Ausgabe Nr. 6/2026

8 Die Verkehrsmanagementzentrale hat den Überblick über die Strassenverhältnisse. Keinen Stau, fliessenden Verkehr: Das wünschen sich alle, die täglich auf den Strassen unterwegs sind. Die Realität sieht anders aus. Die Verkehrsüberlastung und damit auch die Staustunden nehmen jedes Jahr zu. 2024 wurden auf dem gesamten schweizerischen Nationalstrassennetz rund 55 600 Staustunden registriert. Dies sind 14 Prozent mehr als 2023. Ohne sie würde auf den Schweizer Autobahnen wohl noch häufiger Stillstand herrschen: die Verkehrsoperatoren der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) des Bundesamts für Strassen (ASTRA) in Emmenbrücke. Sie beobachten jeden Tag rund um die Uhr die aktuelle Verkehrslage auf den Schweizer Nationalstrassen. VerkehrsStau, Temporeduktionen oder gesperrte Spuren: Hinter vielen Eingriffen auf Schweizer Nationalstrassen steckt die Verkehrsmanagementzentrale. Sie arbeitet rund um die Uhr – auch für den Schwerverkehr. TEXT: FABIENNE REINHARD FOTOS: ASTRA Die unsichtbaren Dirigenten Die Verkehrsmanagementzentrale steuert den Verkehr auf Autobahnen störungen früh zu erkennen, die Auswirkungen einzuschätzen und rasch einzugreifen, gehört zu ihren Kernaufgaben. Ziel ist es, den Verkehrsfluss möglichst sicher, effizient und störungsfrei aufrechtzuerhalten. Dazu gehören Temporeduktionen, Umleitungen oder Spursperrungen. Tempo senken für flüssigeren Verkehr Automatisierte Systeme unterstützen die Verkehrsoperatoren bei ihrer täglichen Arbeit: Dank Sensoren wird beispielsweise die Höchstgeschwindigkeit je nach Verkehrsaufkommen automatisch angepasst, kann bei Bedarf aber übersteuert werden. Die Geschwindigkeit wird dabei schrittweise von 120 auf 100 oder 80 km/h gesenkt. Für viele Verkehrsteilnehmende wirken tiefere Tempolimiten zunächst wie ein zusätzlicher Bremsklotz. Laut ASTRA haben sich diese Massnahmen jedoch bewährt: Sinkt die Geschwindigkeit frühzeitig, soll verhindert werden, dass der Verkehr komplett zusammenbricht. Trotz tieferer Tempolimiten soll der Verkehr flüssiger und sicherer bleiben. Über Umleitungen und deren Umsetzung entscheiden die Verkehrsoperatoren gemeinsam mit den Partnerorganisationen wie Kantonspolizeien. Entscheidend dabei sind Erfahrung, örtliche Kenntnisse und der enge Austausch mit den Partnern.

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