Effizienz und sichere Fahrt sorgen sollen. In «unserem» Super 11 ist u.a. der erweiterte intelligente Abstandstempomat AiCC eingebaut. Dieser nutzt neben Abstandsradar und Frontkamera auch topografische Daten, um die Tempogestaltung und die passenden Abstände zum vorausfahrenden Verkehr festzulegen. Die Idee ist, den Lastwagen so gut es geht auf die Topografie und das Verkehrsaufkommen abzustimmen, damit das System möglichst wenige Bremseingriffe vornehmen muss. Entsprechend hält das System den Abstand auf einer ebenen Strecke eher kurz, verlängert den Abstand aber, wenn eine Gefällstrecke bevorsteht, damit die kinetische Energie im Gefälle voll ausgenutzt werden

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