28 TREFFEN Ritzelwagen und D330: Das Saurer-Treffen zeigte Beginn und Ende der eigenständigen Lastwagenproduktion von Saurer. Am letzten Samstag im August, das weiss der Oldtimerfan, machen sich aus allen Landesteilen Lastwagen der Marken Saurer und Berna auf den Weg zum Campus Sursee, um dort in Reih und Glied zu glänzen. Dieses Jahr war es bereits die 40. Ausgabe des Saurer-Treffens. Das OK wünschte sich deshalb möglichst viele «Exponate» aus allen Produktionsbereichen der beiden Schweizer Lastwagenmarken. Dank vieler Anmeldungen ist dies gelungen. So konnten die Besucherinnen und Besucher des Treffens nicht nur den ersten, vollständig in Arbon gebauten Lastwagen, den Ritzelwagen, bestaunen; auch jener mit der höchsten Chassisnummer, der letzte aus der eigenständigen Nutzfahrzeugproduktion von Saurer, war dort. Letzterer wurde Ende 1983 ausgeliefert. Bis 1986 wurden noch Saurer Für das Jubiläumstreffen in Sursee wünschte sich das Organisationskomitee möglichst viele Fahrzeuge aus dem ganzen Produktionsbereich von Saurer und Berna. Dank vieler Anmeldungen von Fahrzeughaltern ist dies gelungen. Der Erste und der Letzte 40. Saurer-Treffen in Sursee (LU) mit Fahrzeugen aus allen Epochen TEXT UND FOTOS: DANIEL VON KÄNEL für die Armee produziert, allerdings von der eigens dafür gegründeten Nutzfahrzeuggesellschaft Arbon & Wetzikon (NAW) AG. Auch der letzte Armeesaurer gesellte sich in Sursee zum Ritzelwagen und dem D330 BF 8×4. Lastwagen als zweites Standbein Die Firma Saurer, das ist dem Festführer zum 40. Saurer-Treffen Sursee zu entnehmen, wurde Jahrzehnte vor dem Beginn der Lastwagenproduktion gegründet. Dies geschah nämlich schon 1853 durch Franz Saurer in St. Georgen bei St. Gallen. 1862 zog die Firma nach Arbon, wo sie eine mechanische Werkstätte und eine Eisengiesserei betrieb. 1869 begann die Produktion von Handstickmaschinen und einige Jahre später von Schiffchenstickmaschinen. Nach zwei Krisen in der Stickerei wurden die Weichen für die Lastwagenproduktion gestellt. Adolph Saurer, Sohn des Firmengründers, war überzeugt, dass ein wirtschaftliches Überleben nur mit weiteren Standbeinen möglich war. So begann 1888 in Arbon die Produktion von Verbrennungsmotoren oder genauer: Petrolmotoren nach dem Otto-Prinzip. Kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts nahm Saurer zudem die Fabrikation von Webmaschinen auf. Hippolyt Saurer, Sohn von Adolph Saurer, war es schliesslich, der die Fabrikation von «motorisch angetriebenen Strassenfahrzeugen» vorantrieb; der anfänglichen Skepsis seines Vaters zum Trotz. So begannen 1902 die Konstruktionsarbeiten für einen schweren 5-Tonnen-Versuchslastwagen mit sogenanntem Ritzelantrieb und weitere Fahrzeuge. Für den Ritzelwagen ist das Auslieferungsdatum 10. Mai 1904 registriert.
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