Ausgabe Nr. 8/2026

6 VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Mehr als 35 Grad Lufttemperatur, glühend heisser Asphalt und gleich mehrere Hitzerekorde: Der Sommer 2026 wird in Erinnerung bleiben. Auf der A13 führte die extreme Hitze sogar zweimal zu einem seltenen Ereignis. Die Fahrbahn hob sich plötzlich an – ein sogenannter Blow-up. Für das Bundsamt für Strassen (Astra) bedeutete dies Soforteinsätze und Reparaturen, für Verkehrsteilnehmende Sperrungen und Umleitungen. «Auf dem Nationalstrassennetz sind Blow-ups zum Glück seltene Ereignisse», schreibt das Astra auf Anfrage. Wenn es doch dazu kommt, sind es ältere Abschnitte des Nationalstrassennetzes, die betroffen sind. Unter der Asphaltdecke befinden sich dort noch Betonplatten aus früheren Bauweisen. Diese dehnen sich bei Der Hitzesommer 2026 brachte auch Nationalstrassen an ihre Grenzen: Auf der A13 brach die Fahrbahn gleich zweimal auf. Wie es dazu kommen konnte – und weshalb die Nationalstrassen für die Herausforderungen des Klimawandels dennoch gut gerüstet sein sollten. Wenn Strassen der Hitze nicht mehr TEXT: FABIENNE REINHARD FOTO: ASTRA Was befindet sich unter einer Nationalstrasse? Auf den ersten Blick wirkt eine Nationalstrasse wie eine einfache Asphaltfläche. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Schichten, die jeweils eine eigene Aufgabe erfüllen: Schicht Ziel/Funktion Material/Beschaffenheit Schichtdicke Deckschicht – Griffige und ebene Fahrbahnoberfläche Dicht bis porös, je nach Einsatzort 3–5 cm – Aufnahme der direkten Lasten und Kräfte – Schutz der darunterliegenden Schichten vor Umwelteinflüssen Binderschicht – Aufnahme der primären Schubkräfte, Dicht und verformungsbeständig 8–10 cm Schutz der Deckschicht vor Verformungen Tragschicht – Standfeste Unterlage für die Fahrbahn Gebundenes Mischgut 8–10 cm – Verhindert Bewegungen im Erdreich Gebundene – Stabilisierung der Fundationsschicht Gebundenes Mischgut 8–10 cm Fundationsschicht Fundationsschicht – Schutz des Oberbaus vor Frostschäden Ungebundener Kies und Sand 50–70 cm – Verhinderung von Setzungen Verbesserter – Erhöhung der Traglast Zement- oder kalkstabiler Boden Untergrund des natürlichen Untergrunds Dieser mehrschichtige Aufbau ist sinnvoll, da oft lediglich die oberste Deckschicht nach 15 bis 20 Jahren erneuert werden muss. Die darunterliegenden Schichten können – je nach Zustand – bis zu 60 Jahren genutzt werden. Zudem beinhalten heutige Asphaltmischungen zwischen 50 und 90 Prozent Recyclingmaterial. Fabienne Reinhard grosser Hitze aus. Normalerweise nehmen die Fugen zwischen den Platten diese Bewegung auf. Sind sie jedoch verschmutzt oder reicht ihr Spielraum nicht mehr aus, bauen sich enorme Druckkräfte auf. Können diese nicht seitlich entweichen, entladen sie sich nach oben und die Fahrbahn wölbt sich oder bricht auf. Wenn jede Minute zählt «Wird ein Schaden gemeldet oder bei einer Kontrollfahrt entdeckt, zählt schnelles Handeln», entgegnet das Astra. Die zuständige Gebietseinheit sichert die Gefahrenstelle zunächst ab und beurteilt den Schaden. Anschliessend erfolgt eine provisorische Reparatur, damit der betroffene Abschnitt möglichst rasch wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Die endgültige Instandsetzung findet später im Rahmen geplanter Bauarbeiten statt – häufig nachts, um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten. Moderne Beläge halten mehr aus Die gute Nachricht: Die heutigen Nationalstrassen sind wesentlich widerstandsfähiger als frühere Generationen. Seit rund 15 Jahren schreibt das Astra für Deckbeläge polymermodifiziertes Bitumen vor. Durch die Beimischung von Polymeren bleibt der Belag auch bei grosser Hitze formstabil. Gleichzeitig werden in den unteren Schichten besonders robuste Bitumenmischungen verwendet, die den Belastungen durch Schwerverkehr und Temperaturschwankungen langfristig stand-

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