Es beginnt immer ganz harmlos. Ein Anruf aus Padborg. «Na, wie geht's? Lust, wieder zu fahren? Hätte dieses Jahr wieder tolle Fuhren.» Kann man da Nein sagen? Termin ausmachen, wann es losgeht, Ausrüstung einpacken – und schon kann man durchstarten.
Dienstagmorgen geht es los. Unterwegs noch ein Besuch in Suderburg beim Disponenten, anschliessend weiter zum Hotel in Ascheffel. Ausgeruht wird am nächsten Tag die Zugmaschine für die Tour vorbereitet. Vollkontrolle inklusive ADR-Ausrüstung. Den neuen Trailer anhängen, und ab geht's nach Hamburg. Die Ladestelle ist, wie so oft, bei Team-Sped. Das ist sozusagen das Lagerhaus der TUI-Kreuzfahrtschiffe. Ob Bühnenausrüstung oder Reinigungsmittel – man findet alles in diesem Lager. Die Beladung erfolgt durch das Personal, alles erfahrene Mitarbeiter. Die ADR-Kontrolle wird durchgeführt, die Dokumente werden ausgehändigt und die Tour startet.
Offensichtlich habe ich einen Glückstag erwischt, sodass ich ohne Stau Richtung Süden rollen kann. Vorbei an Hannover, Kassel und Fulda bis nach Geiselwind zum Autohof verläuft die Fahrt völlig unaufgeregt. Nach der Ruhezeit wird durchgestartet. Es geht vorbei an München, durch Oberbayern, über Kufstein nach Österreich. Über den Brenner gibt es trotz der Baustelle an der Luegbrücke keine Verzögerungen. Es ist ein imposantes Bild: 15 Kräne stehen in einer Reihe für den Neubau der Brücke.Durch Südtirol geht es weiter bis Campogalliano. Die nächste Ruhezeit wird fällig. Anschliessend geht es an Bologna, Rimini und Ancona vorbei Richtung Süden bis kurz vor Taranto. Den Rest mache ich am Sonntagmorgen. Termin beim Zoll in Taranto: 8 Uhr. Dokumente werden geprüft, die Einfahrt ins Hafengelände verläuft problemlos. Man wird bereits erwartet. Zügig wird der Trailer entladen. Nun gibt's Feierabend bis Montagmittag.
In Scanzano Jonico warten 66 Paletten Melonen für COOP Tromsø. Das wird von den Mitarbeitern der Agricola zügig erledigt. Schon geht's wieder auf die Autobahn Richtung Norden. Vorbei an Bari, Pescara und bis nach Rimini sind die Lenkstunden ausgereizt. Am nächsten Morgen führt die Fahrt an Bologna, Modena und Verona vorbei zum Zollamt in Sterzing. Die Ausfuhrdokumente sind bereits vorbereitet, und das T1 wird in kürzester Zeit erstellt. Mit der restlichen Lenkzeit komme ich noch bis Vomp an der Inntalautobahn. Ruhezeit ist angesagt.
Am frühen Morgen wird der Kessel wieder unter Dampf gesetzt, und es geht über den Irschenberg, an München, Regensburg und Leipzig vorbei bis nach Magdeburg. Nach Rücksprache mit der Disposition soll der Trailer am nächsten Morgen in Henstedt-Ulzburg auf dem Autohof getauscht werden. So gibt es einen leeren Auflieger, um wieder Proviant in Hamburg zu übernehmen. Gegen 10 Uhr sind bei Team-Sped bereits drei Fahrzeuge geladen: zwei für Koper in Slowenien und eines für Bilbao. Ich darf nach Koper. Als ich das letzte Mal dort war, hiess das Land noch Jugoslawien. Die Zeit vergeht. Am Samstagmorgen ist das Rendezvous mit der «Mein Schiff 4» geplant. Man wird direkt als Erster entladen. So bleibt genügend Spielraum, um in die Nähe der nächsten Ladestelle zu kommen.Gegen Mittag wird der Vorhang gezogen und ein Hotel aufgesucht. Text und Fotos: Helmut Riede








