Ausgabe Nr. 8/2026

10 Die Cockpitabdeckung wurde für die tiefere Fensterkante deutlich nach vorne abgesenkt. Das Trottoirfenster auf Beifahrerseite rollt MAN über die ganze Modellpalette aus. Die Front im neuen Flaggschiff eTGX ist um 120 mm verlängert, um aerodynamische und sicherheitsrelevante Massnahmen umzusetzen. Um der Elektromobilität im Gütertransport noch stärker zum Durchbruch zu verhelfen, arbeitet auch MAN kontinuierlich an der Optimierung seiner E-Trucks. Neben dem Ausbau auf alle möglichen Anwendungen geht es um die Erhöhung der Reichweite, speziell auch für Langstreckentransporte, aber auch um die Erhöhung der Sicherheit und der Umsetzung künftiger Fahrzeugvorschriften. So erfüllt MAN mit dem auf der IAA Transportation enthüllten neuen eTGX bereits die ab Januar 2029 gültigen Anforderungen an die Direktsicht der Fahrerhäuser, wie Nils Heine, verantwortlich für Alternativantriebe und Markteinführung bei MAN Truck & Bus, in Hannover bestätigt (siehe auch rechts). Die um 120 mm verlängerte Front ist die Basis für die aerodynamischen Verbesserungen beim neuen eTGX. Zudem senkt MAN den unteren Windschutzscheibenrahmen, um auf diese Weise die künftige Direktsichtvorschrift zu erfüllen. Fensterrahmen und die dadurch nötige Anpassung an der Scheibenwischermontage machen einen Eingriff in Von den europäischen Herstellern war die überarbeitete Kabine des MAN eTGX eines der echten Highlights der IAA 2026. Aerodynamisches Design und leistungsfähigere Batterien ermöglichen beim neuen Flaggschiff bis zu 720 km Reichweite. Bis zu 720 km weit MANs neuer, aerodynamischer eTGX TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: MARTIN SCHATZMANN/ MAN TRUCK & BUS den Rohbau der Kabine nötig, dies geht also weit über eine alleinige optische Anpassung hinaus. Teil des Direktsichtpakets ist auch das Trottoirfenster auf Beifahrerseite, das mit dem eTGX Premiere bei MAN feiert und nun in allen Modellreihen Einzug halten wird. Hingegen bleiben die aerodynamische Front und der niedrigere Windschutzscheibenrahmen dem eTGX und dem Diesel-TGX vorbehalten, denn bei TGS, TGM und TGL sind die Direktsichtvorschriften dank niedrigerer Sitzpositionen des Chauffeurs bereits erfüllt. Bei ihnen wird lediglich noch die Armaturenbrettposition etwas modifiziert. Effizienzsteigerung Ergänzend zur Aerodynamik präsentiert MAN mit dem eTGX die neue Batteriegeneration und eine höhere Rekuperationsleistung. Letztere beträgt nun 480 kW. Übrigens wird die Rekuperationsleistung von der möglichen Peakleistung der E-Maschine bestimmt, weshalb sie auch in Fahrzeugen mit geringerer Dauerleistung abrufbar ist. Als Gesamtpaket reduziert MAN den Energieverbrauch seines Elektro-Flaggschiffs um 3 % und steigert zugleich die Reichweite, ohne dass sich Leergewicht und Platzbedarf der Batterien dazu erhöhen würden. Beim Diesel-TGX liegt die Steigerung der Energieeffizienz bei 2,2 %, denn der Effekt der Rekuperation entfällt bei ihm und so kommt «nur» die verbesserte Aerodynamik zum Tragen. Die Zellchemie der Batterien wurde neu austariert und hat u.a. einen höheren Anteil an Nickel und nochmals weniger kritische Rohstoffe. Zugleich wird die nutzbare Kapazität von zuletzt 90 auf neu 95 % erhöht, entsprechend liegt die Nettokapazität des Batteriepakets bei 88 kWh von brutto 92 kWh. Gepaart mit der besseren Aerodynamik und der höheren Rekuperationsleistung steigert MAN die Reichweiten gegenüber seinen aktuellen Modellen um satte 15 %, bei wie gesagt unverändertem Fahrzeuggewicht. Siebte Batterie und mehr Power Die Reichweite des eTGX liegt als 4×2-Sattelzug mit sechs Batteriepaketen und 552 kWh Kapazität bei bis zu 660 km. Künftig ist auch eine Version erhältlich, bei welcher hinter dem Fahrerhaus eine zusätzliche, siebte Batterie untergebracht ist. Dieser eTGX wird jedoch als 6×2 gebaut, hat 644 kWh Kapazität und erzielt bis zu 720 km Reichweite mit einer Batterieladung. Die siebte Batterie war bislang schon nachträglich von MAN Individual erhältlich, wird nun aber ab Werk angeboten. Für den eTGX bringt MAN auch eine neue Spitzenmotorisierung mit 440 kW/598 PS, welche das bisherige Angebot ergänzt. So reicht die MAN-Palette in den schweren Anwendungen nun von 295 kW/401 PS bis 440 kW (gekoppelt mit 4-Gang-Getriebe). Die leichten Anwendungen mit 2-Gang-Getriebe bleiben unverändert, mit E-Maschinen von 210 kW/286 PS bis 245 kW/333 PS. Der Verkaufsstart ist Anfang 2027. Im Sommer 2027 beginnen die ersten Fahrzeuge, zu den Kunden zu rollen. ■ MESSEN UND AUSSTELLUNGEN

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