Ausgabe Nr. 6/2026

26 Im ContiLifeCycle-Werk werden Gebrauchtreifen zu neuen Reifenrohlingen aufgebaut und in 14 Pressen bei 170 °C vulkanisiert. Reifen für Personenwagen und Lastwagen haben ganz unterschiedliche Ausrichtungen, teilen sich aber die gleiche Grundaufgabe, nämlich, das Fahrzeug sicher mit der Fahrbahn zu verbinden. Die unterschiedlichen Gewichte und gefahrenen Geschwindigkeiten verlangen jedoch nach sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Und die Reifen unterscheiden sich in Lebensdauer und Recyclingfähigkeit. Letztere ist bei den schweren Nutzfahrzeugen besonders wichtig. Das Profil oder der ganze Reifen Mit verschiedenen Methoden lässt sich die Nutzung eines Nutzfahrzeugreifens über das erste Leben hinaus verlängern. Dabei geht es in erster Linie darum, die material- und entwicklungsintensive Karkasse weiterzuverwenden. Das kann durch Nachschneiden des Während Autoreifen nach ihrem Einsatz direkt rezykliert werden, können Lastwagen- und Busreifen durch die Runderneuerung einem zweiten oder gar dritten Lebenszyklus zugeführt werden. Das spart enorme Ressourcen und senkt die TCO für Flottenbetreiber. Ein zweites Leben für LkwHeiss runderneuern im Werk von Conti TEXTE: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: CONTINENTAL Profils erfolgen, aber vor allem auch durch das sogenannte Runderneuern. Dazu wird grundsätzlich die gebrauchte Lauffläche eines Reifens mechanisch von der Karkasse abgelöst und durch eine neue Lauffläche mit neuem Profil ersetzt. Vor gut 15 Jahren hatte Continental das Verfahren verfeinert, um runderneuerte Reifen näher an die Eigenschaften eines Neuprodukts heranzuführen. Dabei wird neben der Lauffläche auch das Obermaterial der Flanken entfernt, eine neue Gummimischung aufgetragen und in der Reifenpresse bei 170 °C frisch vulkanisiert. Der ganze Reifenaufbau erfolgt bei hohen Temperaturen, weshalb das Verfahren unter dem Begriff Heissrunderneuerung läuft. Beim ursprünglichen Verfahren, das Continental ebenfalls weiter benutzt, wird ein vorgefertigter Profilstreifen mit dem bestehenden Reifen verbunden. Deshalb spricht man in der Reifenbranche von Kaltrunderneuerung, obwohl das Laufflächenband ebenfalls durch Vulkanisieren mit dem Reifen verbunden wird. Spezialwerke Das von Continental entwickelte Verfahren der Heissrunderneuerung wird inzwischen in der ganzen Branche angewendet. Continental selbst hat dazu seit 2013 das ContiLifeCycle-Werk in Stöcken bei Hannover in Betrieb und inzwischen auch ein zweites Werk in Grossbritannien, wo die gebrauchten Reifen heissrunderneuert werden. Die Kaltrunderneuerung findet bei Continental bei über 50 Partnern und Standorten statt. Gemäss Stöcken-Werksleiter Felix Hantelmann wird für einen heissrunderneuerten

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