HIAB von Notterkran Ein langer Kran für Hürlimann AUSWEISENTZUG Ausnahmen für Chauffeure IAA TRANSPORTATION Vorschau auf die Leitmesse STAUSTUNDEN Autobahnen sind überlastet Die Fachzeitschrift für Berufschauffeure Nr. 7 | 2026 ISSN 1423-4319 Fr. 10.00
On the road! Scannen und Karte online anfragen (nur Privatpersonen) Frau Herr Name Vorname Adresse PLZ/Ort Geburtsdatum Mitigliedernummer Telefon E-Mail-Adresse Beruf selbständig angestellt Arbeitgeber Arbeitsort Zahlungsart Direct Debit Einzahlungsschein Karten Ich bestelle eine zweite TAMOIL CombiCard an meine Adresse Unternehmen: ich bestelle die Karten gemäss der beigelegten Liste Rechnungsversand Email ( PDF ) Per Post Ort, Datum Unterschrift Antwortadresse : Les Routiers Suisses, Chocolatière 26, 1026 Echandens Ja, ich will die TAMOIL CombiCard für mein Unternehmen Ja, ich will die TAMOIL CombiCard für private Nutzung Ja, ich wünsche eine monatliche Kilometer-Abrechung auf der Rechnung Anzahl der Fahrzeuge Name der Firma Geschätzter Treibstoffverbrauch (Liter p.a.) Antrag TAMOIL CombiCard Spezialangebot für die Mitglieder der Routiers Suisses Spezialrabatt Les Routiers Suisses - 6 Rp. / Liter AC: 0504 1234579135 9942531 7 WERNER MEYER CombiCard 1234567890 1234567 1 12/28 504345 So einfach geht’s : Kartenantrag ausfüllen und einsenden! 1234579135 9942531 7 WERNER MEYER CombiCard 1234567890 1234567 1 12/28 504345 • -6 Rp./Liter ; höherer Rabatt ab 20’000 Liter p.a. • -10 Rp./Liter in Herrlisberg Nord (A3) • Über 440 TAMOIL- und SOCAR-Tankstellen zu Ihren Diensten • Weder Karten- noch Verwaltungsgebühren • Mehrwertsteuerkonforme Monatsrechnung TAMOIL CombiCard
1 4 / 2023 EDITORIAL IMPRESSUM ROUTIERS, route de la Chocolatière 26, 1026 Echandens. Tel.: 021 706 20 00, redaktion@routiers.ch Chefredaktor: Daniel von Känel | Redaktor: Martin Schatzmann | Mitarbeitende der Redaktion: Léa Estoppey, Elsbeth Koehli, Danijela Lazarevic, Elvedin Mesic, Fabienne Reinhard, Bettina Ritzi und Erich Urweider | Anzeigen: Elsbeth Koehli, ekoehli@routiers.ch | Druck: Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen, www.vsdruck.ch Inserateverwaltung: Les Routiers Suisses, route de la Chocolatière 26, 1026 Echandens. Tel.: 021 706 20 00, annonces@routiers.ch Auflage WEMF-beglaubigt: 16 550 Exemplare (grösste Auflage der Branche in der Schweiz) | Jahresabonnement: 90 Franken www.routiers.ch NACHWUCHS FÜR DIE BRANCHE Impressionen von den Lehrabschlussfeiern 6 AUTOBAHNEN Stau wird Dauerzustand 10 IAA TRANSPORTATION Die Vorschau auf die grosse Messe 18 TEST DAF XB Electric 190E 22 DAIMLER BUSES BUSWin in Winterthur 23 ADIEU WALTI Nachruf auf Walter Schopfer 26 WASSERSTOFF Hier, um zu bleiben 28 ANHÄNGER MIT E-ANTRIEB Die ersten Erfahrungen 30 ITOY-RÜCKBLICK Die Gewinner von 2007 bis 2011 38 FOTOWETTBEWERB Die aktuelle Auswahl «Wir liefern»: Das richtige Motto für die Branche Alle zwei Jahre findet in Hannover die IAA Transportation statt. Das Motto der diesjährigen Leitmesse für den Strassengüterverkehr, die Mitte September über die Bühne geht, heisst «Wir liefern». Das ist einerseits passend für die IAA: Der Fokus der zahlreichen Aussteller liegt auf alternativen Antriebstechnologien, welche die Dekarbonisierung des Strassentransports weiter vorantreiben werden. Dazu gehören allerdings nicht nur Elektroantriebe, auch neue Generationen von Dieselmotoren, die effizienter und emissionsärmer sind, werden gezeigt. Nach wie vor gibt es Einsatzbereiche oder Regionen, in denen der Dieselmotor noch erste Wahl ist. Die Hersteller liefern ab, mit Realitätssinn und starker Ingenieursleistung. In unserer Vorschau zur IAA sehen Sie übrigens auch, wer für den begehrten Award International Truck of the Year (IToY) nominiert ist. Dieser wird nämlich an der IAA vergeben. «Wir liefern» passt aber auch bestens zu den Menschen, die mit Leidenschaft hinter dem Steuer der Lastwagen sitzen, wenn sie nicht mehr in den Ausstellungshallen stehen, sondern auf den Strassen fahren. Chauffeusen und Chauffeure arbeiten nicht nur überdurchschnittlich viel, sie tragen sehr viel zum Wohlstand bei, indem sie alles liefern, was dieser erfordert. Erfreulich, dass sich jedes Jahr wieder junge Menschen dazu entscheiden, die Lehre als Strassentransportfachmann oder als Strassentransportfachfrau EFZ anzutreten. Jene, die erfolgreich abschliessen, haben geliefert, ebenso ihre Lehrbetriebe. Das Motto «Wir liefern» gilt also für die ganze Branche. Daniel von Känel, Chefredaktor Kontakt: Notterkran AG, Bahnhofstrasse 23, 5623 Boswil. Tel. 056 677 88 00. 4 Recht 40 Kanton Tessin 41 Sektionsaktivitäten TITELSEITE Die Roman Hürlimann Transporte AG in Walchwil (ZG) hat ein bemerkenswertes neues Fahrzeug in der Flotte: ein Mercedes-Benz Arocs, der von Notterkran zum Kranfahrzeug aufgebaut wurde. Der HIAB iQ.1188 HiPro E-9 mit Zusatzknickarm hat eine Reichweite von bis zu 40 Metern. FOTO: CELINE BÜTLER 3
2 EFFIZIENT – PRAKTISCH - FLEXIBEL Les Routiers Suisses Route de la Chocolatière 26 1026 Echandens info@tachifox.ch 021 706 20 00 www.tachifox.ch www.routiers.ch Dieses Gerät erlaubt Ihnen, die auf der Fahrerkarte und dem Fahrtenschreiber enthaltenen Daten auszulesen. Aus diesen Quellen generiert das TD NX sogenannte ".ddd"-Dateien. Es ist mit einer Batterie ausgestattet, welches es autonom macht. Mit dem Kartenleser und dem Downloadkey (TD1) können Sie Daten auslesen und mit dem TachiFox 3 analysieren. Als kluger Unternehmer wählen Sie eine einfache Lösung, um mit der ARV konform zu sein. TachiFox3 Pro ermöglicht die einfache Analyse von Fahrerkarten und digitalen Fahrtenschreiber sowie die Verarbeitung und Sicherung all Ihrer ARV-relevanten Daten in der Cloud. TachiFox3 Pro ist ab 320.- pro Jahr für eine Lizenz mit 5 Fahrzeugen erhältlich. Dieses Programm ermöglicht Ihnen, Ihre ARV-Berichte mit minimalem Arbeitsaufwand zu verwalten. TachoDrive NX (TD NX) TachoDrive (TD1) und USB Kartenleser Um Ihre Datei zu übertragen, empfehlen wir Ihnen: Ab
3 Nr. 7 | 2026 VERBAND Der Nachwuchs ist wichtig, umso mehr in einem Metier, das schon lange an einem Mangel an ausgebildeten Fachkräften leidet. Der Chauffeurberuf ist anspruchsvoll, deshalb ist es auch die Lehre zum Strassentransportfachmann oder zur Strassentransportfachfrau EFZ. Die jungen Profis, die ihren Abschluss machen, sind sehr gut ausgebildet und gerüstet für dieses Metier. Sie leisten einen wichtigen Beitrag nicht nur für die Transportbranche, sondern für die ganze Gesellschaft, die ohne Logistik und damit ohne Chauffeure nicht auskommen kann. Sie dürfen zu Recht stolz sein auf ihre Leistung; ob in der Lehre oder jetzt im Beruf. ■ Die Lehre zum Strassentransportfachmann respektive zur Strassentransportfachfrau EFZ ist anspruchsvoll. Umso stimmungsvoller sind jeweils die Feiern, wenn die jungen Berufsleute stolz ihren erfolgreichen Abschluss feiern. Einige Impressionen. Junge Profis diplomiert Diverse Lehrabschlussfeiern TEXT: DANIEL VON KÄNEL FOTOS: DIVERSE EURO 6 ODER 7? SIE ENTSCHEIDEN. WIR BEGLEITEN. Mehr erfahren Sie bei Ihrem Renault Trucks Händler in Ihrer Nähe. renault-trucks.ch Junge Strassentransportfachleute an der Feier in Echandens (VD). Am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) durften 28 Strassentransportfachleute EFZ und drei Strassentransportpraktiker EBA ihren erfolgreichen Lehrabschluss feiern. Im Kanton Aargau wurde im Emil Frey Classic Center in Safenwil gefeiert. In Lyss (BE) haben 49 von 50 Kandidatinnen und Kandidaten das QV bestanden.
4 RECHT Der Führerausweisentzug ist privat und beruflich eigentlich gleich. Wird der Führerausweis entzogen, beschränkt sich der Entzug nämlich nicht nur auf jene Fahrzeugkategorie, mit der der Verstoss begangen wurde. Vielmehr erstreckt sich der Entzug in der Regel auf sämtliche Motorfahrzeugkategorien, für die die betroffene Person über eine Fahrberechtigung verfügt. Wer beispielsweise sowohl einen Führerausweis der Kategorie C (Lastwagen) als auch der Kategorie B (Personenwagen) besitzt und einen Führerausweisentzug erhält, darf während der Dauer des Entzugs weder Lastwagen noch Personenwagen lenken. Der Entzug einer Kategorie oder Unterkategorie hat somit den Entzug aller Kategorien, Unterkategorien sowie der Spezialkategorie F zur Folge. Eine wichtige Ausnahme gilt jedoch für die Kategorien M (Motorfahrräder) und G (land- und forstwirtschaftliche Motorfahrzeuge). Diese bleiben von einem Führerausweisentzug unberührt und dürfen weiterhin geführt werden, sofern die Entzugsverfügung sie nicht ausdrücklich ebenfalls erfasst oder besondere gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen. Rücksicht auf berufliche Situation Bereits bei der Festlegung der Entzugsdauer prüft das Strassenverkehrsamt, ob jemand beruflich auf den Führerausweis angewiesen ist. Dieses Kriterium kommt allerdings nur Personen zugute, die den Führerausweis tatsächlich zur Ausübung ihres Berufs benötigen: beispielsweise Lastwagenchauffeure, Taxifahrer oder Kuriere. Die berufliche Angewiesenheit kann dazu führen, dass die Entzugsdauer innerhalb des gesetzlichen Rahmens reduziert wird. Die gesetzliche Mindestentzugsdauer darf jedoch niemals unterschritten werden. Bevor das Strassenverkehrsamt den endgültigen Entscheid trifft, erhält die betroffene Person im Rahmen des sogenannten rechtlichen Gehörs Gelegenheit, zur vorgesehenen Massnahme Stellung zu nehmen. In dieser Für die meisten Menschen bedeutet ein Führerausweisentzug vor allem der Verlust ihrer Mobilität im Alltag. Für Chauffeure und Chauffeusen, die ihren Führerausweis täglich zur Ausübung ihres Berufs benötigen, kann ein Entzug jedoch weit gravierendere Folgen haben. Das Schweizer Strassenverkehrsrecht berücksichtigt teilweise diese besondere Situation der beruflichen Angewiesenheit. TEXT: DANIJELA LAZAREVIC ZEICHNUNG: TRINCO Im Job am Steuer bleiben Berufliche Angewiesenheit kann Einfluss auf Führerausweisentzug haben Stellungnahme sollte die berufliche Situation nachvollziehbar dargelegt werden. Ein Anspruch auf eine Verkürzung besteht jedoch nicht, der Entscheid liegt weiterhin im Ermessen der Behörde. Ausnahme für Berufschauffeure Seit dem 1. April 2023 profitieren Berufschauffeure von einer wichtigen Ausnahme im Strassenverkehrsrecht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Strassenverkehrsamt bewilligen, dass während eines Führerausweisentzugs weiterhin berufliche Fahrten ausgeführt werden dürfen. Diese Regelung soll verhindern, dass Berufschauffeure bei leichten Verstössen ihre Existenzgrundlage verlieren. Eine solche Bewilligung kommt jedoch nur infrage, wenn der Führerausweisentzug auf einer leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a SVG beruht und die eigentliche Kernaufgabe des Berufs im entgeltlichen Transport von Personen oder Gütern besteht. Zudem darf in den vergangenen fünf Jahren höchstens ein Führerausweisentzug ausgesprochen worden sein. Keine Bewilligung wird erteilt, wenn der Führerausweis wegen einer mittelschweren oder schweren Widerhandlung entzogen wurde, der Entzug auf unbestimmte Zeit erfolgt oder in den vergangenen fünf Jahren bereits zwei Führerausweisentzüge verfügt wurden. Ebenfalls ausgeschlossen sind Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie sämtliche privaten Fahrten. Wichtig: Die Ausnahme gilt ausschliesslich für die beruflich notwendigen Fahrten. Private Fahrten bleiben während des Entzugs weiterhin verboten. Kürzerer Entzug dank Nachschulung Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Dauer eines Führerausweisentzugs auch durch den Besuch einer vom Strassenverkehrsamt anerkannten Nachschulung verkürzt werden. Je nach Länge des Entzugs ist eine Reduktion von bis zu einem Monat bei einer Entzugsdauer von höchstens sechs Monaten, von bis zu zwei Monaten bei einer Entzugsdauer zwischen sieben und zwölf Monaten sowie von bis zu drei Monaten bei einer Entzugsdauer von mehr als einem Jahr möglich. Dabei gilt jedoch eine wichtige Einschränkung: Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestentzugsdauer für das jeweilige Delikt darf auch durch den Besuch einer Nachschulung nicht unterschritten werden. Frühzeitig geltend machen Ein Führerausweisentzug bedeutet für Berufschauffeure nicht zwingend ein vollständiges Fahrverbot. Je nach Situation können Ausnahmen oder eine verkürzte Entzugsdauer möglich sein. Deshalb lohnt es sich, jede Verfügung sorgfältig zu prüfen und die berufliche Situation frühzeitig geltend zu machen. ■
5 Nr. 7 | 2026 STARK AM HAKEN. GENIAL IN DER BEDIENUNG. Ein Transportsystem, das alles vereint: • Einzigartige Kinematik • Moderne Funkfernsteuerung • Hocheffiziente Bewegungsabläufe M-Control, die revolutionäre Hybridsteuerung: • Selbsterklärend und einfach zu bedienen • Analoge Bedienelemente kombiniert mit Touch-Display • Maximierte Betriebssicherheit durch Warnhinweise • Benutzerfreundliche Diagnosemöglichkeiten • Automatische Ablade- und Kippsequenzen www.moser.swiss MOSER LOADSYSTEM !BRANDNEU Rund 70 Fahrzeuge am 45. Bus- und Wohnbus Oldtimertreffen Die Zirkuswiese in Wettingen (AG), entgegen ihres Namens ein grosser Kiesplatz, füllte sich am Freitag, 14. August, immer mehr mit beeindruckenden Fahrzeugen. Aus der ganzen Schweiz, Deutschland und dem Fürstentum Liechtenstein trafen spezielle Campingfans ein – solche, die mit grossen, manchmal sehr alten Wohnmobilen unterwegs sind. Das 45. Bus- und Wohnbus Oldtimertreffen fand dieses Jahr mit rund 70 Fahrzeugen statt. Darunter waren umgebaute Postautos, Reisecars und andere Vehikel, die sich nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Wohnen eignen, mit entsprechenden Anpassungen wohlgemerkt. Marken wie Saurer, FBW, Setra und viele mehr waren vertreten. Das Ziel der Veranstaltung, die seit 45 Jahren ohne Unterbruch immer am dritten Augustwochenende stattfindet? Dieselgespräche sowie Freundschaften knüpfen und pflegen. Wo das nächste Treffen stattfindet, wird auf der Website www.wohnbus.ch bekannt gegeben, wenn der Standortentscheid gefallen ist. Text und Fotos: Daniel von Känel
6 VERKEHR UND INFRASTRUKTUR Die Schweizer Autobahnen füllen sich weiter. Im vergangenen Jahr registrierte das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf dem Nationalstrassennetz insgesamt 68 040 Staustunden – rund 20 Prozent mehr als 2024. Die Schweizer Verkehrsinfrastruktur erreicht zunehmend ihre Kapazitätsgrenzen. Dabei ist die Bedeutung des Nationalstrassennetzes enorm. Es macht lediglich rund drei Prozent des gesamten Schweizer Strassennetzes aus, bewältigt aber knapp 45 Prozent aller gefahrenen Fahrzeugkilometer. 2025 kamen dort rund 30 Milliarden Fahrzeugkilometer zusammen. Allein die Personenwagen legten etwa 25 Milliarden Kilometer zurück – 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Den ganzen Tag viel Verkehr Besonders auffällig ist, dass sich der Stau zunehmend vom klassischen Morgen- und Abendverkehr löst. Laut ASTRA verteilt sich der Verkehr vor allem im Mittelland stärker über den gesamten Tag. Auf wichtigen Strecken ist das Netz damit vielerorts beinahe permanent stark belastet. Die Folge: Es braucht nicht mehr viel, damit der Verkehr kollabiert. Eine Panne, ein Unfall oder ein an68 040 Staustunden: Das Schweizer Nationalstrassennetz stiess auch im Jahr 2025 immer mehr an seine Grenzen. Besonders auffällig ist, dass der Verkehr längst nicht mehr nur zu den klassischen Stosszeiten stockt. Dauerzustand Stau Verkehrsfluss auf Autobahnen TEXT: DANIEL VON KÄNEL deres kleines Ereignis kann auf einer ohnehin ausgelasteten Strecke schnell einen grösseren Rückstau auslösen. Für Chauffeusen und Chauffeure werden die Fahrzeiten damit immer schwerer vorhersehbar. Stagnation am Gotthard Die meistbelasteten Korridore liegen dort, wo besonders viele Menschen täglich unterwegs sind: auf der A1 zwischen Genf und St. Gallen, der A2 zwischen Basel und Chiasso sowie der A3 zwischen Basel und Sargans. Beim Gotthardtunnel blieb die Zahl der Staustunden dagegen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders problematisch ist eine Nebenwirkung der überlasteten Autobahnen: Wer auf der Nationalstrasse nicht mehr vorankommt, sucht sich Alternativen. Das ASTRA stellt fest, dass auf zahlreichen Kantonsstrassen das Verkehrsaufkommen stärker wächst als auf den parallel verlaufenden Autobahnen. Das deutet darauf hin, dass Verkehrsteilnehmende zunehmend auf das untergeordnete Strassennetz ausweichen. Damit wird aus einem Autobahnproblem ein Problem für ganze Regionen. Was auf der A1 oder A2 als Stau beginnt, kann zusätzlichen Verkehr durch Gemeinden und Agglomerationen führen – dorthin, wo die Nationalstrassen eigentlich für Entlastung sorgen sollen. Überlastung als Hauptursache Interessant ist auch der Blick auf die Ursachen. Wer täglich im Stau steht, dürfte Baustellen schnell als Hauptverdächtige ausmachen. Die Zahlen des ASTRA zeichnen jedoch ein anderes Bild. Rund 89 Prozent der Staus im Jahr 2025 gingen demnach auf Verkehrsüberlastung zurück. Weniger als vier Prozent wurden durch Baustellen verursacht. Der starke Anstieg der Staustunden ist deshalb vor allem ein Hinweis darauf, dass die vorhandene Infrastruktur an vielen Stellen schlicht nicht mehr genügend Reserven besitzt. Temporäre Massnahmen können zwar einen Unfall beseitigen oder eine Baustelle besser organisieren; sie lösen aber keinen strukturellen Kapazitätsengpass. Eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur ist notwendig, das ASTRA setzt auch darauf. Um einen punktuellen Ausbau kommt man aber nicht herum, wenn Stau nicht mehr Dauerzustand sein soll. ■ Der Trailer-Standard der Zukunft DAS ist für uns Trailer-Effizienz: 10 % weniger Gewicht 10 % weniger Diesel 10 % weniger CO2 www.fliegl-trailer.de Avesco AG Hasenmattstrasse 2 CH-4901 Langenthal q 0848 832 832 E info@avesco.ch
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8 Auf der Quartierstrasse findet der Arocs Platz, das Material bringt der HIAB-Kran in die Höhe. «In diesem Gebiet braucht man einen langen Kran», sagt Ronny Schnarwyler. Er ist Chauffeur bei der Roman Hürlimann Transporte AG aus dem zugerischen Walchwil, wo wir ihn treffen. Hoch über dem Zugersee liegt die Baustelle, die er heute beliefert. In einem Wohnquartier am Hang wird bei einem Haus der Terrassengarten gestaltet. Dafür braucht es Magerbeton und Kies. Dabei wird sichtbar, warum ein langer Kran in dieser hügeligen Voralpengegend von Vorteil ist. Das Kranfahrzeug sowie der Lastwagen mit dem Material stehen auf der Quartierstrasse, von wo es noch viele Meter steil aufwärtsgeht bis zur Baustelle. «Wir haben oft solche Baustellen am Hang», sagt Ronny Schnarwyler, der den Kran gekonnt von der Terrasse aus steuert, von wo er alles überblicken kann. Stark und kompakt Der auf dem Mercedes-Benz Arocs aufgebaute Kran ist ein HIAB iQ.1188 HiPro E-9 mit einem JIB 155 Q-6 Zusatzknickarm. Er gehört zur schweren Baureihe von HIAB. Aber: Obwohl er als 120-tm-Ladekran eingeführt wurde, bietet er die Baugrösse und das Gewicht eines vergleichbaren 90-tmKrans. Damit ist er gleichermassen stark wie auch kompakt und leicht, was ihn flexibel macht. Hinzu kommt die Reichweite von bis zu 40 Metern, die dem Chauffeur bei vielen Einsätzen sehr nützlich ist, wie das Beispiel Walchwil zeigt. Mit an Bord ist auch die neueste Steuerungselektronik namens Space Evo. Zusammen mit dem fortschrittlichsten Abstützsystem VSL+ sorgt sie für präzises Arbeiten und maximale Flexibilität. Bedient wird alles mit der Fernsteuerung CD 4 mit Farbdisplays, die auch Personalisierungsmöglichkeiten bietet. Der Chauffeur profitiert so von einem sehr hohen Bedienkomfort. Der fünfachsige Mercedes-Benz Arocs ist neben dem Kran mit einem Rückwärtskipper von Zetterbergs ausgestattet. Seit gut zwei Monaten ist Ronny Schnarwyler schon mit dem neuen Kranfahrzeug unterwegs. «Ich bin sehr zufrieden damit», Die Roman Hürlimann Transporte AG in Walchwil (ZG) hat ein bemerkenswertes neues Fahrzeug in der Flotte: ein Mercedes-Benz Arocs, der von Notterkran zum Kranfahrzeug aufgebaut wurde. Der HIAB iQ.1188 HiPro E-9 mit Zusatzknickarm hat eine Reichweite von bis zu 40 Metern. Die kann Chauffeur Ronny Schnarwyler gut gebrauchen. Reichweite ist gefragt Ein HIAB-Kran für vielfältige Einsätze TEXT: DANIEL VON KÄNEL FOTOS: CELINE BÜTLER
9 Nr. 7 | 2026 TITELSTORY Midland – Swiss Quality Oil Ich schmi e d LKW. Fünf Achsen, ein Rückwärtskipper von Zetterbergs, ein HIAB-Kran: Der neue Mercedes-Benz Arocs der Roman Hürlimann Transporte AG bewährt sich im Alltag. Ronny Schnarwyler steuert den Kran aus übersichtlicher Position. In der Ladebrücke sind Kies und Magerbeton. zieht er eine erste Bilanz. Meistens ist er in der Region unterwegs, rund um den Zugersee. Nur selten macht er nationale Touren. Neben Baumaterial wie heute transportiert er manchmal auch Fenster, Glas, Metallbauelemente oder Barackencontainer. «Von allem etwas», fasst Ronny Schnarwyler zusammen. Wieder von Notterkran Auch das Kranfahrzeug, das Ronny Schnarwyler zuvor gefahren ist, wurde von Notterkran aufgebaut, wie einige andere Lastwagen in der vielseitigen Flotte der Roman Hürlimann Transporte AG, die für den harten Arbeitsalltag im Bausektor ausgerichtet ist – und sich offenbar in verschiedensten Situationen bestens bewährt, wie der Einsatz in Walchwil zeigt. ■ Gut sichtbar: Die 40-t-Frontabstützung. Der HIAB iQ.1188 HiPro E-9 im Einsatz. Eine hohe Reichweite ist bei solchen Einsätzen wichtig.
10 MESSEN UND AUSSTELLUNGEN Testfahrten auf dem Messegelände und auf öffentlichen Strassen sind inzwischen ein fester Bestandteil auf der IAA. Man mag über Messen denken, was man will, doch auch im heutigen digitalen Zeitalter geht speziell im Nutzfahrzeugsektor nichts über die physische Präsenz auf einer Messe wie der IAA Transportation. Das sehen die meisten Nutzfahrzeughersteller so, denn praktisch alle europäischen Liefer- und Lastwagenhersteller sind am Branchentreffpunkt vom 15. bis 20. September auf der Messe Hannover präsent. So kehren beispielsweise Mercedes-Benz Vans und Renault Trucks nach zum Teil mehreren Jahren Abwesenheit zurück. Prominentester Abwesender wird 2026 wohl der italienische Hersteller Iveco sein, der noch in diesem Jahr unters Dach der indischen Tata Group ziehen will. Wiederum besonders stark vertreten ist die Aufbau- und Zulieferindustrie. Dabei reist gut ein Viertel aller insgesamt rund 1700 Aussteller das erste Mal nach Hannover. Darunter kann eine zunehmende Unter dem Motto «Wir liefern» findet Mitte September die Leitmesse für den Strassengüterverkehr in Hannover statt, die IAA Transportation 2026. Der Fokus auf neue Antriebstechnologien und eine zunehmende Zahl an chinesischen Akteuren sind Ausdruck des aktuellen Wandels in der Branche. Im Spannungsfeld des Wandels TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: VDA & DIVERSE Anzahl Hersteller aus China registriert werden, welche Europa auf der IAA Transportation ihre Aufwartung macht. Zukunft mitgestalten Der deutsche Verband der Automobilindustrie VDA als Organisator der IAA Transportation sieht die Ausgabe 2026 als ideale Bühne für die höchst innovative Fahrzeug- und Transportindustrie. Jürgen Mindel, VDAGeschäftsführer für Verbandsmanagement & Kommunikation, bringt es im Interview mit der Jury des Truck of the Year IToY folgendermassen auf den Punkt: «Mit den Angeboten an digitalen Lösungen und den grünen Innovationen für die unterschiedlichsten Fahrzeugtypen zeigt die Industrie, dass sie ihre Rolle bei der Gestaltung der Zukunft von Transport und Logistik in Europa wahrnimmt.» Ein zentrales Thema der kommenden Messetage wird gemäss Mindel das softwaredefinierte Fahrzeug sein, wie beispielsweise der neue, von Flexis entwickelte und gebaute Renault Trafic. Parallel zur eigentlichen Messe ist wiederum ein breites Feld an themenrelevanten Konferenzen aufgezogen, aber auch die Möglichkeit von Testfahrten wurde erweitert. Testfahrten mit Lastwagen und Lieferwagen waren schon in früheren Jahren möglich, nun ist es noch einfacher, Erfahrungen mit neuen Trucks und Vans zu machen, und zwar als Beifahrer oder teilweise auch selbst hinter dem Steuer. Dazu fährt man je nach Hersteller und Fahrzeug auf einer rund 2 km langen Strecke auf dem Messegelände, oder aber direkt im öffentlichen Strassenverkehr. Neu- und Besonderheiten Etliche der zu erwartenden Neuheiten haben die Lastwagenhersteller in den vergangenen Wochen bereits enthüllt und wurden auch bei uns schon beschrieben oder von uns gefahren. Darunter fallen die neuen Elektroantriebe der Volvo Group, welche mit bis zu 700 km Reichweite für einen 40-t-Sattelzug die Latte im batterieelektrischen Wettstreit nochmals höher legt. Letzte, bei Drucklegung bekannte News, finden sich auf den nach-
11 Nr. 7 | 2026 MESSEN UND AUSSTELLUNGEN Die Messe Hannover – hier der Blick südwärts in Richtung der Hallen 11 bis 13 – wird vom 15. bis 20. September wieder zum Treffpunkt der Strassentransport-Branche. 50 JAHRE TRUCK OF THE YEAR IToY-Sonderausstellung in Halle 22 Vor 50 Jahren nahm die Preisverleihung des inzwischen in der Branche hochgeachteten «Truck of the Year» IToY seinen Anfang. Auf der IAA wird nicht nur am Abend des 14. September der neue Preisträger geehrt (bitte umblättern), vielmehr nutzen die Jury und bisherige Preisträger die Möglichkeit einer speziellen Ausstellung in der Halle 22. Dabei bringen mehrere Hersteller Exemplare der Preisträger aus früheren Jahren nach Hannover. Begleitend werden mittels spezieller Plakate alle bisherigen Preisträger vorgestellt. Auf Seite 30 zeigt unsere Replik die IToYPreisträger von 2007 bis 2011. Martin Schatzmann IAA Transportation 2026: 15. bis 20. September. Alle Infos: www.iaa-transportation.com folgenden sechs Seiten. Allerdings bleibt die Branche sehr breit abgestützt, denn der Verbrennungsmotor bleibt auf Zusehen hin die Hauptantriebsquelle im Güterstrassenverkehr. «In Europa entfallen rund 30 % der CO2-Emissionen auf den Strassenverkehr», führt Jürgen Mindel aus. «Wir schauen also auf ein hohes Potenzial in Sachen Dekarbonisierung.» Deshalb sei man überzeugt, dass alle verfügbaren Technologien benötigt würden, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Dazu zählen neben batterieelektrischen Fahrzeugen auch synthetische Treibstoffe und Wasserstoff. Um solche Bestrebungen zu unterstützen, hat die Jury des Truck of the Year vor ein paar Jahren die Auszeichnung «Truck Innovation Award» ins Leben gerufen. Sie wird parallel zum eigentlichen «Lastwagen des Jahres» vergeben und zeichnet besondere technische Entwicklungen aus, welche die Branche sauberer und sicherer machen. Welches die diesjährigen Finalisten sind, zeigen wir auf den nachfolgenden zwei Seiten. ■ Gewinner 1978: MAN 16.280
12 MESSEN UND AUSSTELLUNGEN E-Motor und Wechselrichter werden bei TraXon 2 Hybrid von ZF im automatisierten Getriebe integriert. Ultraschnelles Laden will BYD mit Flash-Charging bei 1500 kW Ladeleistung ermöglichen. Das neue Brennstoffzellen-Konzept von Cellcentric ist mehr als doppelt so leistungsfähig, baut aber auch deutlich kompakter. Iveco will im S-Way mit dem SuperDrive von PlusAI das autonome Fahren in Spanien erproben. Scania Pro Driver nutzt die Daten von vernetzten Trucks und wandelt sie in gezielte Trainingsinputs für den Fahrer. BYD Flash-Charging 1500 kW Ladegeschwindigkeit ist eine der Kernentwicklungen rund um die Elektromobilität. Der chinesische Hersteller BYD hat mit dem Flash-Konzept (engl. Blitz) die Grundlage dafür gelegt, die es ermöglicht, mit 1500 kW zu laden. Dazu ist aber auch eine speziell konzipierte Batterie nötig, welche bei BYD Blade Cellcentric BZA375 Das Joint-Venture von Daimler Truck, Volvo Group und Toyota Motor Corporation entwickelt seit fünf Jahren Brennstoffzellen für künftige Einsätze in Lastwagen und Baumaschinen sowie für stationäre Einsätze (z.B. Notstrom). Mit der neuesten Entwicklung BZA375 hat Cellcentric die Leistung gegenIveco PlusAI SuperDrive Zusammen mit dem Systemanbieter PlusAI entwickelt Iveco zwei S-Way-Sattelzugmaschinen, die im zentralen Spanien autonom auf Level 4 auf einem speziellen, rund 300 km langen Frachtkorridor zwischen Saragossa und Madrid verkehren sollen. Dabei arbeitet Iveco mit dem Transporteur Sesé Scania Pro Driver Damit Flottenbesitzer nicht auf die nächste Fahrzeuganschaffung warten müssen, um Betriebs- und Unterhaltskosten reduzieren zu können, hat Scania das Schulungs-Tool Pro Driver entwickelt. Dabei geht es um den Ansatz, dass Verbrauch und Verschleiss stark mit dem Verhalten der Person hinter dem ZF TraXon 2 Hybrid Da der Weg zur Dekarbonisierung regional und je nach Flottenbetreiber unterschiedlich ist, hat ZF eine zusätzliche Lösung für schwere Lastwagen entwickelt. Dieser Zwischenschritt zur Elektrifizierung ist das automatisierte Getriebe TraXon 2 Hybrid, das hochintegriert auf bewährten Komponenten Auf der IAA in Hannover vergibt die Jury des Truck of the Year den «Truck Innovation Award» für die besondere Konzept-Entwicklung. Fünf Projekte haben es in die finale Auswahl geschafft. Der Gewinner wird am 14. September bekannt gegeben. Truck Innovation Award 2027 Battery 2.0 heisst. Eine solche Batterie lässt sich mit 1500 kW in fünf Minuten von 10 % auf 70 % aufladen. Schnell entladbare, stationäre Batterien unterstützen den Fastcharger, indem sie die Netzstabilität sicherstellen und Leistungsspitzen verhindern. Nach China plant BYD, Flash-Charging auch in Europa einzuführen. Martin Schatzmann über seinem ersten Brennstoffzellenkonzept BZA150 um mehr als verdoppelt und den H2-Verbrauch um 20 % reduziert. Zugleich wurden Baugrösse und Komponentenzahl massiv reduziert, sodass BZA375 Platz im Bauraum eines 13-l-Diesels findet (Routiers 06/2026). Erste Prototypen können von Kunden heute evaluiert werden. Martin Schatzmann zusammen und bedient für die Erprobung der Technologie die Standorte der Firma. Als virtueller Chauffeur wird auf SuperDrive von PlusAI gesetzt, wobei während der ganzen, mehrjährig ausgelegten Erprobungsphase stets ein Sicherheitsfahrer im Cockpit mitfährt. Mit der Erprobung soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Martin Schatzmann Lenkrad variieren. Scania Pro Driver nutzt die mittels Connectivity bereits heute erhobenen Fahrzeugdaten und wandelt sie in ein gezieltes Fahrertraining. Dieses erfolgt direkt über das Smartphone des Fahrers, aber auch über das Flottenmanagement am Firmensitz. In ersten Tests mit Pro Driver sank der Verbrauch im Schnitt um 5 %. Martin Schatzmann aufbaut und den herkömmlichen Antrieb mittels 190-kW-E-Maschine und Siliziumkarbid-Wechselrichter um die E-Komponente ergänzt. Mit einem 100-kWh-Akku können rund 80 km elektrisch bei maximal Tempo 80 gefahren werden. Diese kosteneffiziente Systemlösung ermöglicht so den Einsatz selbst in Null-Emissions-Zonen. Martin Schatzmann
13 Nr. 7 | 2026 Volvo rüstet seine schweren E-Lkws mit neuen Antrieben aus. Dabei wird die neue E-Achse ausschliesslich als 6×2 geliefert. Typische Erkennungsmerkmale des Ford F-Max Gen2.0 sind die Kameraspiegel und der in Wagenfarbe gehaltene Kühlergrill. Die aerodynamische Kabine aus dem Nikola-Projekt ist typisch für die Iveco-Sattelzugmaschine S-eWay Artic. MAN spielt die Karte der modularen Konzeption seiner E-Trucks und deckt mit dem eTGM nun auch das 16-t-Segment ab. Im Baustellenfahrzeug eArocs 400 platziert Mercedes-Benz die Batterien hinter dem Fahrerhaus. Er hat einen Zentralantrieb. Ford F-Max Gen2.0 Mit der im Jahr 2018 vorgestellten Sattelzugmaschine F-Max begann Ford Trucks mit der Eroberung Westeuropas. Auch die neueste Version verfügt weitgehend über selbst entwickelte Komponenten, wie der 510 PS leistende 13-l-Ecotorq-Motor, das automatisierte 16-Gang-Getriebe und die geräumige Iveco S-eWay Artic Die Sattelzugmaschine des S-eWay trägt den Zusatz Artic, während die Fahrgestellmodelle des neuen S-eWay den Zusatz Rigid erhalten haben. Die aerodynamisch geformte Kabine des Artic – sie stammt noch aus dem frühzeitig beendeten Projekt mit dem US-Start-up Nikola –, die E-Achse von FPT mit zwei inteMAN eTGM Mit dem im Frühling in Mailand enthüllten eTGM kann MAN nun für sein komplettes Lkw-Angebot auch elektrische Varianten anbieten. Der Neue nutzt uneingeschränkt das modulare Konzept der Antriebskomponenten und bietet 210 kW Motorleistung. Er ist als 16-Tonner oberhalb des eTGL (12 t) anMercedes-Benz eArocs 400 Während alle anderen E-Lkws von Mercedes eine E-Achse besitzen, kommt beim eArocs 400 ein Zentralantrieb (380 kW Dauerleistung, 450 kW Peak) mit 3-Gang-Getriebe zum Einsatz. Dieser macht es möglich, die benötigte Bodenfreiheit zu erzielen und die bewährten Aussenplanetenachsen unveränVolvo Trucks Electric Modellreihe Vor rund vier Jahren rollten mit Volvo FH Electric und FM Electric die ersten ernst zu nehmenden schweren Elektro-Lastwagen auf Europas Strassen (Truck of the Year 2024, erster E-Lkw als Preisträger). Seither hat Volvo seine Elektro-Antriebe weiterentwickelt und bringt neue E-Maschinen und Getriebe In diesem Jahr vergibt die Jury des International Truck of the Year zum 50. Mal die in der Branche hochgeachtete Auszeichnung. Die folgenden Lkws sind die diesjährigen Finalisten. Der Truck of the Year 2027 wird am 14. September auf der IAA bekannt gegeben. Truck of the Year 2027 Kabine. Motor und Getriebe wurden über die letzten zwei Jahre erneuert und mit dem neuesten aerodynamischen Feinschliff, der u.a. auch Kamerarückspiegel beinhaltet, konnte der schwere Lkw nochmals effizienter gemacht werden. Sein Verbrauch konnte im Vergleich zu vor zwei Jahren um 11,3 % gesenkt werden. Martin Schatzmann grierten E-Motoren und 480 kW Dauerleistung sowie die Kapazität der LFP-Batterien von bis zu 603 kWh verleihen der nun in Serie erhältlichen Iveco-Elektro-Sattelzugmaschine eine Reichweite von 600 und mehr Kilometern. Zeitgleich hat Iveco die Fahrer-App «Easy App» für den Einsatz mit dem ElektroLastwagen ausgeweitet. Martin Schatzmann gesiedelt und erleichtert als reiner 4×2 mit unveränderter Grundkonzeption die Integration von bereits vorhandenen Aufbauten. Er ist in sechs Radständen erhältlich und kann batterietechnisch mit zwei, drei oder vier Paketen (160, 240 und 320 kWh) geordert werden. Als Solofahrzeug liegen damit 225 bis 480 km Reichweite drin. Martin Schatzmann dert zu nutzen. Im Batterieturm hinter dem Fahrerhaus finden zwei LFP-Batterien aus dem eActros 600 Platz, mit total 414 kWh Kapazität, was dem eArocs als Betonmischer zu 200 km und als Kipper zu 230 km Reichweite verhilft. Für den Betrieb der Aufbauten steht ein integrierter PTO mit 78 kW Dauerleistung zur Verfügung. Martin Schatzmann für den Zentralantrieb sowie – als besonderes Highlight – erstmals die lange angekündigte Elektro-Achse. Sie hat angeflanschte E-Maschinen sowie ein 6-Gang-Getriebe und kommt ausschliesslich als 6×2 sowie mit Aero-Kabine. In der Topversion mit 780 kWh Batteriekapazität sind laut Volvo Reichweiten von 700 km möglich. Martin Schatzmann MESSEN UND AUSSTELLUNGEN
14 Mit dem eTGL (Foto) und dem eTGM hat MAN seine aktuelle Elektro-Palette hinunter bis ins 12-t- und 16-t-Segment erweitert. Mit dem eTGL (12 t) und dem eTGM (16 t) hatte MAN im letzten Herbst und in diesem Frühling seine Elektro-Lkw-Palette vervollständigt. Entsprechend reicht das Angebot von eben 12 t bis hoch zu 50 t. Im Sommer ergab sich die Gelegenheit, die neuen «Kleinen» zwischen München und Nürnberg zu fahren. Gleichzeitig wurde der weiterentwickelte vorausschauende Tempomat «Efficient Cruise» vorgestellt, dem noch mehr Möglichkeiten zur routengerechten Unterstützung von Chauffeuse und Chauffeur implemenIm Zentrum bei MAN steht die eTruck-Palette, welche nun 12 t bis 50 t abdeckt. Dazu kommen u. a. verbesserte Effizienztechnologien, die den Verbrauch um bis zu 9% zu senken vermögen. Und man munkelt über MAN, dass noch weitere News zu erwarten sind. TEXT UND FOTOS: MARTIN SCHATZMANN Effizienter mit jedem Antrieb MAN Truck & Bus auf der IAA 2026 tiert wurden. Neu basiert dieser Tempomat auf 3D-Karten und erkennt daher Strassenverlauf und Topografie noch zuverlässiger. Im Einsatz auf eher flachen Routen senkt das neue System den Verbrauch laut MAN um bis zu 4,5 %, auf topografisch anspruchsvollen Strecken ist das Reduktionspotenzial mit bis zu 9 % doppelt so hoch. Mittels neuem Over-the-Air-Update wird das System aktuell gehalten, und gemäss MAN soll das Funktionieren des Systems noch zuverlässiger sein. Das Spiegelkamerasystem MAN OptiView wird erweitert, und zwar um eine zusätzliche Basisversion. Mit ihr sollen auch preissensible Kunden vom modernen Rückspiegelsystem angesprochen werden. Um die Kosten senken zu können, gelangt ein traditioneller Frontspiegel statt einer Kamera zum Einsatz. Bremsen und vernetzen Neu führt MAN eine Anhängerstabilisierung ein, welche bei widrigem Wetter, rutschiger Fahrbahn und in steilen Passagen den bedrohlichen Klappmesser-Effekt bei Sattel- und Anhängerzügen verhindern hilft. Dabei wird wie früher bei der Streckbremse der Bremsdruck im Anhänger bei Bedarf erhöht, um das Gespann zu strecken. Insofern nichts Besonderes, doch MAN ermöglicht die Stabilisierung per manuellem und per automatischem Modus sowie mittels Pedalsteuerung. Daneben hat MAN seinen Lastwagen natürlich auch mit all jenen Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet, die von Gesetzes wegen nun vorgeschrieben sind. In Hannover zeigt MAN auch seine neue Initiative zur Stärkung der Marktpräsenz. Mit Investitionen von 300 Mio. Euro werden Mitarbeitende und das Servicenetzwerk gezielt gestärkt, um die nötige Nähe zum Kunden behalten und weiter ausbauen zu können. 10 Jahre TGE Doch nicht nur bei den schweren Lkw wurde die Konnektivität deutlich verbessert, auch beim MAN-Lieferwagen TGE wird ein neues Level an Konnektivität eingeführt. Dies geschieht übrigens zehn Jahre nach der Weltpremiere des TGE, die ebenfalls in Hannover stattgefunden hatte. Im TGE wird in diesem September die sogenannte Lifetime Connectivity aktiviert, welche ohne jegliche Kosten den Zugang zu Online-Funktionen und Kartenupdates ermöglicht. Zugleich wird eine TGE Connect App eingeführt. ■ Die schweren eTrucks von MAN (im Vordergrund eTGX) fahren dank verbesserter Systeme mit einer Ladung neu bis 570 km weit. FAHRZEUGE UND TECHNIK
15 Nr. 7 | 2026 FAHRZEUGE UND TECHNIK Neue 13-l-Dieselplattform DE13 R ermöglicht zusätzliche 4 % Verbrauchsreduktion. Das Fernbleiben von Renault-Trucks von der IAA Transportation der letzten Jahre ist nun endlich Geschichte, denn in diesem Jahr melden sich die Franzosen zurück in Hannover. Und sie bringen eine ganze Menge an neuen Antriebssträngen mit, vom neuen Langstrecken-Elektro-Lastwagen bis hin zum brandneuen Diesel-Motor DE13 R. Den Weg zur Dekarbonisierung seiner Modelle beschreitet Renault Trucks in enger Zusammenarbeit mit Konzernschwester Volvo Trucks, welche die gleichen Technologien auf der IAA in ihren eigenen Lastwagen präsentieren (Seite 13). Grosse Premiere feiert dabei der Modelljahrgang 2027 des Renault Trucks T, der zugleich die neue Generation des 13-LiterSechszylinderdiesels dem Publikum präsentiert (siehe Routiers 06/2026). Wir werden den Motor in einer späteren Ausgabe im Detail vorstellen, doch hier schon mal ein Beschrieb einiger Technik-Highlights. Trotz unverändertem Hubraum soll mit dem Triebwerk im Langstreckenbetrieb eine Treibstoffreduktion von bis zu 4 % möglich sein. Um den Verbrennungsdruck zu erhöhen, erhielt der DE13 R einen stärkeren und leichteren Motorblock und zugleich einen Renault Trucks ist zurück auf der IAA Hannover, nachdem man hier das letzte Mal vor acht Jahren vertreten war. Mit dem D Wide Z.E. stand 2018 der damals fortschrittlichste E-Lkw im Zentrum, heuer sind es die neusten Langstrecken-E-Antriebe. Aber nicht nur. TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: RENAULT TRUCKS verstärkten Zylinderkopf. Zudem wird neu auf eine variable Turbogeometrie gesetzt, eine Turbocompound-Version ist nicht mehr vorgesehen. Die stärkste Version leistet 540 PS (bisher 520 PS) und stellt 2800 Nm bei 900 U/min zur Verfügung. Der neue Motor kann für verschiedene Treibstoffe verwendet werden und soll künftig auch als Wasserstoffverbrennungsmotor eingesetzt werden. Ergänzend zum neuen Motor bringt Renault Trucks ein stark überarbeitetes Optidriver-Getriebe. Es arbeitet sanfter und flinker, mit rund 20 % schnelleren Gangwechseln. Die neu 470 kW leistende Motorbremse (+9 %) und ein neuer Retarder runden die Technik rund um den DE13 R ab. Neue Elektro-Möglichkeiten Als weiteres Highlight bringt Renault Trucks seine neuen Elektroantriebe nach Hannover. Zum einen sind das die Modelle E-Tech T 780 und T 540, welche mit E-Achse und höherer Batteriekapazität nun Reichweiten von über 600 km (T 780) ermöglichen. Gleichzeitig wurde auch der E-Zentralantrieb für die übrigen schweren Elektro-Lastwagen optimiert (siehe Routiers 05/2026). In Hannover zeigt Renault Trucks zudem die Serienversion des E-Tech D14, der letzten November auf der Solutrans in Lyon als Konzeptfahrzeug zu sehen war. Dieser kompakte E-Lkw mit 14 t Gesamtgewicht ist für den Stadtverkehr prädestiniert. Den ebenfalls auf der Solutrans enthüllten Nachfolger des Renault-Lieferwagens Trafic zeigt Renault Trucks nun auch auf seinem Stand. Es handelt sich dabei um einen softwaredefinierten Elektro-Lieferwagen mit sogenannter Skateboard-Plattform, der wie der bisherige Trafic auch über das Renault-Trucks-Servicenetz vertrieben werden wird. ■ Komplett neue Antriebsstränge Renault Trucks meldet sich 2026 zurück auf der IAA Mit dem E-Tech T 780 sind Reichweiten von über 600 km möglich.
16 FAHRZEUGE UND TECHNIK Der eActros wird nun für Volumentransporte auch mit niedrigerer Sattelhöhe angeboten. Speziell in der Produktion der Automobilindustrie spielen Volumentransporte eine wichtige Rolle, und für sie stellt Mercedes den eActros Lowliner auf der IAA in Hannover vor. Sein Hauptmerkmal ist die niedrige Sattelhöhe, welche durch die reduzierte Antriebsrädergrösse zustande kommt. «Der eActros Lowliner steht für den nächsten Schritt der Erweiterung in unserem batterieelektrischen Fernverkehrs-Portfolio», sagt Mercedes-Trucks-CEO Achim Puchert. Die neue Elektroantriebslösung für Volumentransporte ist bei MercedesBenz der neue eActros Lowliner. TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTO: DAIMLER TRUCK eActros auch als Lowliner Mercedes-Benz auf der IAA «Er ist konsequent auf den Volumentransport mit Mega-Trailern ausgelegt und basiert auf der eActros 600-Technologie.» Der E-Lowliner kommt als 4×2-Sattelzugmaschine mit 4,0 m Radstand und lässt sich dank gleicher Bodenfreiheit und Kupplungshöhe nahtlos in bestehende Diesel-Flotten integrieren. Das neue Modell nutzt die E-Achse aus dem eActros 600, mit 400 kW Dauerleistung (Peak: 600 kW) und Viergang-Getriebe. Zudem kann zwischen zwei oder drei Batterien à 207 kWh gewählt werden, es gibt ihn demnach als eActros 400 Lowliner sowie als eActros 600 Lowliner. Letzterer ermöglicht im 40-Tonner bis zu 500 km Reichweite. Der eActros 400 Lowliner bietet bis zu 24 t Zuladung, beim 600 Lowliner sind es wegen der dritten Batterie «nur» 21 t. Gleichzeitig mit dem Lowliner führt Mercedes auch die unverwechselbare ProCabin im eActros 400 ein. Dieser stand bislang nur mit 2,3-m-Fahrerhaus im Angebot. ■ Das Komplettpaket Wenn man sich auf den Weg macht, kann eine unerwartete Panne, ein Reifenschaden oder ein Zündungsproblem eine Fahrt schnell zu einem Ärgernis machen. Die in Ihrer Kfz- Versicherung bei der Allianz Suisse enthaltene Pannenhilfe bietet eine Komplettlösung. Grunddeckung: Pannenhilfe: Die BasisPannenhilfe greift ein, sobald das versicherte Fahrzeug aufgrund einer Panne, eines Unfalls, eines Kasko-Schadens oder weil der Fahrer aus medizinischen Gründen fahruntüchtig ist, nicht mehr fahrtauglich oder unbrauchbar ist. Geltungsbereich: Schweiz / Liechtenstein (CH /FL), Nachbarländer (Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich) und ganz Europa. Pannenhilfe, Abschleppdienst und Bergung: Übernahme der Kosten für die Pannenhilfe vor Ort oder das Abschleppen zur nächstgelegenen geeigneten Werkstatt sowie der Bergungskosten. Notunterkunft: Übernahme der Übernachtungskosten (bis zu CHF 120.– pro Person in der Schweiz / Liechtenstein und insgesamt CHF 1200.– im Ausland), falls das Fahrzeug nicht noch am selben Tag repariert werden kann. Rücktransport der Insassen /Weiterreise: Übernahme der Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel(Bahn1.Klasse,FlugzeugEconomy- Klasse) oder der Taxikosten (bis zu CHF 500.–). Ersatzfahrzeug / Mietwagen: Bereitstellung eines Mietwagens bis zu CHF 500.– in der Schweiz / Liechtenstein (pro Tag) und CHF 1500.– im Ausland (Weiterreise oder Rückfahrt zum Wohnort). Rücktransport des Fahrzeugs: Kann das Fahrzeug im Ausland nicht innerhalb von 48 Stunden repariert werden, werden der Rücktransport zur dem Wohnort nächstgelegenen Werkstatt organisiert und übernommen. Zusatzleistungen: Kostenübernahme bei Ausfall des Fahrers, Versand von Ersatzteilen ins Ausland und sekundäre Taxikosten. Warum sollte man die Option TOP abschliessen? Familienreisen und Haustiere: Deckung für Zusatzausstattung (Kindersitze, Dachträger) sowie Übernahme der Transportkosten für Hunde und Katzen. Schutz vor Selbstbehalten bei Mietwagen: Beseitigung des hohen finanziellen Risikos bei Schäden am Ersatzfahrzeug (Selbstbehalt bis zu CHF 5000.– gedeckt). Mehr Sicherheit im Ausland: Sprachliche Unterstützung durch Dolmetscherdienste und finanzielle Absicherung dank eines Vorschusses von CHF 2000.–. Warum gibt es keine Überschneidung mit der Reiseversicherung? Häufig wird angenommen, dass eine Reiseversicherung eine Pannenhilfe überflüssig macht. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei sich ergänzende Versicherungsleistungen, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken: Die Reiseversicherung schützt Ihre Gesundheit und Ihren Urlaub, während die Allianz-Pannenhilfe (mit oder ohne TOP-Option) Ihre Mobilität im Alltag sicherstellt und sich um die aufwendigen logistischen Aufgaben rund um Ihr Auto kümmert. Allianz
17 Nr. 7 | 2026 FAHRZEUGE UND TECHNIK Der F-Max (im Bild der Gen2.0) soll mit neuer Kabine in zwei Jahren auch als 6×2 und Rechtslenker erhältlich werden. Digitales Hauptinstrument bringt neue Darstellungsmöglichkeiten beim F Line E. Erst die neue Kabine bringt eine Modernisierung des F-Line-E-Armaturenträgers. Mit dem F Line E startet Ford die Elektrifizierung, vorerst als 4×2- und 6×2-Fahrgestelle. Mit dem damals brandneuen F-Max hatte Ford Trucks im Jahr 2018 seine Expansion in die westeuropäischen Märkte gestartet und wurde zugleich als Truck of the Year 2019 ausgezeichnet. Seither hat der in der Türkei beheimatete Nutzfahrzeughersteller praktisch in allen Märkten Westeuropas Import- und Service-Gesellschaften aufgebaut, einzig in England und Irland mit Rechtslenker-Verkehr sowie in skandinavischen Ländern gibt es noch keinen Ford-Trucks-Import. Das soll sich in gut zwei Jahren ändern, wenn Ford die gemeinsam mit Iveco entwickelte neue Kabine auf den Markt bringt. Bis dahin hat sich Ford zum Ziel gesetzt, in den europäischen Ländern den jeweiligen Marktanteil auf mindestens 5 % zu heben (heute 3 bis 4 %). Das soll mit dem aktuellen F-Max Gen2.0 erzielt werden (Test in Routiers 03/2026), der mit neuem Motor, neuem Getriebe und optimierter Aerodynamik einen um bis zu 11,3 % geringeren Verbrauch gegenüber dem Vorgänger bietet. Mit dem Elektro-Truck F Line E und dem F-Max Gen2.0 will Ford Trucks seine Präsenz in bereits erschlossenen Märkten stärken. Nach 2028 will Ford mit der neuen Kabine seine Expansion weiter vorantreiben. TEXT: MARTIN SCHATZMANN FOTOS: FORD TRUCKS Im Visier: mehr Effizienz Ford Trucks auf der IAA Dazu kommt die Elektrifizierung mit dem eben lancierten E-Lastwagen: Den F Line E gibt es als 4×2- und als 6×2-Fahrgestell, wobei der Zweiachser mit 294 kWh Batteriekapazität (3 Batterien) und der Dreiachser mit 392 kWh (4 Batterien) angeboten werden. Das ermöglicht dem Dreiachser gut 300 km Reichweite. F-Max Gen2.0 und F Line E werden auf der IAA Transportation zu sehen sein. Blick in die Zukunft Die kommende neue Kabine, welche voraussichtlich auf der IAA 2028 vorgestellt wird, ist auf die ab Anfang 2029 geltenden EUVorschriften über die Direktsicht ausgelegt und wird die Produktentwicklung grundsätzlich verändern. Denn die neue Kabine wird modular aufgebaut sein und wird sowohl für den nächsten F-Max als auch für die künftigen F Line eingesetzt werden. Das bringt namhafte Einsparungen in der Teilebeschaffung und eine Verringerung der Produktionskomplexität. Als Beispiel führt Ford die Windschutzscheibe an, welche künftig für alle Modelle die gleiche Grösse haben wird. Mit Blick auf die Einführung von Euro 7 stellt Ford aber auch einen nochmals komplett neuen Dieselmotor in Aussicht. Zugleich wird in Sachen alternativer Antriebe das Angebot erweitert, wobei beim E-Antrieb neben den Fahrgestellmodellen künftig auch Sattelzugmaschinen erhältlich sein werden, auf die man sich jedoch bis zur neuen Kabine gedulden muss. Dann sollen mittels 6×2-Zugmaschinen und Rechtslenkern die noch brachliegenden Märkte im nördlichen Europa erschlossen werden. Ford Trucks beschränkt seine Entwicklung allerdings nicht auf Diesel und batterieelektrischen Antrieb, sondern verfolgt auch den Einsatz von Wasserstoff weiter. In Eigenregie wird am Verbrennungsmotor für Wasserstoff gearbeitet, während der Einsatz der Brennstoffzelle in Zusammenarbeit mit einem Start-up verfolgt wird. ■
18 FAHRZEUGE UND TECHNIK Test-Lkw von DAF Trucks Schweiz – ein typisches Schweizer Modell, mit einem Aufbau von Lanz+Marti und Blachen von Bieri Tenta. Unterhalb von 19 Tonnen gab es für Elektro- Lkws bislang kaum Angebote. Mit seinem aktuellen XB Electric bildet DAF hier die Speerspitze und bietet den 4×2-VerteilerLastwagen neben 19 t auch mit 12 t und 16 t an. Andere Hersteller ziehen nach: MAN elektrisiert den eTGL für 12 t und den eTGM für 16 t (siehe Seite 14). Und auch Volvo Trucks und Renault Trucks bauen ihr ElektroAngebot bis hinab in die 12-t-Klasse aus, mit den Modellen Volvo FL Electric (14 t) sowie Renault E-Tech D12 und D14. Während DAF den Diesel-XB sowohl als Fahrgestell als auch als Sattelzugmaschine baut, gibt es den XB Electric ausschliesslich als Fahrgestell, um überhaupt Platz für die Batterien zu haben. Dass die Batteriegrösse generell mit Blick auf den geplanten Einsatz hin gewählt werden soll, beachtet DAF auch beim XB Electric. Im Normalfall ist dieser E-Truck mit zwei je links und rechts montierten Batteriepacks bestückt, die wahlweise je Normalerweise gibt es heute Elektro-Lkws mit 19 und mehr Tonnen. DAF bietet vom XB Electric neben 19 t auch eine 12-t- und eine 16-t-Version. Wir haben Stadt und Land mit dem 16-Tonner unter die Räder genommen. Wendig, wie man es sich nur wünscht Test DAF XB Electric 190E TEXT UND FOTOS: MARTIN SCHATZMANN 105 oder 141 kWh Kapazität aufweisen, der Lkw also über 210 und 282 kWh Bruttokapazität verfügt. Einzig das 12-t-Modell kann zur Nutzlastoptimierung auch mit nur einer 141-kWh-Batterie ausgerüstet werden. Bezüglich E-Antriebsstrang nutzt DAF zwei Leistungsgrössen. Der 12-Tonner erhält die Version Paccar EX-M1 mit 120 kW Leistung, ab 16 t kommt der 190-kW-Strang EX-M2 zum Einsatz. Bei beiden handelt es sich um einen Direktantrieb ohne Getriebe. Variables Speichern und Laden Für Vorführzwecke und als Testfahrzeug hat DAF Schweiz ein 16-t-Blachenfahrzeug bei Lanz+Marti in Sursee aufbauen lassen, wobei Bieri Tenta aus Grosswangen die Blachen dazu lieferte. Spezifiziert mit der grössten erhältlichen Batteriekapazität von 282 kWh stellt DAF eine Reichweite von bis zu 350 km in Aussicht, die genaue Zahl hängt jedoch davon ab, wie das Fahrzeug eingesetzt wird. Für die Kurzstrecken im Verteilerbetrieb genügen diese Werte aber sicher. Je nach Einsatz und Platzbedarf lässt sich die Position der Batterie am Chassis etwas optimieren. Die von DAF in allen E-Trucks eingesetzten Lithium-Eisenphosphat-Batterien LFP kommen einerseits ohne die kritischen Rohstoffe Kobalt und Nickel aus, zugleich können sie ohne Beeinträchtigung der Lebensdauer bis 100 % aufgeladen werden. Der XB Electric profitiert dabei von einem kombinierten Ladesystem, das es erlaubt, sowohl im Depot (AC, 22 kW) als auch am DC-Fastcharger (650 V, 150 kW) zu laden. Der Komfort der leisen Fahrt Mit einem Radstand von 5,35 m liegt der Vorführlastwagen von DAF Schweiz im mittleren Bereich der Radstandvarianten, welche sich zwischen 4,30 m und 6,90 m bewegen. Bereits kurz nach unserer Losfahrt bei Graf Nutzfahrzeuge AG in Hunzenschwil wird deutlich, dass auch mit diesem Radstand nichts von der bekannten Wendigkeit des DAF XB verloren geht. Mit der direkten und gute Rückmeldung bietenden Lenkung lässt sich der Lkw leicht dirigieren und selbst in engen und verwinkelten Situationen sicher beherrschen. Dass auch mit traditionellen Aussenspiegeln eine gute Übersicht gegeben ist, tröstet über den Umstand hinweg, dass für den XB Electric selbst optional keine Spiegelkameras vorgesehen sind. Hingegen ist er natürlich mit der heute gesetzlich vorgeschriebenen Rückfahrkamera ausgestattet. Zugleich zeigt sich erneut, wie hilfreich das Bordstein-Fenster in der Beifahrertüre sein kann – eine sehr empfehlenswerte Option. Durch die eher niedrige Bauweise ist der Kabinenzustieg ein Leichtes. Dort angekommen, gewöhnen wir uns fast unmerklich, aber rasch ans ausserordentlich ruhige Umfeld. Ohne die ständigen Vibrationen und Geräusche, welche der Diesel bekanntlich mitbringt, bleiben nicht viele Störgeräusche übrig zur Beeinträchtigung der Lenkarbeit. DAF hat auch ganze Arbeit beim aerodynamischen Feinschliff geleistet, weshalb auf unserer Fahrt selbst auf der Autobahn keine
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